Druckschrift 
2 (1860) CF - GI
Entstehung
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Vorrede. • V

weis wird mir im seltensten Falle den Anschein einer gefürchtetenWiederholung haben, wenn man dazu auch noch bedenkt, dass frühernicht selten irgend ein Monogramm einem Künstler Zugeschriebenwurde, welcher gar keinen, oder doch nur einen sehr zweifelhaftenAnspruch darauf hat. Die Initialen bedürfen in der Kegel eben sowohlder Erklärung, als das Monogramm, und es wäre daher mit einer ein-fachen Verweisung auf einen bereits vorhandenen Artikel nicht Ge-nüge geleistet. Von Ersparung des Raumes kann nurh keine Hedeseyn, da hier und dort eine Erläuterung nothwendig ist. Bei der ein-fachen Verweisung von dem einen auf den anderen Artikel würdehäufig ein leerer Raum bleiben, nämlich jener, welchen die Höhedes eingesetzten Stöckchens bedingt. Wir füllten ihn zur genauen undbequemes Orientirung des Lesers aus, da er einmal vorhanden ist,und ohne Text weiss erscheinen müsste. Es handelt sich also umkeine absichtliche Wiederholung derselben Thatsachen bei verschie-denen Monogrammen, und wenn früher ein paar Zeilen hätten erspartwerden können, so ist bald ein gewissenhafter Haushalt eingetreten,da nichts weniger als eine unnöthigo Voluminosität beabsichtiget wird.Die Masse des Materials ist ohnehin so gross, dass ich eher zu be-schneiden, als auszudehnen suche. Wenn der verehrliche Berichtgeberes auch bedauert, dass die reinen Abkürzungen mit modernen Typengedruckt seien, weil der Schrif'tcharakter ein interessantes M e rkmalfür Originalität oder Nachahmung eines Stiches darbietet, so kann ichletzteres thcils selbst bestätigen, es wäre aber weder mir, noch einemAnderen möglich gewesen, durchbin Eacsimiles der Handschriften zuerhalten. Die Stöcke zu deu Abbreviaturen auf Kupferstichen undHolzschnitten, und zu den Inschriften auf Gemälden hätten aber dieFurcht vor einer übermässigen Ausdehnung noch mehr erregt, alsman glauben möchte, indem ein einziges Kacsimile oft mehr liuchsholzverlangt) als zehn Monogramme. Uebrigens wären solche Nachbildungenim möglichen Falle von Interesse, und es kommen desswegen solchevor, wenn auch nicht in der Zahl, wie man sie wünschen könnte.Dass aber die moderne Cicero-Cursi v der Officin, in welcher die altmodischenTypen des Dictionnoin des l&onogranuntt pur /•'. Jlrulliot nicht mehrvorhanden sind, gerade das Aufsuchen erschweren, möchte ich nichtglauben. Ein Monogrammenwerk ist überhaupt kein Wörterbuch, unddie Mühe des Aufsuchcns ist daher nicht so leicht, als in einem solchen.Auch das Facsimilc der Schrift hebt nicht jeden Zweifel bezüglich derOriginalität und der Nachahmung. Es gibt häufig, wenn nicht immer nochandere Merkmale zur Unterscheidung des Originals von der Copie.Solche Merkmale sind angegeben, wenn es nothwendig war, und Ober-diess ist die betreffende Literatur jetzt so ausreichend, dass man hin-sichtlich der Originalität und Priorität meistens ins Klare kommt.Wie aber dieses im Allgemeinen noch nicht möglich zu seyn scheint,