Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
1084
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1084 IM. Nr. 2805.

Hans Memling war aber U99 nicht mehr am Leben. Vgl. III. No. 303.Wir deuten die Buchstaben IM nicht auf den Verfertiger der Gemälde,da sie einen zu grossen Kaum einnehmen, für so geringe Dimensionen.Wie öfter der Fall, ist unter / M der Name Jesus und Maria zu ver-muthen. Wir halten die Bilder für Arbeit des ausgezeichneten Minia-turmalers Gerhard Horebout, wie II. No. 107 bereits bemerkt ist.

2805. Israel van Meckenen, der Goldschmied und Kupferstecher,welcher die folgende Stelle einnimmt, galtvon jeher für den Verfertiger der Ge-mälde mit diesen Initialen, in neuester Zeitist man aber ganz von der Meinung ab-gegangen, dass dieser Künstler zu gleicherZeit auch Maler gewesen sei. In keinemFalle kommen die in der k. Pinakothekzu München ihm zugeschriebenen Gemäldeihm angehören, indem sie mit der Zeich--. nung in den Kupferstichen nicht im Ge-

\ . v) • CT • A • ringsten stimmen, und nichts weniger als

/ ^* 1 » die hässlichen und gemeinen Gesichter

zur Schau tragen, wie sie uns in den Blättern von Meckenen begegnen.In der Galleric des Museums zu Basel befinden sich zwei interessantekleine fleissig ausgeführte Gemälde auf Goldgrund, welche von jeherdem Tsrael van Meckenen zugeschrieben wurden, weil man keinenanderen Namen für den Verfertiger hatte, der Vergleich mit den Kupfer-stichen zerstört aber jede Illusion. Diese Bilder lind Geschenk der FräuleinEmilie Linder in München, und stammen aus der reichen Kunstsamm-lung ihres verstorbenen Grossvaters, des Stieftschaffners Dienast inBasel, welcher werthvolle Bilder aus der altdeutschen Schule hinter-lassen hatte. Das eine dieser Gemälde stellt das Einsammeln desManna in der Wüste, das andere den Genuss des Osterlammes beimAuszuge der Israeliten vor. Durch gefällige Mittheilung des HerrnF. Ilis-lleusler in Basel, welcher 1802 einen Catalog der städtischenKunstsammlung angefertigt hatte, wissen wir, dass auf der Kückseitebeider Gemälde die ersten der obigen Buchstaben sich befinden, undzwar in den vier Ecken der roth bemalten Tafeln mit Goldfarbe wieder-holt. Die Rückseite mit den Buchstaben ist gleichzeitig bemalt, undund somit kommen diese Bilder im Catalog Nr. 00 und 91 unter demNamen des Israel van Meckenen vor, der Verfasser hielt aber nurdie frühere Taufe fest, ohne an die Richtigkeit zu glauben.

In der Sammlung des Kaufmanns Benedikt de Anton Mäglinzu Basel ist ein merkwürdiges sogenanntes Rosenkranzbild von beson-ders reicher Composition, welches Dr. Waagen, Kunstwerke und Künstlerin Deutschland If. S. 301, beschreibt. In der Mitte wird Maria vonder hl. Dreieinigkeit, wobei auch der hl. Geist in menschlicher, demVater und Sohne gleicher Gestalt erscheint, gekrönt. Umher in ver-schiedenen Feldern sind zunächst Engel, dann Erzväter, Propheten,männliche und weibliche Heilige, die Geistlichen und Laien. Diesesbesonders in den Köpfen treffliche Gemälde wurde immer dem Israelvan Meckenen zugeschrieben, Waagen findet es aber in vielen Stückenmit dem Meister der Lyversbcrgischen Passion verwandt. DiesenMeister nannte man früher Israel van Meckenen, die Werke desselbenstimmen aber in der Zeichnung nicht mit den Kupferstichen des Gold-schmiedes. Das Rosenkranzgemälde trägt die zweiten Initialen mitder Jahrzahl. Herr His-Heusler hat sie auf dem etwas unebenen Firnissdurchgezeichnet, während Waagen nur die Versalien / M gibt. Die