H SP-HSR. Nr. 1548-1550. 655
Passavant, Peintre-graveur II. p. 208, erklärt dieses Blatt als Copienach dem Meister HS, es wurde aber später der halbrunde, das Pbildende Strich hinzugefügt, um das Blatt dem Hans Sebald Behamunterzustellen. Passavant findet es sogar wahrscheinlich, dass Behamin seiner Jugend diese Copie gefertigt habe, allein dieser Künstler hatnie eine solche steife und magere Arbeit geliefert. F. von Bartsch,die Kupferstichsammlung der k. k. Hofbibliothek in Wien S. 122, gehtunter dem Monogrammistcn IIS ebenfalls auf dieses Blatt ein, und fügtzur Erklärung das zweite Facsimile bei, mit der Bemerkung, dass aufdem ihm vorliegenden Exemplare die Spuren der unteren Bauchungdes B nicht ganz verlöscht seien. Diess müsste nun der Abdruck auseiner Zeit seyn, in welcher man die alte Platte des Meisters HS fürH. S. Beham zurecht richten wollte. Beham wechselte nämlich mitdem Monogramme, indem er es aus HSß und aus HSP bildete, undsomit müsste das eingestochene B sogleich wieder in P geändert wordenseyn. Das Exemplar, welches wir gesehen haben, ist deutlich mit demersten der gegebenen Zeichen versehen, hat keine Spur der unterenBauchung des B, und das beigefügte Dreieck als Punkt benimmt sogarder unteren Hälfte des B den Raum. Sollton nun zwei Copicn dieserArt vorhanden seyn ? Wir können es nicht entscheiden. Wenn HerrF. v. Bartsch das Monogramm genau facsimilirt hat, so ist sogar imZeichen ein Unterschied.
1548. Unbekannter Maler, dessen Thätigkeit um 1650 fällt, wenn,Tf>p wie zu vermuthen, das Monogramm seinen Namen andeutet. DurchjPT gefällige Mittheilung des Hrn. Baron v. Löffelholz in Wallerstein
wissen wir von einem Bilde in der Kirche zu Küngclsau im Hohen-lohischen, welches zwar ohne Kunstwerth, aber durch die Unterschriftein Curiosum ist. Es stellt David mit der Harfe vor, mit der Widmung:Die Harpffen klingend Davids GsirläVerleget Schullheifs samt den GrichtAnno Christi Iß56. Dann das Monogramm.Es wäre möglich, dass der Dichter und Schultheiss durch dasMonogramm seinen Namen angedeutet habe, es könnte aber auch derMaler darunter zu verstehen seyn. In einem Verzeichnisse von Mono-grammen, welches uns Herr Archivar Th. ITcrborger in Augsburg mit-theilte, wird ein ähnliches Zeichen dem Hans Sebastian Pens zuge-schrieben , aber ohne Angabe der Lebenszeit. Wir kennen diesenH. S. Pens nicht.
1549. Hans Speccard oder Speckart, Maler von Brüssel, wurde
HC L) um 1540 geboren, und verlebte die längste Zeit in Rom,. O. r. w0 er um [890 starb. Nach Brulliot II. No. 1246 findetman auf Gemälden in der Weise des Hans von Achen die Initialen//. S. P., und man schreibt sie dem Hans Speckart zu. II. von Achenwar aber sein jüngerer Zeitgenosse, und somit werden die Werkedieser beiden Künstler nur eine oberflächliche Achnlichkeit haben.Wir kennen nur Kupferstiche nach Speccard, in welchen er an Carlvan Mander und andere holländische Meister erinnert, welche in Italienihre alte bessere Kunstweise eingebüsst hatten. Die Sadelcr, P. Perret,C. Cort u. A. haben nach seinen Zeichnungen gestochen, grösstenteilsreligiöse Darstellungen. Carl van Mander loht seine Werke, gibt aberdas Todesjahr des Künstlers nicht an.
1550. Unbekannter Bildschnitzer, welcher in der zweiten HälfteTOT} des 16. Jahrhunderts thätig war. In der k. Kunstkammer zulÄJTV Berlin ist ein hochovales Perlmutter-Medaillon mit dem Bild-nisse des Willibald Pirckheimer, mit geringer Abweichung nach der