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W. No. 1438 — 1441. 287
1438. Unbekannter Stein-Aotzer dos 1<>. Jahrhunderts, dessenMonogramm in Trautnunn's: Kunst und Kunstgewerbe nül-gotheilt wird. Dasselbe soll sieh auf aiiier Tischplatte mit demWappen Tirols befinden.
1439. Wenzel Jamitzor, auch Gamitzer oder Jamnitzer n-sehriehen, Goldschmied und Kupferstecher, geb. 1508 zu Wien,gost. am lö.December 1588 zu Nürnberg. Kr wurde in lotzt-
}flf genannter Stadt 1584 Meister, 1566 wurde er zu einem Go-nannten des grösseren Itaths gewählt und ging als solchersoit 1571 aus dorn Handwerk der Goldschmiede zu B&th, wes-halb er soit diesem Jahr amtlich den Titel „Herr" bekam..lamitzer gilt mit Recht als der griisstc deutscho Goldsehniied. Kr brachvollständig mit der Gotliik und schloss sich der italienischen Re-naissance an, Innerhalb wolchor or, unter allen seinen Kunslgenossen,am originellsten und anmuthigsten sich zu bewegen weiss. Die Marke,Welche er seinen Arbeiten einschlug, ist ein Löwonkopf on face. Siehehierüber R. Bergau's Aufsatz: Zur Kenntnis« der Nürnberger Gold-schmiede dos 16. Jahrhunderts in der Kunst-Chronik, Jahrg. XI. No.40.Uas k. Grüne Gewölbe in Dresden besitzt ein Schmuckkästchen,welches in seinem architektonischen Aufbau, in dem für den Meistercharakteristischen Triglyphonfrios, wie in der Formgebung der auf demKastondcckcl ruhenden weiblichen Figur, in dor Ausführung des zier-lichen Ornaments u. s. w. eine grosso Uoberoinstiinmung mit don vor-handenen beglaubigten Arbeiten .Taniitzor's zeigt. Auf diesem Kästchenlindet sich nebon dorn offiziellen Boschauzoiehon N die Marko dosMeisters eingoschhigon, bestehend aus oinom Sohildohcn mit dein aller-dings sehr undeutlichen Löwenkopf und dem Buchstaben \V darüber»
1440. Unbekannte Marke, welche sich auf einer Nautiluskanneaus dem IG. Jahrhundert in der k. k. Schatzkammer zu Wien
4ff± vorlindet. Die Schnecke zeigt eingeschnittene phantastische
W^M Thiergestalten. Die Fassung ist, aus vergoldetem Silber, theil-
weiso bemalt. Don Stengel des Kusses bildet eine Sirene, auf
dor Voluto der Schnecke stellt eine Venus. Ob das auf dem
Bande des Kusses eingestempelte Zeichen, welchem noch ein zweites
hgurativos Zoichen beigegeben, die offizielle Innungsmarke oder dio
Marke des Moisters ist, muss dahingestellt bleiben. Vergl. Q. Leitnor's
Beschreibung der genannten Sammlung.
1441. Unbekannter Kupferstecher dos 15. Jahrhundorts, früher
zuwoilon irrthiimlich .). VValch, auch Wohlgemutb ge-~W" /\ nannt. Bartsch nennt den Moistor originell und bo-
+ dauert, dass sein Namo nicht bokannt ist. Auf einem
seiner Stioho mit einem Schilfe Bartsch No. 22 kommt- yv, . ein holländisches Wort vor und Passavant folgert daraus,
T dass dor Moistor oin Holländer gewesen sei. Billigesoiner Blätter, bei Bartsch No. 24 — 31, sind radirt,and er dürfte dor orsto holländische Künstler geweson sein , welchorsich dor Radirnadol bodionto. Bartsch VI, p. 66 beschreibt 31 Blättervon ihm, worunter ein Blatt No. 23 oino Copio von No. 112 dos MoistersE S ist. Passavant III, p. 280 fügt noch 35 Blätter, inclns. eines Holz-schnittes, hinzu. Ausserdom rinden wir oin Blatt mit gothischem Laub-workomamont, Pol., im Katalog dor Ornamontstich-Sammlung des österr