170 CMA. Nr. 432.
Mann im Schoosse der Trägheit, und ein junges, halb nacktes Weibberührt seine Stirn mit dem Stabe. Rechts von diesem sitzt einanderer junger Mann auf dem Steine neben einer lorbeerbekränztenJungfrau, welche den Tintonnapf hält, da der Mann auf eine Tafelschreibt, deren Kante die stehende Figur mit der linken Hand berührt.Ueber den beiden Gruppen ist das Lebensschicksal der Männer bildlichvorgestellt. Am untern Rande lauft der Spruch hin: SVM - BONA'LAVDATIS- SIC- DICTA- SOLERTIA- SECLIS- DESID1AM- SPERNO-SED- PLACKT- VSCJVK- LAHOS. Ohne Zeichen. II. 13 Z. 5 L.Br. 17 Z. 6 L.
Diese allegorische Darstellung ist nach einer Zeichnung des Sicio-lante da Sermoneta gestochen. Sie befand sich im vorigen Jahrhundertim Cabinct Crozat, und wurde für dasselbe von Jean Haussart unterdem Titel: La Vertu , nachgebildet. P. J. Mariette erkannte darunterden im Schoosse der Wollust ruhenden Herkules, wie er von derTugend zum thatenreichen Leben aufgefordert wird. In der k. Ere-mitage zu St. Petersburg befindet sich ein Gemälde mit dieser Compo-sition, welches aber im Grunde das sturmbewegte Meer vorstellt. DasExemplar in Wien stammt aus der Sammlung des Grafen Eries, inwelcher aber der Stich dem „Cor. Met." zugeschrieben wurde, welchenwir mit Cornelius Matsys nicht für Eine Person halten möchten. InMeusel's Archiv I. 4. S. 122 wird ein Gemälde mit Sermoncta's Namenerwähnt, welches im vorigen Jahrhundert A. Pechwell besass. DiesesGemälde soll ein Cornelius Mette gestochen haben, worunter wahr-scheinlich der erwähnte Meister zu verstehen ist. In Meusel's Archivist wohl die Quelle dieser Angabe zu suchen.
17) Eine Bäuerin mit dem Kruge auf dem Rücken, und einemEi in den Armen nach rechts schreitend. II. 2 Z. Br. 1 Z. 3 L.
Dieses schöne und sehr seltene Blättchen ist ohne Zeichen, manschreibt es aber unbedingt dem C. Matsys zu.
18) Das Weib, welches die Hose anziehen will. Es schlägt nachdem links auf dem Boden sitzenden Manne in Weiberkleidung. Linksoben im Fenster ist das Zeichen, und im Rande steht: Svs Syse GeI'laerlit, Als» Dwie De llroeck üraecht. II. 2 Z. 1 V, L. Br. 1 Z. 8 L.
19) Eine Arabeske mit links und rechts sich scheidenförmig enden-den Figuren. In der Mitte ist ein weiblicher Satyr, welcher ein Tuchausbreitet, unten sieht man ein Eratzengesicht, und tiefer steht dasMonogramm mit der Jahrzahl 1560 auf einem Täfelehen. II. 3 Z.11 L. Br. 2 Z. 5 L.
Dieses Blatt ist sehr selten, und weist eine längere Thätigkeitdes Künstlers nach, als man bisher angenommen hat. Die Zahl 6scheint nicht durch (Korrektur später entstanden zu seyn.
20) Arabeske mit einem Idol in der Mitte, welches von zwei rechtsund links kapernden weiblichen Figuren angebetet wird. Zwischenzwei phantastischen Männerfiguren, auf deren Schultern das Idol ruht,bemerkt man das Monogramm. H. 2 Z. 4 L. Br. 8 Z. 4 L.
21) Arabeske mit einem sitzenden Satyr, welcher in jeder Handeinen Zweig hält. Unten ist der Kopf eines Satyrs, und in der Mitteunter diesem das Zeichen. H. 2 Z. 2 L. Breite unten 1 Z. 6 L.,oben 1 Z. 9 L.
22) Arabeske mit einer weiblichen Figur in halbem Leibe. Inder Mitte oben steht die Jahrzahl IHM), und links das Zeichen.H. u. Br. 2 Z. 1 L.
23) Arabeske mit einer weiblichen Figur, welche oben gegen dieMitte ihre Hände auf die Köpfe zweier nackten Kinder legt. SeltenesBlatt, 12.