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3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
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HM. Nr. 1248. 491

ausbreitet. Dieses mit unsäglichem Fleisse vollendete Altarwerk be-urkundet einen kunstfertigen Maler, welcher aber in der manierirtenWeise seiner Zeit belangen ist. Viel Charakter haben die Bildniss-köpfe, welche nach der Natur gemalt zu seyn scheinen. Im Portraiteleistete Mielich überhaupt das Beste, und obwohl schon der späterenZeit angehörig, folgte er hierin noch immer der guten älteren Schule.Der Fleischton fällt ins Bräunliche, ohne grössere Sättigung und Tiefe.Die Compositum ist nicht ohne Verdienst. Die Zeit der Entstehungdes Altares der Frauenkirche ist nicht angegeben. Auf der Rückseitesteht nur, dass das Werk auf fürstlichen Befehl von Meister HansWisreuter dem Kistler und von Hansen Muelich von München aus-geführt wurde. Lipowski spricht aber von einer darauf bezüglichenRechnung von 1572: Hans Mielich wegen der gemachten Chortafelvon U. L. Frauenkirche zu Ingolstadt Abraitumj getroffen um2000 Gulden. Mielich starb 1572, und somit war dieser Altar wohlsein letztes Werk. Im dritten Hefte der Alterthümer und Kunstdenk-male des bayerischen Herrscherhauses von Freiherrn von Aretin ist erin Farbendruck nachgebildet

Von Hans Muelich und Christoph Zwickopf haben wir auch eingrosses und äusserst seltenes Formschnittwerk in HS Blättern, gr. fol. undgr. qu fol. Sie bilden zusammengestellt ein Tableau im grössten qu.imp. fol. Dieses Tableau stellt die Belagcrnng von Ingolstadt zur Zeitdes Schmalkaldischen Krieges im Jahre 1549 vor. Oben in dsr Mitte,in einer Arabeske innerhalb des Plattenrandes steht in Majuskeln:APARATVS VICTORIAE FVNDATORlS\ QVIETIS CAROLIMAXIMI.Cum gratia et singulari Sacrae Majestatis Privilegio — — /.34S.Ausserhalb des Plattenrandes liest man ebenfalls in Majuskeln: Caroli V.Imperaloris Aug. Castrorum, que anno Sal. MDXLVI supra Ingol-stadt hahuil, Pictura, infestas acies resq. ihi gestas luculenter repre-sentans. Unten ausserhalb des Plattenrandes ist eine lateinische Be-schreibung in Typendruck auf 8 Qucrfoliobogen: Praefatio ad Specla-torem. Inter omnia Bella quae Carolus V. Maximus, ImperatorAuguslus, in hanc usq. diem gessit et confecil, nullu/n cum eo,quod in cöspirationem Schalkaldicam patralum est, conferriposse etc. etc. Monaci Kxcudebalur impensis Christophori Xwi-kopffii, et Joannis Muelichy Pictoris ciuium ibidem. Anno SalutisM. ü. XLIX. Es wurden auch Abdrücke mit deutschen Inschriften undunten mit durchlaufender deutscher Erklärung veranstaltet: Des AllerGrossmächtigsten Römischen Kaysers Karl des Fünfflen veldlleger

vor Ingolstadt -------. Gedruckt in der loblichen und Fürstlichen

Statt München durch Christoph Zwickhopff und Hans Muelich, Maler.Im Bilde selbst sind an verschiedenen Stellen deutsche Inschrifteneingedruckt, z. B. im Vordergrunde, wo der zeichnende Künstlerdargestellt ist, liest man: Aine halbe notschlanng ist diser Zeit mitgrosser arbeit auf unser lieben frawen Kirchdurm gebracht wor-den un etlich schüss darauss geschehen, auch diss kaiserlich ge~leger alda abconterfedt worde durch, hanns Muelich Maler vonMünchen. Im Künstler-Lexicon haben wir auf dieses Fonnschnittwerknur kurz aufmerksam gemacht, ausführlich beschreibt es aber C. Bekerin Naumann's Archiv für die zeichnenden Künste, I. S. 130 ff. R.Weigel werthet im Kunstkatalog No. 20,409 ein Exemplar mit lateini-scher Erklärung auf 50 Thlr. Es kam in den Besitz des Feld-marschall-Lieutenant Hauslab in Wien. In Ingolstadt ist ein defectesausgemaltes Exemplar mit deutscher Schrift.

Ob Hans Mielich selbst in Holz geschnitten habe, ist nicht zu be-stimmen, gewiss aber kann man annehmen, dass er die Zeichnung auf