TV. Nr. 88.3 — 886. 177
883. Piorillo, (Geschichte d. Kunst in Italien und Spanien IV.
S. 69) legt diese Buchstaben dem Tizian Vecelli hei
T-TT und behauptet, man finde sie auch mit dem Zusatz
. V . „Eques Caosareus". ßrulliot fand nirgends diese Bezeich-nung und wir kennen ebenfalls nur eine Uadirung, aufwelchor T. V. pinx. steht. Dieses Blatt stellt die HorodMt. dar, wie ihrder Henker das Haupt dos Johannes in dio Schüssel legt. Diosos selteneBlatt schoint von Jacob Toornvliet zu sein. Links unten findet sichdie genannte Signatur. M;in will darunter den Tizian erkennen, demdie Compositum aber schwerlich angchöron dürfte. Toornvliet malte inVenedig Bilder in der Weise der herrschenden Schule, womit or bekannt-lich in der Heimat koin Glück machte. Das inrodostehendo Blatt gibtden venezianischen Kinlluss zu orkennen. Vielleicht sind dio Buchstabenmit Toornvliet Venezia pinxit zu deuten. H, 6 H. 2 L., Br. 8 Z. 5 L.Jacob Toornvliet, oder Torenvliet, geb. 1641 zu Leydon, ging 1670nach Italien und starb 1719 in seiner Hoimat. Unter dem MonogrammJ T haben wir boroits über den Künstler, über seine Vorsucho in Schab-manior und über einige seltene Blätter von Anderen nach soinen Bilderngesprochen.
884. Theodor Verkruys, Kupfersteeher, lebte um 1700 in Rom.
Dersolbo wird, wie boreits schon bemerkt, häufig irr-rp'fiyrt thümlichor Weise mit dem Theodor Crüger oder KrügerU. l/.J~ idontificirt.
In folgendem Werke sind Blätter von ihm: VillaBurghese con V ornamenti et con le figure delle' statue etc. In Roma1700:8.
885. Thomas van Apshoven, Maler, geb. zu Antworten 1622 und
gest. 1664 oder 1665, Schüler von D. Teniers d. J,,~^7\ i\ in dessen Weise er Bauern, Wachstuben, Raucher,
Trinker etc. malte; auch leblose Gegenstände stellteer dar, wie ein schönes Frühstücksbild in der Dresdener Galerie bewoist.Unter kleinen Abänderungen copirte er mit vielem Geschick öfters dioWerko seines Lehrers und Vorbildes. Nagler sah ein Gemäldo, welcheseine Gemüsehändlerin vor ihrem Hauso darstellte und mit den obigenInitialen gezeichnet war. Er theilto es dem Thomas von Apshoven(nicht Theodor, wie man früher und wie auch noch Nagler schreibt) zu.In seiner hierauf bezüglichen Notiz meint Nagler, dass man statt Tauch P hätte lesen können, indem der eine Scheitol des T nur un-deutlich hervorgetreten sei. Wäro der Buchstabo ein F gowesen, sokönnte die Signatur auch dem Ferdinand von Apahoven angehören.Letzterer, geb. 1630, gest. 1694, war ein Brudor des Thomas, der eben-falls bei Teniers lernte und diesen täuschond zu imitiren vorstand. DieBilder beider Brüder kommen häufig unter dem Namen von Teniersvor. Nähero Auskunft über die Antwerponor Malerfamilie Apshovengibt Th. van Lerius in der zweiten Auflage des Künstler-Lexikons,.
Auch in der von J. Holler besorgton Ausgabe dos Winkelmann'schenMalörlexikons worden die obigen Buchstabon mitgetheilt und zwar alsdie Signatur eines unbekannten Malers, welcher Gegenstände aus demBauornleben bohandolte.
886. Theodor Victor Berkel, Stompolscbnoidor, geb. zu Herzogen-
busch 1739, gest. daselbst 1808. Er lernte bei dorn Münz-T~\T D graveur Manne zu Cleve und liess sich hierauf in Rotter-. V.JD. dam nieder. Einem Ruf des Herzogs von Lothringenfolgend, ging er von dort nach Brüssel. Auch in Wien
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