40 SP. Nr. 227-228.
227. Simon de Pass, Passaens, Zoichner und Kupferstecher, derjünsto Sohn des älteren Crispin, geb. zu Utrecht 1590. Er gingmit seinem Brudor Wilhelm nach England, arbeitote eino Reihevon Jahron in London, trat darauf in Dionsto des Königs vonDänemark und soll in Kopenhagen gestorben sein.
Es sind bereits im vorigon Bande die Monogrammo gegeben worden,mit welchon do Pass seine Zoichnungen und Sticho signirte. Ausserletzteren Arbeiten giobt es aber von des Künstlers Hand noch eine An-zahl auf dünnes Silberblech gravirto Bildnisse, deren in diesem Workonoch nicht Erwähnung geschehen und die überhaupt bisher noch wenigbeachtet worden sind. Do Pass führte dieso Gravirarbeiten für denMiniaturmaler und Goldschmied Nicolaus Hilliard in London aus. NachWalpolo, der im ersten Theile seiner Anecdotes of Painting in Englanddarüber berichtet, wurde Hilliard im Jahre 1547 geboren, diente inseiner frühoron Zeit dor Königin Elisaboth und später dem König Jakob I„welchor ihm das Privilegium ortheilto, sein und seiner Familie Bildnisseauf kleinen Silberblochon zu graviren. Walpole nonnt letztere „eminters",worunter Marken, Zahlpfennigo, zu verstehen sind. Die Zahl dieserMarken muss gross gewesen sein, da Hilliard mehrere Künstler be-Bchäftigto; daruntor, wio Walpolo ausdrücklick sagt, den Simon do Pass.Wir finden dorartigo Arbeiton dossolben in Bromloy's Catalogue of en-graved english portraits p. 47 erwähnt. Als von S. de Pass gestochen,wird dort das Bildniss dos Königs Jakob, dor Königin und des PrinzenHenry (a small oval, on a silvor plato) angezeigt. Forner besitzt dasBorliner Museum solcho gravirto Silborblocho, ovaler Form, die Kuglerin scinom Kunstkamrner-Katalog aufführt. Kugler nennt sie Medaillons,was ebenfalls seine Berechtigung hat. Die Porträts darauf sind geschicktund lebendig behandelt. Das grössere Medaillon stellt den König Jakob I.von England nebst seiner Gemahlin und seinem Sohn, dem nachmaligenKönig König Carl L, dar. Das zweite enthält das Bildniss desselbonKönigs und danebon obiges Monogramm. Auf dorn dritten ist Carl I.noch mit dem Titel als Prinz von Wallis dargestellt; dio BezeichnungSi. Pa. fec. anno 1626 ist bereits an einer frühoren Stelle dieses Bandesmitgetheilt worden. Das vierte Medaillon endlich enthält das Bildnissder Maria von Oesterroich, Infantin von Spanien (nachmaliger Gemahlindes Kaisers Ferdinand III.) mit der Bezeichnung: Simon Pass fecit Lon.Von den Gravirarbeiten des S. do Pass sind auch Abdrückegemacht wordon. In einigon englischen Katalogen, wio in jenender Collection Sykes, W. Ord und Richardson werden solcho erwähnt. .Ebenso spricht Börner in seinen Colloctaneen davon. Derselbe giobtdabei Kundo von vier gravirten Silborblcchon, wolcho sich ehedem inder Sammlung des Albort von Sorz in Nürnborg bofandon. Doch schoinenes diosolben zu sein, die man gegenwärtig in Berlin sioht. Ebonso be-sass die C. Beckerscho Sammlung zu Würzburg acht nouo Abdrücke vonderartigen Gravirarboiton mit Porträts und Wappen der englischenKönigsfamilio in kl. Ov. Dio Inschrift, verkohrt, lautote: Simon do Passsc. 1616. Auch R. Woigel, Kunstkatalog, Nr. 16494, zeigt oinon Silber-stich an, mit den Bildnisson Jakob I., soiner Gemahlin Anna von Däne-mark und des kleinen Prinzon Heinrich.
228. Pieter Snyers, Malor, geb. Endo des 16. Jahrhunderts ins^s. Antwerpen und gest. um 1679, angoblich ein Schüler dos
b^ fP Hans van Balon. Nicht ohne Einfluss auf ihn war Rubens.<T /bloO Soino Bilder, dio verschiedenartigen Darstellungsgobiotenv y angohören, sind zuwoilon etwas bunt, aber immor geist-reich und lebendig. Besonders vorsteht or das Soldatonlobon währenddos 80jährigen Krieges trofflich zu schildern.