Druckschrift 
4 (1871) IMM - SH
Entstehung
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90
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90 IP. Nr. 252.

Haupte der Familie, dem alten Jehan Penieaud. Von Vater, Sohn undEnkel ist keine Rede. Ein undatirtes Bild des Penieaud ,jun. ist inder Coli, Daugny, welches in 13 kleinen Abteilungen Christus unddie Apostel darstellt, in der Weise der Miniaturen, welche die unterdem Titel ,,Heares { - bekannten Gebetbücher zieren. Nur der Ton istlebhafter, und im Ganzen das Blau vorherrschend. Charakteristischfür ihn ist die grünliche matte Bronzefarbe, mit welcher er Gegenständevon Metall malte. Penieaud scheint Miniatur- und Glasmaler gewesenzu seyn , was sich in der Technik und dein Style seiner Emailen aus-drückt. Als Miniaturist ist er anfangs sorgsam in der Ausführung,fast bis zur Trockenheit Später scheint er mit italienischen Meisternin Berührung gekommen «u seyn, oder mit Leonard Limosin, welcherdem Einflugg der Schule von Kontainebleau lieh hingegeben hatte. Jeden-falls wählte er italienische Vorbilder. In der Colleclion Sovel ist vonihm eine Darstellung der VÜWgO "" lierccnn nach Marc Antou'sStich. Er fügte aber das Bildoiss einer Nonne bei. Mr. L. de Laborde1. c. p. 151 zahlt noch mehrere andere undatirtc Werke auf, undspricht sich über die Art und Weise aus, in welcher der Künstler inseinen beiden Perioden malte. Als Stempel auf der Rückseite der Emaillendient ein altert hümlich geformtes PL, welches wir an betreffenderStelle gehen. Da ist auch über J. Penieaud III. gehandelt, da dieserder Initialen / /'. sich nicht bedient zu haben scheint.

252. Jean Poncet, Emailmaler, war in der zweiten Hälfte desT P / £> "'' Jahrhundert« in Frankreich thätig, wahrscheinlich inL. 1 .,' Jr Limoges, wo in jenem Jahrhundert die Kunst desEmail-lirens auf hoher Stufe stand. Wir haben im Künstler-Lcxicon bemerkt,dass man von Poncet /. P. gezeichnete Stücke mit historischen, mytho-logischen und aiuleren Darstellungen, meistens grau in grau finde.Gemälde konnten wir nicht angeben, wir finden aber jetzt solche heiMr. Leon de Laborde (Nolice des EmauT. Paris 1002, p. 290) be-schrieben, aber ohne Deutung der Initialen /./'., unter welchen wirden Jean Poncet verniuthen, da sie sich auf (irisaillcn befinden. DidierPetit (Cataloyiie de la colleclion d'objets ä 1 art formte ä Lyon.Paris Klfy3, No. 114) schreibt zwar ein //' gezeichnetes Medaillonmit der Cleopatra dem Jean Penieaud jun , dem vorhergehenden Meisterzu, Mr. de Laborde widerspricht aber dieser Ansicht, und hält dasEmail für Arbeit eines unbekannten Meisters / P. Die Emaillen diesesKünstlers, welchen wir Jean Poncet nennen , sind in einem edlen undschönen Style behandelt, und beurkunden einen Zeichner von feinemGefühle. Der Grund ist schwarz, das Bild bat aber eine weisslicheUnterlage, so dass es den dunklen Grund nicht erreicht. Es ist grauin grau gemalt, ohne Angabe der naturgemassen Klcisehfarbe. DieContourcn treten auf der glasigen Fläche sehr bestimmt hervor, diegrauen Schraffirungen bewirken aber einen eigentümlichen kaltenTon. Uebrigens stehen diese seltenen Grisaillcn in einem hohenWerthc. Im Museum des Louvre ist. eine eniaillirfe Platte, welchein der bezeichneten Weise ein Reitergefecht nach Rafael vorstellt.Auf einer Standarte sind die schief gestellten Initialen eingezeichnet.Der Rand ist schwarz und mit Gold verziert. Zwei Friese mitTrophäen in derselben Sammlung, ehedem im Cahinet Revoil, sindohne Zeichen.

Graf L. de Laborde kennt nur die erwähnten Emaillen, Kugle*macht aber in seiner Beschreibung der k. Kunstknmmer in BerlinS. 147 auf fünf andere, kleine Platten mit IP aufmerksam, aber ohneden Namen des Malers erforscht zu haben. Zwei fast, quadrate Stückestellen den Simson dar, wie er dem Löwen den Rachen aufroisst, und