126 CL. Nr. 340 — 343.
340. Christoph Lauch, Kammcrmaler der Kaiserin Eleonore in(-< t Wien, hinterliess Bildnisse und sogenannte Stilllebcn, deren
• mit C L. bezeichnet seyn sollen. Math. Kilscll stach nach ihmdie Bildnisse, der Kaiserin Eloouora und der Kaiserin Maria, beide inOval mit lieiwerken, keines dieser Blätter ist aber mit C h. bezeichnet,fol. In Ähnlicher Einfassung ist auch das von M. Küscll gestochenePortrait des Grafen Carl von Waldstein, fol. Lauch könnte auchZeichnungen mit C L versehen haben, jene aber, welche er für dasvon Jakob Maoni unternommene Brüsseler Gallericwerk gefertiget hat,sind ohne Initialen. Es erschienen 30 Blätter in schwarzer Maniermit dem Bildnisse des Kaisers Carl VI. Lauch war Inspektor der er-wähnten Gallcrie, und starb um 1730.
341. Unbekannter Kupferstecher, von welchem Borner fünf radirte
e^ Blätter kennt, welche die fünf Sinne vorstellen, mit der/ Adresse: ./o/t. Philipp Gerhard Excudit. II. 7 Z. 1—2 L."*-' Br. 5 Z. bis 5 Z. 3 L.
Die Sinne sind oben durch Canzleyschrift angegeben: Das Gesicht,das Gehör, der Geruch, der Geschmack. Das fünfte Blatt, das Gefühl,hat keine Ueberschrift, der Gegenstand aber bezeichnet es zur Genüge.Ein Mann greift dem Mädchen in den Busen. Auf diesem Blatte,welches frei und derb, besser als die anderen radirt ist, steht linksunten das Zeichen.
342. Unbekannter Zeichner oder Kupferstecher, welcher in der
ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts thätig war. Die Ini-
kr< ■f. tialen seines Namens findet man auf radirten Ansichten' von Städten in D. Meissner's Sciagraphia Cosmica. Nürn-
berg, Paul Fürst, 1638 ff., 4. Von ihm sind die Ansichten von Mann-heim, Mailand, Waldcapcl, Aurelia, Culenburg, Carlile, Brightstowc,Corcko &c. Von allen Zeichnern oder Stechern dieses blätterreichenWerkes hat sich nur Sebastian Furk namhaft gemacht, alle anderenKünstler zeichneten mit den Initialen, und sie sind uns grössten-theils unbekannt.
343. Claude Gellee, genannt Claude lc Lorrain, geb. zu_ I Chamagne bei Charmes 1600, gestorben zu Rom nach
r.. ';..,.' Einigen 1678, nach Anderen 1682. Weltbekannt durchCLr CL' CL seine grossartigen, aber heiteren und reizvollen Land-schaften, umgehen wir jede anderweitige Notiz, und wenden uns zuden Radirungen des Meisters, um welche es sich hier handelt. Siebilden Glanzpunkte in den grössten Sammlungen, die schönen undalten Abdrücke sind aber selten geworden, und können nur zu hohenPreisen erworben werden. Doch nur aus solchen Exemplaren leuchtetdas wunderbare Talent des Meisters, die späteren, theils retouchirtenAbdrücke geben oft nur einen geringen Abglanz der ursprünglichengeistreichen, höchst malerischen Arbeit. Diese lilättcr beweisen auch,dass Claude Lorrain nicht so unbchülllich im Figurenzeichnen war,als seine Biographen glauben machen. Es mag aber immerhin seyn,dass die schönste Staffage in den Gemälden von Filippo Lauri, JacquesCourtois, Andreas Both, Hermann Swancvclt und Jan Micle herrühre.J. Callot dürfte aber ausgeschlossen bleiben, da er 1635 starb, undClaude in den Radirungen von 1630 schon geistreiche Figuren gibt.
Abb6 de Marolles beschreibt in seinem Cataloge von 1666 eineAnzahl von 46 Blättern dieses Meisters. M. d'Argensville und F. Hasanwollen aber nur 26 Radirungen anerkennen. M. Duchesne ain6 schätzt