492 HM. Nr. 12247-1248.
die Holzplatten gemacht habe. Möglicher Weise war Christoph Zwickopfnicht allein Drucker, sondern auch Formschneider.
Ein «weiter Holzschnitt nach der Zeichnung des Hans Muelichgibt die Ansicht eines Thcilcs von Münchon. Im Vorgrunde ist un-ebenes Terrain mit Bäumen und Stadeln. Die Stadt zieht sich in ge-rader Linie durch. Gegen die Mitte zu bemerkt man die St. Peters-kirche mit zwei Thürmen , ilnnn die Frauenkirche mit ihren Kuppeln,und rechts das alte Hesidenzgebiiude. Dieselbe Ansicht hat Mielichin dem oben erwähnten Werke des Orlando di Lasso in Miniatur ge-malt, und somit wurde der Holzschnitt, nach lüti.'i ausgeführt, schmalqu. fol.
1247. Hans Mcrtlcli. Bildnis«- und Historienmaler, war in derT __T ersten Hälfte des tß. Jahrhunderts in München thätig.
I I / sä I Er gehört ursprünglich einer schwäbischen Familie an,\M ' wurde aber zu Moching in der Nähe von Schieissheim
geboren. Im Jahre l. f i40 erscheint er zu München bereits als Führerder St. Lukasgilde, und auch in den folgenden Jahren wurde ihm dieEhre zu ^Theil, an der Spitze der Zunft zu stehen. Mertich warein etwas älterer Zeitgenosse des Hans Mielich, welcher l!i4ß derZunft einverleibt und dann zum Hofminiaturmnler des Herzogs Albert V.ernannt wurde. Mielich erscheint erst 15K8 als Führer der Maler-gilde, damals war aber Mertich nicht mehr am Leben. Letzterer be-diente sich eines Zeichens, welches jenem des Hans Mielich ähnlichist, wie aus dem vorhergendeu Artikel zu ersehen. Die Bildermit diesem Zeichen gleichen aber jenen des II. Mielich nicht. Letz-terer vollendete seine Werke mit grosser Feinheit, sie sind aber inder Färbung ohne sonderliche Frische und Sättigung. Mertich ver-wendete nicht so grosse Mühe auf die Vollendung und ist bunt in derFärbung. Ein Bild von seiner Hand bewahrt der historische Vereinvon und für Oberbaycrn in München, das Bildniss eines Mannes inrothem Gewände mit goldener Kette und einem Barret mit einer Feder.Hinter seiner rechten Schulter wild der Kopf eines Löwen sichtbar.Der reichgckleidete Mann mit der Löwenphysiognomie ohne Bart istbis an den Gürtel vorgestclllt. Das erste Monogramm mit der Jahr-zahl f.446 darunter ist an der Seite eingezeichnet, und kann sich nichtauf Mielich beziehen, da die Bildnisse des letzteren in einer ganz an-deren Weise behandelt sind. Auf dem erwähnten Gemälde im dunklenGrunde steht auch der sonderbare Spruch: Merito morior. Das zweiteZeichen mit der Jahrzahl inast darunter, gibt Heller (Kunstnach-richten etc. 182Ö. S. 31). Nach der Angabe dieses Schriftstellers findetman es auf einein Gemälde mit dem Bildnisse einer Frau im soge-nannten gothischen Hause zu Wörlitz. Es soll gut gezeichnet undcharakteristisch nnfgefasst seyn. Dieses kann man auch von den Bild-nissen des Daus Mielich sagen, wenn aber die Färbung ebenfalls schönist, wie Heller sagt, und dazu lebhaft, dann könnte man eher für HansMertich entscheiden.
1248. Heinrich Meichelt, Zeichner und Maler, geb. zu Lörrach,-r ■« TT um 1790, erwarb sich als Landschafter Ruf. ErI— Y*\ LA4 machte seine Studien in der Schweiz und in Italien,-L'-'-L Xg*il J- und daher erinnern seine Gemälde an jene Länder.Auf mehreren findet man das erste Zeichen, es ist aber in Verbindung mitdem Namen in Cursiv gezeichnet, sowie das zweite Monogramm. Einzelnkommt es auch auf landschaftlichen Zeichnungen vor. Börner fand einesolche mit einer Ansicht in der Schweiz, deren Wald- und Gebirgsöde voneinem Fuchse und einem im Fluge begriffenen Raubvogel belebt ist.