IIP. Nr. 910-911. 321
in einem reich verzierten Portale, wo in der Höhe das herzoglicheWappen die Mitte einnimmt. Unten links am Fusse der Säule ist dasMonogramm, welches aber Morlo viel grösser gibt, als das erste Zeichen.H. 10% Z. Br. 67„ Z.
Wir fanden das erste Zeichen anf Holzschnitten in : Nemo Testa-ment, durch den hochgelerle Herrn Hieronymum Emser trewlichverleulscht. Collen f«73, 8. Anf S. 1, 118, 180 und 300 sind dievier Evangelisten eingedruckt, und dann kommen auch noch dreiapokalyptische Vorstellungen mit dem Monogramme vor.
Das zweite Zeichen kommt auf dem Titel eines Werkes vonW. Damasus vor: Rvewardus, sive de animi tranquilitate. Coloniaei5G7, 8. Die Vignette stellt ein Weib mit Sanduhr und Todtenkopfauf einer schwimmenden Muschel vor. Das Motto lautet: Mors Om-nium Rerum Extremum, und darüber steht die Jahrzahl iö(>2.
910. Hieronymus Federer, Stempelschncider in Regensburg, trat__ 1680 auf, wurde nach drei .lahren Münzmeister, und starb als**• solcher 1673. Auf Münzgeprägen der Reichsstadt Regensburg
findet man das Monogramm und die Initialen H. F.
911. Friedrich Hoffstadt, Kunstliebhaber, geb. zu Amorbach im-------- 1 Odenwald 1802, kam 1812 nach München in das
Y Haus seines Onkels, des Staatstninistcrs Baron von
__ I Zentner, und erlernte als Schüler des Gymnasiums
T ' mit spielender Leichtigkeit die Zeichenkunst. Err-J-T pflegte sie auch auf der Universität und als Staats-/ J- diener mit aller Liebe, indem Iloffstadt zum Künstlergeboren war. Mit besonderer Lust studirte er die mittelalterliche Kunst,und man kann behaupten, dass keiner seiner Zeitgenossen in den Geistder gothischen Architektur tiefer eingedrungen ist, als er. Beweiseliefern seine zahlreichen architektonischen Zeichnungen, und ein Muster-werk unter dem bescheidenen Titel: Gothisches A. B.C. Buch vonFriedrich Hoffsladl. Grundregeln des gothischen Slyls für Künstlerund Werkleute. Mit 42 Vorlegeblättern, und einer Abhandlung überGeschichte und Restauration der deutschen Baukunst; nebst einemWortverzeichnisse über deren Kunst- und Handwerks - Ausdrücke.Mit colorirten Titelblättern, in Holz geschnittenen Initialen und andernVerzierungen, alle, sowie die architektonischen Musterblätter, nach derZeichnung Hoffstadt's. Die erste Lieferung erschien 1840 in Frank-furt a. M., wo der Künstler Attache bei der Bundesversammlung war.Das vierte Heft wurde 1843 ausgegeben, Hoffttädt erlebte aber dieVollendung des Werkes nicht. Im Jahre 1847 erschien eine Ausgabemit französischem Text und 40 Blättern: Principes du Style gothique,exposis d?apr£s des docvments aulhenliques du moyen uge avecM) planches in folio ä Vusage des artistes et des ouvriers parF. Hoffstadt. Traduit de PAIIemand par Th. Aufschlaget: Frank-furt 1047.
F. Iloffstadt hinterliess eine grosse Anzahl von Zeichnungen,grösstenthcils in Aquarell, bestehend in Landschaften mit Architekturund Monumenten des Mittelalters, und auch eigene Compositionenanaloger Art. Auf vielen Blättern kommt das Monogramm vor, thcilsin einem Wappenschilde und zwischen der Jahrzahl. Iloffstadt ver-suchte sich auch in der Glasmalerei, wobei er sich zuweilen der Zeich-nungen des P. v. Cornelius bediente. Man findet daher das Monogrammauch auf Glasgcmälden zugleich mit jenem des Cornelius, oder allein,
Moiiogrammisten Bd. III. -'