Druckschrift 
4 (1871) IMM - SH
Entstehung
Seite
875
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P P. Nr. 2938. , 878

darin bestand, in weissen Stein zu schneiden, womit er den Gold-schmieden die Modelle zu ihrer Arbeit lieferte. Diese kleinen Modellesind wohl ziemlich verschwunden. In der k. Kunstkammer zu Berlinls t ein kleines Hochrelief in röthlichem Marmor, welches die Cleopatram it der Schlange nackt vorstellt. Dieses Bildwerk ist wirklich ausge-zeichnet, mit P. F. 1532 versehen. Flötner starb den 23. Okt. 1546.

Bartsch IX. p. 162 beschreibt drei Holzschnitte mit P. F., kenntftuer den Namen des Meisters nicht. Passavant III. p. 2!i3 vermehrtdas Verzeichniss der Blätter, es ist aber noch nicht vollkommen be-reinigt. Er beschreibt nur etliche Blätter mit Ornamenten, Flötnerhinterlicss aber eine viel grössere Anzahl, und leistete hierin Aus-gezeichnetes. Passavant hält sich nur an Brulliot II. Nr. 2903, welcherv «n 40 Blättern spricht. Die Folge besteht aus 78 Holzschnitten mitMustern für Goldschmiede, Kunstschreiner, Büchsenschäftcr, Damas-c 'rer u. s. w. Diese Blätter sind ebenso gut gezeichnet, als äusserst28l "t geschnitten. Die Folge scheint zu Lebzeiten des Künstlers nichterschienen zu seyn, und wenn je ein Theil ausgegeben wurde, so geschahdiess 1!>40, im Todesjahr des P. Flötner. Das erste Blatt enthält einereiche Arabeske mit phantastischen Figuren, zwei Füchsen, zwei Schiffen,einer Urne und mit Laubwerk, Alles auf schwarzem Grunde. Unten"t das obige Täfelchen mit der .lahrzahl 1546. II. 6 Z. 8 L. Br. 4 Z.j 1 L. Die Platten kamen nach Flötner's Tod nach Zürich. Auf demletzten Blatte steht: Gedruckt zu Zürigch by Rudolff WyssenbachF°rmschnyder 1549. Nur in dieser Ausgabe scheint das erwähnteBlatt obenan zni stehen. Später scheint der Buchdrucker Andreas«essner einen Theil der Platten erworben zu haben. Mehrere dieserOrnamente sind in dem hei ihm 1888 erschienenen Werke: Impera-'orum Romanorum omnium Imagines —, eingedruckt. Auf der Rück-seite des erwähnten Blattes ist das Druckerzeichen des A. Gessner[beigefügt. Derselbe Holzschnitt kommt auch auf der Rückseite des\itels folgenden Werkes vor: Wunderbarliche köstliche Gemalt auchei 3entliche Conlrafacluren mancherley schönen gebeuwen —. Ge-l Tjtckt zu Zürych by Jacobo vnd Thobia Gessner jm M. D. LXI jar.dieser Darstellung wegen schreibt, der Blücher'schc Catalog Nr. 1398,!? n d nach diesem Brulliot das Werk irrig dem P. Flötner zu. Die* °rmschneidcr sind die Monogrmmnisten R W und / W, nämlich diebeiden Wyssenbach. Flötner's Stock war noch zu Ende des 16. Jahr-hunderts vorhanden. Abdrücke findet man auf der Rückseite des Titel-ubittes des Werkes von H. Blum: Architectura antiqua, das ist^arhalfie vnnd eigentliche Contrafacturen etlich alter schönen( >ebeuwen —. Zürich bey Johans Wolffen 1596, fol.

P- Flötner hinterliess auch Blätter mit architektonischen Abbild-ungen und anderen Vorbildern in grösserem Formate, als die erwähntenHolzschnitte. Wir nennen :

Kino reich verzierte Thüreinfassung, mit P. F., gr. fol.„ Fine Bettlade mit prächtiger Verzierung, P. F. gezeichnet. H. 11 Z.ö L - Br. 10 Z. 10 L.

» T Muster zu einem Kruge mit langem Halse auf drei Füssen. Am'also geht ein Band durch zwei Ringe, welche zu Henkeln dienen,""t den verkehrton Buchstaben P. F., gr. fol.

t> R- Weigel, K.-K. Nr. 17,900», schreibt dem P. Flötner auch die

o'zschnitte folgenden Werkes zu: Ursprung und Herkummen der

v>olff ersten alten König und Fürsten deutscher Nation —■ Mit

p ers en ton Burkart Waldis. Nürnberg, Hans Guldenmundt der

ältere 1543, fol.