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sondern Kupferstiche zu verstehen, welche zu Wimpheling's Zeit (1!>94)bereits in hohem Wcrthe standen. Auch M. Quad, Teutscher NationHerrlichkeit S. 426, wusste nur von Kupferstichen. Heinecke bildeteseine zwei Israel aus eben so vielen Kupferstichen des Meisters heraus,und ihm hat es Merlo zunächst zu verdanken, dass er den angeblichenMaler Israel van Meckenen sen. in sein kölnisches Künstler-Lexiconbringen konnte, obgleich es noch lange nicht ausgemacht ist, dass dersogenannte Meister der Lyversberg'schen Passion wirklich in Cöln ge-lebt hat. Den alten Israel van Meckenen, den Maler, wollte Heineckeim Kupferstiche B. No. 1 erkennen. Dieser enthält die Büsten einesMannes und einer Frau mit der Inschrift i Figuracio facierum Israheliset Ide ejus uxoris. I. V. M. Ein zweites Blatt gibt den Kopf einesbärtigen Mannes mit Turban und der Unterschrift: Israhel van MekenenGoltsmit. Das Bild dieses Orientalen nahm Heinecke für das Portraitdes Goldschmiedes und Kupferstechers Israel van Mecken, und somitwaren beide Israel fertig. Allein das zweite Blatt gibt nur einenPhantasiokopf, welchen J. van Meckenen gestochen hat. Dass dasBlatt mit den beiden Büsten das Bildniss des einen und desselbenIsrael van Mecken mit jenem seiner Frau enthält, beweist eine Rech-nung im Archive zu Bocholt von 1492. In dieser wird auch YedeIsraels husfrou genannt, nämlich die lde, deren Name auf demKupferstiche steht. Das Stadtarchiv in Bocholt hat C. Bocker durch-geforscht, und er machte das Resultat im Kunstblatt 1830 S. 141 be-kannt. In den Rechnungen kommt schon 1407 ein Johes van Mechgelevor, doch nicht als Maler. Im Jahre 14K8 tritt ein Heinrich Meckenauf, vielleicht der Vater unsers Meisters. Unter dem Jahre 1482 istMeister Israhel genannt, u. s. f. Israel van Meckenen heisst er nurin einer Rechnung von 1493 und in einer solchen von 1498. Den15. März 1H03 starb der Künstler. Seine Grabschrift lautet:
Inde. Jaer. vnses. heeren. m. v. en iij vp. sinte. merlyns. avent.starf. de. erber. meisler. Israhel. vä. meckiie. sy. siele, roste, in. vrede.Auf dem Grabsteine sind zwei Wappenschilde mit gekrönten undgeschlossenen Helmen. Diese Schilde kommen auch auf Kupferstichenvor, und haben in diesem Falle die Bedeutung eines Monogramms.Unter dem gothischen Buchstaben / III. No. 1741 ist darüber gehandelt,und wir verweisen daher auch auf jenen Artikel.
Israel van Meckenen hinterliess, wenn nicht auch Gemälde, docheine grosse Anzahl von Kupferstichen, die je nach der Zeit und denVorlagen mehr oder weniger Kunstwerth haben. In eigenen Com-positionen zeigt er sich arm an Erfindung, und schwach in der Zeich-nung. Er hatte aber auch gute Vorbilder, theils Zeichnungen, theilsStiche älterer niederdeutscher Meister. In dieser Hinsicht verdankenwir ihm die Erhaltung von Compositiouen alter Künstler, welche imOriginal zu Grunde gingen, oder wenigstens nur sehr selten vor-kommen. Wenn nicht durchbin in der Conception, so herrscht dochin der Behandlung eine gewisse Gleichmässigkeit, und man wolltedaher mit Unrecht die Blätter unter verschiedene Meister vertheilen.Man erkennt immer den Goldschmied, welcher aus Profession, undnicht als freier Künstler arbeitete. Die alten Goldschmiede hattensich aber nach Müsse und Laune auch mit dem Pinsel versucht, unddaher könnten sich auch Gemälde von ihm erhalten haben. Dazudürfte er sich leicht einer fremden Composition bedient haben. Injedem Falle müssen aber jene Gemälde ausgeschlossen werden, welcheman jetzt als Produkte des Meisters der Lyversberg'schen Passion be-zeichnet.