HPL. Nr. 137S-1376. 539
1375. Hermann Pittddemann, Historienmaler von Colberg, ist obenSUDJf unter dem Monogramm HP No. 13KI eingeführt, und wir be-yivTL», merken daher hier nur, dass das gegebene Zeichen auf Holz-schnitten von H.Biirkner im deutschen Balladenbuche, Leipzig, G. Wigand18!i2, vorkomme. Im Ucbrigen verweisen wir auf den angezeigten Artikel.
1376. Johann Philipp Lemke oder Lembke, Maler und Radirer,tj) j p t sS-.. _ wurde nach Doppelmayer 1681 zu Nürnberg
\l~J_j J~L~- ) O f y geboren, und von Mathias Weyer und Georg1 S . ' Strauch unterrichtet. Diese Angabo hat sich
{j als irrig erwiesen, denn im Lehrbriefe des
Künstlers, welcher durch Herrn Börnor an Rudolph Weigel überging,wird Evert Decker als Lemke'» Meister genannt. Decker lebte zuHamburg, starb aber nach Jahr und Tag, und Lemke musste nochweitere !> Jahre bei Jakob Weyer in Hamburg erstehen. Diese Zeitlief bald nach 10:>0 ab, denn der Künstler hielt sich damals bei GeorgStrauch in Nürnberg auf, bis er endlich 1(i!>3 die Reise nach Italienantrat, und zu diesem Zwecke mit einem Lehrbrief sich versah. Auseinem von Lemke geschriebenen Stammbuchblatte im Besitze Börner'sgeht hervor, dass der Künstler 10(59 zu Venedig sich aufgehalten habe,wohin er nach beendigten Studien von Rom aus kam. Im Jahre 1(573begab er sich nach Nürnberg, erhielt aber nach einigen Jahren alsschwedischer Hofmaler einen Ruf nach Stockholm, wo Lemke 1713starb, nach Einigen 82, nach Anderen 90 Jahre alt.
Dieser Künstler richtete in Italien ein Augenmerk auf die Werkedes Bourguignon, wie aus seinen Zeichnungen erhellet. In ein paarRadirungen mit Pferden zeigt er sich dagegen mehr als Nachahmerder Niederländer. Diess ist auch mit den Gemälden der Fall, welcheaus seiner früheren Zeit stammen. Sic sind licht gehalten, und meistensetwas roh behandelt. Die Gemälde der späteren Zeit verrathen italie-nischen Einlluss. Die Monogramme bestehen aus den Buchstaben HPL,indem sich der Künstler auch Hans Philipp Lemke nannte. Vor demausgeschriebenen Namen ist aber J P zum Monogramme verbunden.Lembke schreibt der Künstler wohl nie, auch Lemcke dürfte er nurausnahmsweise geschrieben haben. In Catalogen u. s. w. stellt ge-wöhnlich Lembke.
Die Radirungen dieses Künstlers gehören zu den Seltenheiten.Sie sind ausserdem nicht verzeichnet, da ihm Bartsch keine Stelle ein-geräumt hatte.
1) Das Pferd auf der Weide. Es steht in einer ebenen Gegendin rrofil nach links. Rechts ist ein alter Baum, neben welchem einzweites Pferd vom Hügel herabkommt, und links im Mittelgrunde siehtman eine Hundshütte. Links unten ist das erste Monogramm. Höhe3 Z. 2 L. Br. 3 Z. U L.
Dieses Blatt ist sehr selten, und noch seltener das folgende.
2) Das Pferd am Futtortroge. Es steht gesattelt, aber ohne Zaumnach links gekehrt, und der Reiter schüttet Haber in den Trog. DieseGruppe befindet sich bei einer links stehenden Strohhütto, neben welcherein Baum über Gesträuch emporragt. Rechts steht ein Windhund, undim Mittelgründe sieht man ein Bauernhaus unter Bäumen. Flüchtigradirt, rechts im Boden das zweite Zeichen. II. 4 Z. 11 L.? Br. 0 Z. 10 L.?
3) Der Falkenjägcr. Er reitet vom Rücken gesehen links vomGrunde nach dem Mittelgrunde zu, und neben ihm zur Linken gehtein Mann mit einem langen Stecken über der Achsel. Mehr rechtssieht man eine dritto männliche Figur im halben Leibe. Rechts vorn