CM. Nr. 393. 147
Nach der Versicherung des genannten Schriftstellers werden die frag-lichen Zeichen dem Ch. Maurer mit Unrecht zugeschrieben, was wiraber hinsichtlich der oben beigefügten, nach Originalen entnommenenMonogrammen nicht zugeben können. Einige der mit den Initialen CMbezeichneten Holzschnitte, auf welche wir zurückkommen, mögen aller-dings nicht von Ch. Maurer selbst geschnitten seyn, sondern demConrad Mareschall angehören; es bleibt aber immerhin fürCh. Maurer die grössere Wahrscheinlichkeit. lieber letzteren handeltBartsch IX. p 383, und bringt ihn mit Tobias Stimmer in Verbindung,indem ein Theil der von ihm gegebenen Monogrammen beiden Künst-lern gemeinschaftlich angehört, da nämlich Maurer zu Strassburgmehrere Jahre mit Stimmer gemeinschaftlich arbeitete. Von obigenZeichen gibt Bartsch auf der Table des monogrammes No. 222 nurdas erste der zweiten Reihe mit dem Beisatze urcr, d. h. allemanischMurer statt Maurer, und dann das zweite, sich anschliessende Zeichen.Bartsch beschreibt drei radirtc Blätter mit Murer's Namen, welchewir des Zusammenhanges wegen nur kurz andeuten. Ueberdiess legtBartsch dem Ch. Maurer 16 Holzschnitte der Zeichnung nach bei,weil er ihn als Formschneider nicht erkennt. Aus seinem Verzeich-nisse geht aber nicht klar hervor, welche der oben faesimilirten Mono-gramme auf den Holzschnitten vorkommen, da, wie gesagt, Bartschdas aus CT SM bestehende, dem Ch. Murer und T. Stimmer gemein-schaftliche Zeichen, nicht ausscheidet.
Radi rangen.
1) Die Ermordung des Kaisers Albert I., welcher zu Pferd vonRudolph von Wart, Ulrich von Bahn und Walther von Eschenbachangefallen wurde. Diess ist die Hauptscene des ganzen Blattes, essind aber noch andere Scencn aus der Geschichte der schweizerischenConföderation beigefügt. Auf einer Tafel im Vorgrunde steht: CHRI-STOF. MVREIl luven. Tigurin JSOO. Die verschiedenen Gruppensind nummerirt, so dass eine Beschreibung vorhanden seyn muss.H. 10 Z. 9 L. Br. IG Z.
Bartsch No. 1 kennt nur dieses einzige geschichtliehe Blatt, esgehört aber zu einer Folge von Darstellungen aus der Geschichte desschweizerischen Befreiungskrieges. Zwei Blätter enthalten Scencn ausWilhelm Tell's Leben, und andere Vorstellungen. Das eine derselbenist 10 Z. 7 L. hoch, und 16 Z. 3 L. breit. Dazu gehört ein grossesBlatt mit zwei Reiben von Wappen der Cantone in Säuleneinfassungvon Kindern gehalten. Ein kleineres. Blatt reiht sich als Fortsetzungder Wappen an. H. 5 Z. Br. 4 Z. 11 L. Die grössere Platte ist10 Z. hoch und 16 Z. 10 L. breit. Sie muss in der Mitte zerschnitten,oder bei der Betrachtung umgewendet werden, indem die untere Reiheder Wappen in der der oberen entgegengesetzten Richtung radirt ist.L. Bechstein gibt im deutschen Museum für Geschichte I. 1842 unter IV.eine Beschreibung dieses seltenen Werkes. Wir haben aber 1839 imKünstler - Lexicnn VIII. S. 473 auf diese Blätter bereits aufmerksamgemacht, was Hrn. Bechstein übrigens nicht entgangen ist. Er hättesich aber die Rüge ersparen können, wenn wir bemerken, dass daskleinere Blatt zwei Schweizersoldaten mit den Wappen von St. Gallenund Zürich enthalte. Im zerschnittenen Zustande der grossen Platteergänzt sich dadurch die Darstellung.
2) Judith mit dem Haupte des Ilolofernes, und ihre Magd, welcherechts steht, um dasselbe in den Sack aufzunehmen. Unten links be-merkt man das Monogramm. II. 4 Z. 8 L. Br. 2 Z. 7 L.
Dieses Blatt fehlt bei Bartsch und im Künstlcr-Lexicon.
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