Druckschrift 
5 (1879) SJ - Z
Entstehung
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i, S II. Nr. 8-10.

8. Unbekannter Maler. Passavant fand das Monogramm auf einem

/" y~\ altdeutschen Gemälde mit der Darstellung des Jesuskindes

~f~j-\ im Tempel. Der Besitzer war ein Geistlicher In der Schweiz.

QLy 1-J Passavant möchte Sigmund Ilolhein , den Oheim Hans Hol-

____ bein's d. J., für den Verfertiger des Bildes halten. Doch ist bis jetzt

(~FJ I keine Arbeit dieses Meisters bekannt geworden und auch hinter die-2 sem Monogramme dürfte, ebenso wie hinter den von Malpi, Brul-Q Hol Oi A. mitgetbeiltcn Zeichen, ein anderer Künstler alsS. Ilolheinnri j zu suchen sein. Eine Zeit lang wollte mau in einem gegenwärtig aufÄ i der Burg zu Nürnberg befindlichen Madonnenbild eine Arbeit des-(rr 1 ' selben sehen. Auf dem Bilde befindet sich das zweite von uns ge-•S \ gehene Zeichen : ein Zettel, der aus einem Buche heraushängt, mit£2, dem verkehrt von rechts nach links geschriebenen Namen desi 1 * h > ) Künstlers. Das S vor dem Familiennamen deutete man auf Sig-mund. Doch ist neuerdings darauf hingewiesen worden, dassdieses S auch der letzte Buchstabe des sonst verdeckten Namens Hanssein könnte. Vergl. Jahrbücher f. Kunslw. IV. p. 2 und V. p. 198;ebenso A. Woltmann : Holbein u. s. Zeit. II. Aufl. p. 48.

9. Unbekannter Formschneider. Dieses Zeichen legt Christfi j -p-, arrr=n=^ S. 359 dem Simon Hüter bei, und Strutt,

On C T-—TT 1 Bryan, Malpe u. A. folgten seiner Ansicht,e^LCi/'O'il • t ohne einen sicheren Grund dafür zu haben.^,-j- -p rtjp In vollem Irrthum sind aber .Tone, welche den

OiX/ 1 ., aj IT. , -S-F. Buchhändler Sigmund Feyorabend darunter er-kennen wollen. Simon Hüter soll um 1880 in Köln geboren worden seyn,der Monogrammist S H F war aber schon vor 1504 thätig, und ein geübterTechniker, als Hüter noch in den Knnbcnjahren stand. Auch ist es sehrzweifelhaft, ob das F ,,fecit (t , oder vielmehr den Familiennamen bedeute.

Bartsch, P. gr. IX. pag. 419, bringt diesen Künstler mit einemunbekannten Meister S F in Verbindung, über welchen wir an gehörigerStelle gehandelt haben.

Obige Zeichen findet man auf mehreren Blättern in folgendemWerke: DI Finne Biblische Figuren dess Alten tnd Neunen Testa-ments, geordnet und gestellt durch, Johann Bocksperger den jüngeren,vnd nachgerissen durch — Joss Amman. Frankfurt, Sig. FegerabendM. D. LXIIII, Q.H. 4.; dann in der Ausgabe der Biblia, das ist dieganze heilige Schrift. D. M. Luther. Frankfurt am Megn 1500.Durch G. Ilaben, S. Feyerabend vnd W. Hünen Erben, fol.

Auch in der Dittcnborgcr'schcn Bibel, Köln 1571 ff., kommenBlätter mit obigem Zeichen vor.

Auf einer llolzschnittvigncttc zu Paracelsus Wund- und Arznei-buch, Cöln 1571, fol., kommt es ebenfalls vor.

Auch auf Holzschnitten im Compendium Calcchismi Calholici,Coloniae 1570, im Calhechismus ex decrelo Consilii Tridentiui,Coloniae 1572, finden wir das Zeichen.

10. Unbekannter Goldschmied, arbeitete in Nürnberg, und scheintj. ^r-j 1054 das Meistorrecht erlangt zu haben, bei welcher

rfo\i gtT\5 Gelegenheit als Probe der Fähigkeit im Graviren einePlatte vorgelegt werden musstc.

Börncr fand ein Blatt mit obigem Monogramme, welches von einerPlatte kommt, die vor wenigen Deeennien in der Goldschmiedslade zu Nürn-berg sich befand. Es stellt ein Laubornament vor, in dessen Mitte eineBlume und oben ein P'ingerring angebracht ist. Der Hauptzwcig geht ausdem Rachen eines Delphin ähnlichen Fisches hervor. H. 1 Z.7L. Br. 1 Z. 5L.

Dieses seltene Blatt ist mit sehr sicherer Hand gestochen. Es