Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
146
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146 C M. Nr. 392 — 393.

Künstler Blätter von Albrecht Dürer für den Prestel'sclien Verlagcopirt hat. Heller schreibt diese Copien dem Prestel selbst zu, sodass dieser Künstler das Zeichen fingirt hätte, was wir verneinenmüssen. Das gegebene, auf einigen Copien vorkommende Monogrammist jenes des N. C. Matthes. Kr wechselte aber mit der Bezeichnung.Auf einigen Blattern steht nämlich ein aus MF, auf anderen ein ausNMCF bestehendes Monogramm. Bartsch P. gr. IX. p. 490 schreibtdie Blätter mit obigem Zeichen einem unbekannten Meister des 16. Jahr-hunderts zu. Ks handelt sich um gegenseitige Copien nach A. Dürer,B. No. 46 — 50.

1) St. Philippus mit dem Kreuzstocke, stehend in Profil nachlinks. Rechts unten das Täfelchen mit Dürer's Monogramm, links dasZeichen des Copisten. H. 4 Z. 4 L. Br. 2 Z. 8 L.

2) St. Bartholomäus, stehend mit dem Messer. Am Fusse einesBaumes im Grunde rechts das Zeichen Dürer's, links unten jenes desCopisten. II. 4 Z. 4 L. Br. 2 Z. 8 L.

3) St. Thomas mit der Lanze, stehend in ''/, Ansicht nach links.Unten gegen rechts an einer Mauer das Zeichen Dürer's, und linksnach unten jenes von Matthes, H. 4 Z. 4 L. Br. 2 Z. 8 L.

4) St. Simon mit der Säge, stehend nach links. Unten links dasMonogramm Dürer's, rechts das obige Zeichen. II. 4 Z. 4 L. Breite2 Z. 8 L.

5) St. Paulus mit dem Schwerte zu seinen Füssen, stehend etwasnach links gerichtet. Links an der Mauer das Zeichen Dürer's, rechtsoben das gegebene Monogramm. II. 4 Z. 4 L. Br. 2 Z. 8 L.

Diese fünf Blätter kommen auch ohne Monogramm des Copisten vor.

392. Cornelis Meyssens, Kupferstecher, geb. zu Antwerpen 1646,(~* ist durch Bildnisse bekannt, von welchen aber nur die wenigsten

yv-I mit dem Monogramme bezeichnet sind. Letzteres ähnelt jenemdes Claude Mcllan, Meyssens arbeitete aber in einer andern Manier.Zu seinen Hauptwerken gehören die Effigies Impcratorum Domus auslria-cae, delineatae per Joannem Meyssens, et aeri insculptae per filium suumCornclium Meyssens, 14 Blätter in 4. Auch noch andere Kolgen vonBildnissen kommen vor, wie jene der Grafen von Holland und Flandern,der Herzoge von Brabant &c.

393. Christoph Murer oder Maurer, Maler und Radirer, geb zu

Zürich 1558, gestorben 1614. Anfangs Schüler(ÄA Q\\ (S\ seines Bruders Josias, und dann jener desfY V/-*^ v -7-< y »• Tobias Stimmer in Strassburg, erwarb er sichi'VlCrV^. £4f |^v\. ftl< Zeichner und Maler ausgebreiteten Ruf.' ^_J™Z Kr malte Bildnisse in Oel, verzierte FacadenCA\ tfAA GL*" von HtaBern mit historischen und mythologi-vv^x^^i, -J^-V^ sehen Vorstellungen, und fand besonderen Bei-fall mit seinen Cabinetsstücken auf Glas. DieWerke der letzteren Art sind aber grösstenteils zu Grunde gegangen,und somit ist er jetzt fast nur mehr durch Zeichnungen, Radirungenund Holzschnitte bekannt. Bartsch P. gr. IX. p. 417 ff. gibt nur daserste Zeichen der dritten Reihe, oder vielmehr ein diesem ähnlichesMonogramm. Dann fügt er auf seiner Table des monogrammes No. 57auch ein Zeichen bei, welches wir nicht vorgefunden haben, und wahr-scheinlich einem andern Meister angehört. Bartsch deutet indessenweder das eine noch das andere auf Ch. Maurer, sondern spricht nursummarisch von einem unbekannten Formschneider CM, welcher nachChristoph Maurer, Tobias Stimmer und Jost Amman gearbeitet hat.