HM. Nr. 1249 — 1250. 493
Der Künstler bediente sich dabei des Stiftes und der schwarzen Kreide,tuschte das Blatt dann mit dem Pinsel aus, wendete auch Braun an,und erreichte durch die ins Violette spielenden Töne eine angenehmeWirkung. Auch Zeichnungen In Farben findet man von diesem Künstler,gewöhnlich in grossem Formate.
H. Meichelt war um 1850 zu München thätig.
1249. Joseph Heinrich Ludwig Marr, Genremaler, geb. zu Ham-
F-ic je . bürg 1808, gehört seit vielen Jahren München an,
II i-£a un ^ erwarb sich in dieser Stadt einen ehrenvollen• -I- J '• Ruf. In seinen Gemälden begegnen wir dem Lebenund Treiben des Volkes, meistens in humoristischer Auflassung, beilandschaftlicher Umgebung. Er malte Viehmärkte, Kirchweih- undWirthshausseenen, Pferdetäuscher, und viele andere Seesen, in welchenBauernnotabüitäten in eine komische Situation gerathen, irgend einmuthwilliger Junge Unruhe stiftet, das Weib den Mann aus demWirthshauselysium führt, oberbayerische Landgrazien im bunten Staate,oder auf dein Felde mit dein lieben Vieh erscheinen u. s w. In denBildern Marr's geht es oft durcheinander, indem er mit Figuren nichtsparsam ist. Der Künstler arbeitet noch gegenwärtig in München mitguter Laune. Seit längerer Zeit fügt er auf Gemälden den Namenbei, in den dreissiger Jahren bediente er sich eines Monogramms.Die beigefügte Zahl .'*•* ist daher nicht stereotyp, und es kann sich andas Monogramm eben so wohl .3.9 schlicssen. Einige Gemälde diesesKünstlers sind durch Abbildungen bekannt.
Die Rückkehr vom Viehmarkt, lith. von Wölffle, für II. Kohler'sSammlung der vorzüglichsten Werke neuer deutscher Künstler, roy. fol.
Ländliche Schlittenfahrt, lith. von J. Bergmann, fol.
Wirthshausscene im bayerischen Hochgebirge, lith. von Berg-mann, fol.
Der wilde Stier, lith. von II. Kohler, gr. qn. fol.
Das schwäbische Mädchen, lith. von II. Köhler, gr. qu. fol.
Rückkehr von der Hcsseloher Kirchweihe nach München amPfingstmontag, lith. von A. Podesta, qu. roy. fol.
Album. Auswahl von Originalzeichnungen neuerer Künstler. AufStein gezeichnet und herausgegeben von Anton Dresely. Münch.1843, qu. fol. In diesem Werke sind Lithographien in Tondruck.
1250. Unbekannter Kupferstecher, welcher um 1843 thätig war,
m> ^.* und zu den deutschen Kleinmeistern zu zählen ist. ErOt3 gehört der sächsischen Schule des Lucas Cranach an,nähert sich aber in der Stichweise dem Hans lirosamer. In derSammlung des Consul Claus zu Leipzig wurde das Blatt mit Simsoneinem Heinrich Meyer zugeschrieben, welcher aber in der Kunst-geschichte unbekannt ist. In Leipzig lebte jedoch ein Maler HansMeyer, welcher um 1855 blühte, und noch 1805 für den Kaiser Maxi-milian II. arbeitete. Dieser Künstler könnte um 1843 seine Laufbahnbetreten haben, und er wäre in diesem Falle auch der Urheber derFormschnittc mit einem ähnlichen Monogramme, da sich in denselbendie Schule des Lucas Cranach ausspricht. Bartsch IX. p. 73 beschreibtdrei Kupferstiche mit dem Monogramm, enthält sich aber jeder Angabeüber den Meister. Einen Theil der übrigen Blätter erwähnt auchBrulliot I. No. 2412, aber ohne genaue Beschreibung.
1) [B. 1] Abraham, wie er im Begriffe steht, den Isaak zum Opferzu bereiten. An einem Felde des Altars, unten gegen die Mitte steht:Gen, 22, und links oben das Zeichen mit der Jahrzahl iöMi. IL 2Z8 L. Br. 1 Z. 12 L.