IM. Nr. 2806. 1085
Jahrzahl liest dieser Schriftsteller 14B7 oder 14!i9, letztere Zahl liegtaber nicht darin. Das älteste bekannte Werk des Meisters der Lyvers-bcrg'schen Passion ist von 1403, und es wird daher schwer nachzu-weisen seyn, dass der Meister schon 14!>7 gemalt habe. Das Kosenkranzbild kann demnach weder diesem Meister, und noch weniger demIsrael van Meckenen zugeschrieben werden, da letzterer erst 1482 auftritt.Ein anderes Gemälde, welches früher dem Israel van Meckenenzugeschrieben wurde, befand sich bis 18(>2 in der Gallerio des Stadt-banmeisters J. P. Wovor in Cöln. Es stellt den thronenden Gott Vaterim päpstlichen Ornate mit dem Heilande und Maria vor, ersteren im(liegenden violeten Mantel mit dem Schamtuche stehend. Unten amThrone kniet der Donator in Begleitung der beiden Johannes und derHeiligen Cäcilia und Columba. Diese Darstellung ist auf Goldgrundgemalt und von einem Regenbogen umzogen, so dass sich der Künstlereine Vision gedacht hat. In den Platten des getäfelten Hodens kommenzweimal die Initialen / M vor, aber, wie wir angegeben finden, in derForm jener der Kupferstiche des Israel van Meckenen, so dass alsodie Buchstaben mit den obigen nicht stimmen können. Der genannteIsrael aus Meckenen musste aber in letzterer Zeit auch von dem Ge-mälde der Weyer'schen Sammlung weichen, und ihm wurde der Ano-nymus der Lyversberg'schcn Passion substituirt. Wenn von diesemMeister die erwähnten Gemälde wirklich herrühren, so haben wirwenigstens die Initialen seines Namens gerettet. Es steht aber dieserAnonymus und der Meister Israel noch immer in Zweifel.
2806. Israel van Meckenen oder Mecken, früher irrig auch
von Mecheln , Menz, Metz,Mainz, Münster, Metro &c.genannt, Goldschmied undKupferstecher von Bocholt,
IAA o - - -^M „ -ar ^aa° ist im vorhergehenden Artikel°J/Y, 0 I- 30J,°X'Z&& auch als Maler genannt, esist aber nicht entschieden, ob er je den Pinsel geführt habe. In denfrüheren Werken über Kunst und Künstler figurirt indessen Israelimmer als Maler und Kupferstecher, und daher ist auch im Kttnstler-Lexicon von Gemälden die Rede. Waagen, Förster, Passavant undandere Schriftsteller der neuen Zeit sind aber ganz von der Meinungabgegangen, dass der Kupferstecher Israel van Meckenen auch Malergewesen sei, und aus den vorhergehenden Artikeln ist auch zu ersehen,dass es schwor hält, für ihn ein Gemälde zu finden. Merlo nimmtjedoch den ohne Grund Israel van Meckenen genannten Maler für diealtkölnische Schule in Anspruch, und zählt alle Gemälde auf, welcheihm in Cöln, München n. s. w. zugeschrieben werden. Die genanntenSchriftsteller sind dagegen, und damit das Kind einen weiteren Namenhabe, so gehen jetzt alle diese Werke auf Rechnung des Meisters derLyversberg'schen Passion. Dass indessen die Gemälde, welche manvon jeher dem Israel van Meckenen zuschrieb, nicht von dem Kupfer-stecher dieses Namens herrühren können , hat man beim Vergleicheder Blätter desselben mit Gemälden schon früher herausgefunden.Dieses fühlte bereits lleinecke, und er suchte daher einen Ausweg,indem er zwei Künstler dieses Namens annahm, und den älteren zumMaler machte. Er stützte aber seine Hypothese nicht auf Wimphelingin : Rerum germanicarum epitome: De piclura et plastica Cap. 67,worin folgende Stelle von Gemälden verstanden würde: Icimes Israelisalemanni per universam Europam desideranlnr habenturque a pic-toribus in summo pretio. Unter Icones sind hier nicht Gemälde,
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