Druckschrift 
5 (1879) SJ - Z
Entstehung
Seite
160
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IM! T N. Nr. 791 - 792.

Magdalena kniet am Fusse des Krouzes und im Gnade gegon rechts''sieht man Häuser. Den Heiland umgeben Wolken, wie die Figurennur im Umrisse geschnitten. Die Initialem stehen links unter derhl Jungfrau. Dio Platte kam 1848 zu Freising in den Besitz desProfessors Helmuth, welcher einige Abdrücke machen liess. Das Bildist ohne Einfassung und wurde wahrscheinlich zu einem Buche inkl. fol. benüzt.

791. Zeichen des Kunstsammlors Thomton. Er signirte damit, , , die von ihm erworbenen Blättor.

792. Diese Monogararnme, welche sich auf einen Künstler be-ziehen dürften, sind oinem der ältestenKupferstiche entnommen. Das Blatt,unter dem Namen „das Glücksrad"bekannt, zählt zu den Arbeiten, welcheman dem Meister von 1464 odor, wieihn Duchesne nennt, dem „Ma'ltre auxbanderoles" zuzuschreiben pflegt; Nachden Inschriften aal seinen Blättern war

der Meister ein Niederländer oder Nieder-deutscher; auch scheint er der im 14. Jahrhundert durch Gerhard Grootegestifteten Gesellschaft der Kleriker des gemeinsamen Lebens angehört zuhaben. Seine Behandlung des Grabstichels ist noch eine sehr befangene ;im Uebrigen zeigt er sieh als phantasieroiuhon "Künstler. Wir verweilenin Folgendem bei der Darstellung, in welcher die obigen Zeichen vor-kommen; bezüglich der übrigen Blätter des Meisters verweisen wirauf Passavant's „Peintre-graveur" II. p. 9 —32.

Das Glücksrad. Unten, in der Mitte dos Blattes, sieht man ineinem Grabe eino Leiche liegen; das sie umhüllende Tuch lässt nurden schönen Kopf sichtbar, während das Geschlecht zweifelhaft bloibt.Ueber der Leiche steht auf oinom Zettel: Revertatur pulvis in terramunde erat et spiritus redeat ad ipsum qui dedit illum : ecclesiastes 2".Unten vor dem Grabo ebenso in oinem Zettel: Si quis esset stultusqui nolet credere verum hie oculos tenet et respiciendo credet. Oben inder Mitte der Darstellung steht in drei Zeilon: Manet speetator desupereunetorum prescius deus vüionisque ejus presens semper cternitas \ cumnostrorum actu\m futura qualitate coneurrit bonis premia malis sup-plicia dispensas \ boecius de eonsolatione Philosophie, ti GV°. Darunterist ein kleinerer Zettel mit der Inschrift: in speetatores pictor, unddaneben rechts hält oin Mönch mit beiden Händen oine grosse Bolle.Dieselbe enthält folgende Verse, die sich jedenfalls auf die unten imGrabe liegende Leiche beziehen:

hoc jam extinetum in tumba sepultum

amore emieuit et vanitate simul

quid fuerit pompa nunc sua forma declarat

nunc jacet in fossa hwnanitate sine

lumina quae totum quondam micare per orbem

nunc tenebra magna cooperitque sua

carnes jam suas modo videt esse falaces

et fosse factura relinquitur que sibi.Zu den beiden Seiton dieser Darstollung wird links das Glücksradmit der Fortuna und rechts der Lebensbaum mit dem Tode vorgeführt.Vor der Fortuna, welche mit verbundenen Augen das Glückrad dreht,