Druckschrift 
4 (1871) IMM - SH
Entstehung
Seite
550
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SSO M E D - M E G. Nr. 1766-1768.

Die zweite Inschrift findet man auf einem Holzschnitt, welchereinen Mann vorstellt, wie er vier oder fünf links auf dem Felsenschlafende Männer gefesselt hält. Rechts wundert sich ein andererüber den Vorfall. 11. 8 Z. 4 L. Br. 4 Z. 2 L. Dieses Blatt gehörtzu einer Folge von Holzschnitten mit Darstellungen aus der Alchymic,und besonders auf die Erfindung des Schlesspulvers. Auch Vasarispricht davon, geht aber nicht näher auf die Folge ein. Heiheckegibt zehn Blätter an , und eben so viele sind in der Sammlung desMarchese Malaspina dl Sannazaro. In der Sammlung des Grafen Stern-berg-Manderscheid waren deren fünf. Der Buchstabe S nach demWorte Inventor kann Siena und Sculpsit bedeuten. Allein den Malernwill man bekanntlich nicht gern Original-Holzschnitte zugestehen.

Dann findet man auch eine Radirung mit dem Namen Micarino.Das Blatt stellt zwei akademische Figuren vor, die eine stehend, dieandere halb auf der Erde liegend. Man wollte darunter Deucalionverstehen, es ist aber wahrscheinlich Cain vorgestellt, wie er den Abeltödtet. Vasari schreibt dieses Blatt dem Micarino zu, und auch Heineckelegt ihm die geistreiche Radirung mit dem Tode de« Abel bei. Brulliotwill eine neuere Hand erkennen, welche das Gemälde im Palast Agost.inizu Siena gestochen hat. Unten steht: micarino Fee. II. 9 Z. 11 L.Br. 6 Z. 3 L.

Ueber andere Kupferstiche, welche gewöhnlich aber irrig demBeccafumi zugeschrieben werden, s. III. No. 92!i.

1766. Mary E. Dear, Zeichnerin in London, ist uns durch einenaA ° n Holzschnitt von E. Dalziel im Art Journal, October IHÜ4,

/**{_ IJ bekannt. Das Autumn bezeichnete Blatt enthält figürlicheVorstellungen, die sieh auf den Herbst beziehen, und von einem Ge-winde umgeben sind. Die Dame bat die Formen aus der Pflanzenweltbesser gezeichnet, als die Figuren. Sie fügte die gegebenen Buch-staben bei.

1767. Unbekannter Zeichner, welcher in der zweiten Hälfte des

17. Jahrhunderts gelebt hat. In Caspar Schott's l'lu/siriiAIyD • Dtlin,. criOM. Herbipoli I (!!!!>, 4., sind Blätter nach seinenZeichnungen gestochen, doch nur auf einem kommt das Zeichen vor.Dieses Blatt gibt den Prospekt von Neustadt mit der grossen Linde.

1768. P. Megan nennt man einen Landschaftsmaler und Radircr/Vi P C vläinischcn Ursprungs, welcher 1660 nach Wien berufen

1 HjLi. wurde, und daher werden drei Gemälde in der Galleriedes Belvedere daselbst in jene Zeit gesetzt Allein Gh. v. Mcchel sagtrichtiger, dass der angebliche P. Megan gegen Endo des 17. Jahr-hunderts in Wien gelebt habe. Auf Radirungcn kommt die JahrzaH17ü'.{ vor, doch wohl nicht mehr 1730, wie Brulliot bemerkt. Dochträgt es sich aber immer noch, ob der Künstler Megan heisse, und obnicht in Folge der Vorsetzung der Buchstaben ein ganz anderer Künst-ler eintreten muss, nämlich Georg Eisemann oder Eisenmann, welchereinige Zeit in München, und dann in Nürnberg lebte. Die radirtWBlätter mit MEG haben die grössto Aehnlichkeit mit jenen des GeorgEisenmann. Es kommen darauf die Buchstaben (SEM vor, wie H.No. 2899 zu ersehen ist. Man könnte also eine willkürliche Ver-setzung der Buchstaben annehmen. Megan ist Dicht bekannt. Manweiss nicht, ob er J., P. oder R. Megan geheissen habe. Die Buch-staben MEG findet man auf Radirungen und Gemälden, und ersteregehören zu den Seltenheiten.