696 HVM-IIVP. Nr. 16S4-16SS.
auch ein aus diesen Buchstaben bestehendes Monogramm, welches aberunter MH folgt. Die Cursiven stehen auf radirten Blättern aus derfrühen Zeit des Künstlers. Sie gehören zu einer Folge von Land-schaften mit Figuren und Pferden.
1) Zwei Reiter in der Tracht der zweiten Hälfte des 17. Jahr-hunderts, nach einem Gemälde von Lcmbke, welches 1822 Frauenholzin Nürnberg besass. Unten steht: H v M. 1022. II. 7 Z. 3'/? I'.Br. 4 Z.
2) Eine Landschaft mit drei Pferden im Freien. Unten steht:gez. w. rad. H. v. M. 1022. 0. H. 3>/j Z. Br. 6 Z.
1654. Hieronymus van der Mij und F. Bleijswijk deuteten durchTf-v' H iet diese Anfangsbuchstaben höchst wahrscheinlich ihren
' "^ ' J Namen an. Wir finden sie auf dem gestochenen Titel-
T^Bjec. blatte zu: C. Valerii Flacci Argonautica. Lugduni
Bat. apttd Samuelem Luchlmans 1724. Man bemerkt inmitten eines
Zierrahmens ein antikes Schiff, bei dessen Schnabel der Lyraspieler
sitzt. H. 8 Z. 2 L. Br. 6 Z. 3-H L.
H. van der Mij wurde 1687 in Lcyden geboren, und von W. vanMieris unterrichtet. Er malte anfangs Interioren, dann aber Bildnisse,welche sehr ähnlich befunden wurden. F. Bleijswijk stach verschiedeneTitelblätter und Vignetten nach Zeichnungen von Mieris, Houbracken u. A.Nach seinen eigenen Zeichnungen sind die Vignetten in van Loon'sBeschryving der Nederlandsche hisloriepenningen.
1655. Peter van Haarlem soll nach Bartsch I. p. 110 der Ver-rj tt q- fertiger eines radirten Blattes seyn, welches einen grossenn • Y • 1 liegenden Hund von sechs anderen Hunden umgeben vor-
H ' o \ stellt. Rechts nach oben von der Hundshütte stehen dieverkehrten Buchstaben PVH mit der Jahrzahl, und unten an derTerrasse: Clement de Jonghe eseudit. H. 4 Z. Br. 4 Z. 3 L.
Der von Bartsch erwähnte Peter van Haarlem muss mit Peterde Laer Eine Person seyn, da dieser ebenfalls Peter van Haarlemgenannt wird, und kein Anderer dieses Namens bekannt ist. Das er-wähnte Blatt stimmt aber weder für diesen Künstler, noch für denPaul Hillegaert genannten Meister P. V. H. , welcher ebenfalls Blättermit Hunden radirt hat. R. Weigel, Supplements au Peintrc-gravcurp. 16, macht auf ein Gemälde im Kloster Lambach im Salzburgischcnaufmerksam, welches PVH, die beiden Buchstaben VH verbunden,bezeichnet ist. Es stellt einen Markt im Dorfe mit Figuren undThieren vor, und wird dem Peter van Haarlem zugeschrieben. DerVerfertiger ist aber älter als Peter de Laer, und folgte mehr derRichtung des J. Breughel. Nur die Figuren und Thicre haben in derBehandlung einige Aehnlichkeit mit verwandten Bildern des P. de Laer.Wenn das Bild von letzterem gemalt ist, so stammt es aus seinerfrühen Zeit, und er hat wohl kein zweites in ähnlicher Weise be-zeichnet. Es ist aber auch kein anderer Peter van Haarlem nachzu-weisen, als Peter de Laer. Houbracken lässt ihn zwar zu Laren beiNaardcn geboren werden, aber wahrscheinlich nur, um seinen Familien-namen zu erklären. Theodor Schrevelius sagt in seiner Beschryvingvan Haerlem 16b0 S. 384 entschieden, dass Peter van Laer und seinBruder Roeland in Haarlem geboren worden seien, und seine Autoritätsteht höher, als jene des Houbracken. Bei allem dem fragt es sichaber noch, ob der Meister PVH wirklich Peter van Haarlem heisst,sowie es auch nicht ausgemacht ist, dass die auf anderen Blättern mitHunden vorkommenden Buchstaben P. V. H. sich auf Paul Hillegaert