IV Vorrede.
aber desswogen damit sparsam geworden, da mir im Archiv für diezeichnenden Künste VI. S. 270 der wohlmeinende Rath erthcilt wurde,den grossen Meistern gegenüber das Prädikat tüchtig, bedeutend,schön, sehr schön u. s. w. im Monogrammen-Lcxicon wegzulassen.Somit überlasse ich das Urtheil über die modernen Kunsterzeugnissegrösstenteils dem Kunstfreunde, und dem, der sich darum bekümmert.Unser durch die geistreiche Auffassung eines Kuglcr, Schnaase undanderer Gcschichtschreiber der Kunst fein herangebildetes Publikum findetsich jetzt wohl selbst zurecht, und der wahre Kunstfreund und Kennerhat ohne Autopsie auf eine zufällige Beurthcilung von jeher ohnehinwenig geachtet. Ich habe mich daher zur Ersparung des Raumes seitlängerer Zeit der kritischen Würdigung oft enthalten, und überlasse eseinem jeden Dritten zu bestimmen, ob z. B. irgend ein Künstler dermodernen naturalistischen Richtung sein Gemälde mit dem Pinsel odermit der Kelle aufbaut.
Das System für die Anordnung der Monogramme wird als einglückliches und anschauliches bezeichnet, zur Erreichung diesesZweckes sah ich mich aber zuweilen in die Notwendigkeit versetzt,dem einen und demselben Künstler zwei, drei und sogar noch mehrArtikel zu widmen. Diess liegt aber in der Natur der Sache, da nichtjeder Meister sein Monogramm stcraotyp wiederholt, sondern vieleKünstler wechseln, nicht selten von der einfachen Form zu einer com-plicirtcn übergehen, und somit der alphabetischen Progression Rechnunggetragen werden muss. Ich kann nach meinem Systeme das aus rö-mischen oder gothischen Buchstaben bestehende Zeichen des einen unddesselben Künstlers nur in den seltensten Fällen mit jenem aus mo-dernen Cursivcn verbinden, ich muss den einfachen Initial frühersetzen, als die Anfangsbuchstaben des Vor- und Zunamens, und wennauch noch F (fecil) , /' (pinxit), S (sculpsit) u. s. w. hinzukommt, soentfernt sich der einfache Buchstabe, und auch das einfache Mono-gramm immer mehr, und der eine und derselbe Künstler kann dahervier bis fünf Artikel erhalten. Der Berichtgeher des erwähnten Archivsmeint, es könne diess zur Vermeidung der häufigen Wiederholungenmit einem Einzigen , und mit einfacher Verweisung auf die Nummerdesselben an den späteren Stellen abgethan werden. Der betreffendeMeister hat ja immer nur Einen llauptartikol, gewöhnlich unter demersten Monogramme, und auf diesen wird später verwiesen. Es ist aberzu bedenken, dass z. IS. Blätter mit dem Initial G nicht unter denBuchstaben G F oder einem aus diesen gebildeten Monogramme aufge-sucht werden. Ich muss mich wohl immer in die Lage jenes Kunst-freundes denken , welcher des Zeichens unkundig sich Rath erholenwill. Er mag unter G, oder wenn nothwendig, unter üF u. s. w.suchen, es wird ihm dabei der Ilückwcis nicht fehlen, und dadurchverbinden sich zwei Artikel leicht zu einem einzigen. Dieser Rück-