Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
Seite
125
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CL. Nr. 339. 125

die Zeichen mit den über einander stehenden Initialen hier eingereihtwerden, da wir in solchen Fällen mit dem unteren Buchstaben be-ginnen. Die grosse Schlange mit den verkehrten Initialen kommt nurauf einem einzigen Kupferstiche vor. Was im Allgemeinen von demZeichen der geflügelten Schlange zu halten sei, und dass nur die auf-recht stehenden Fledcrmausfiügel für den älteren L. Cranach ent-scheiden, während die liegenden Werke des jüngeren Künstlers diesesNamens und der Schule vermuthen lassen, ist in dem erwähnten Ar-tikel nachzulesen.

1) Der Churfürst Friedrich III. von Sachsen in Verehrung deshl. Bartolomäus. Letzterer befindet sich in der Mitte oben von Engelnumgeben, und ein solcher links hinter ihm trägt die abgezogene Haut.Rechts vorn steht der Churfürst in halber Figur mit einem halb auf-geschlagenen Buche in beiden Händen, und gegenüber ein Genius,welcher einen Helm mit Krone und Elephantenrüsseln auf dem Kopfe,und unter dem Arme das Wappenschild mit den Churschwertern trägt.Zwischen diesen beiden Figuren befindet sich die grosse Schlange mitden verkehrten Buchstaben L C wie auf einem Tuche. H. 6 Z. 10 L.Br. 5 Z. 9 L.

Dieses sehr seltene Blatt ist kräftig und gut gestochen. BartschVII. p. 277 No. 3 nennt den Fürsten Ernst von Sachsen, er trägtaber die Züge des Churfürsten Friedrich III., wie Schuchardt, LukasCranach sen. IL S. 187 No. 4 behauptet. Ernst von Sachsen warschon 1486 gestorben, und daher nennen ihn Bartsch und Hellerohne Grund.

2) Die Gefangennchmung Christi. Er ist von Kriegsknechten um-geben, welche ihn fassen und fesseln wollen. Rechts hält Petrus dasSchwert, unwillig über die Milde des Herrn, welcher dem Malchus dasOhr anheilt. Rechts oben in der Ecke sind die beiden sächsischenWappenschilde, und vor Petrus liegt das Täfelchcn mit der Schlangeund der Jahrzahl 1500. 11. 9 Z. 2 L. Br. 6 Z. 4 L.

Dieses Blatt gehört zu folgendem Werke: Passio Ü. N. Jesu Christivelustissimis imaginibus eleganter expressa ab illustrissimi Saxoniae Ductipictore Luca Cranagio Anno 1501). Diese Passion besteht aus 14 Blät-tern. Sie haben alle, bis auf Christus am Kreuze, die sächsischenWappenschilde, vier zugleich auch das Zeichen der Schlange, unddrei andere Blätter ausser dieser auch noch die Buchstaben C Lüber einander mit 1500. Das eine stellt die Gefangennchmung desHerrn vor.

3) Venus mit Amor auf Wolken stehend, während aber das Endeihres Schleiers den Boden berührt. Im landschaftlichen Grunde be-merkt man eine Burg auf dem Felsen, und rechts hängt das lange,oben gegebene Schild an den Aesten eines hohen Baumes. B. No. 112S. No. 117, H. No. 255. H. 10 Z. 3 L. Br. 7 Z. 4 L.

Von diesem vortrefflichen Blatte gibt es Abdrücke in Helldunkel,in welchen nach Schuchardt dcrContour der linken Schulter der Venusgeändert ist, so dass sie schmäler wurde. Abdrücke von einer Plattehaben oben die Schrift: In imaginem Veneria, andere unten: Ad ima-ginem Veneris. Die ersten Abdrücke mit der Ucberschrift haben fernerim Rande zwei Columnen mit je fünf und vier lateinischen Distichen:Llbera cui placeat Veneris sine munere vita etc. etc. Gleichzeitige Ab-drücke sind überschrieben: Venus vnd ir Son Cupido. Im Rande sindzwei Columnen mit je sechs Versen: Wleuiol viel sind der grossenHerrn etc. etc.