320 HF. Nr. 907 — 909.
907. Harriet Ford, geb. Capel, die Gattin dos bekannten eng-bE 1 >F *.ik l' scncn Kunstfreundes Richard Ford, hatte Theil an der
■> J-:. t2S Herausgabe folgenden Werkes: Twelfe Etchings afterDrawings and Engravinqs by Parmigianino and Andrea Meldolla,in the Colleclion of Richard Ford. London 11122. Der zweite Bandmit 1» Blättern erschien 1825, so dass das ganze Werk 27 Copien nachRadirungen &c. des Parmigianino und Andrea Meldolla zählt, fol. DieRadirungen sind grösstenteils von R. Ford, nur vier Blätter gehörender Harriet Ford an, welche aber die Nadel eben so geistreich führte,als Richard Ford. Man findet sie im zweiten Bande:
1) Der Apostel Thomas, Copic nach dem Meister F. P. (Parmegianino),B. No. 9.
2) Der junge Mann und die beiden Alten, nach Parmegianino,B. No. 13.
3) Der schlafende Amor, nach F. P., und einem anderen Blatte,welches Bartsch No. 11 beschreibt. Es ist fast gänzlich unbekannt.
4) Das Mädchen mit dem Kissen. Copie von G. Reni's Blatt nachParmigianino, B. No. 11.
908. Unbekannter Formschneider, welcher in Ingolstadt gelebt,_ Lp zu haben scheint. Er kam da mit dem Mathematiker Philipp•ena--' Apian, dem Herausgeber der bayerischen Landtafeln, einerKarte von 24 Blättern, in Berührung. Das erste Zeichen steht linksunten am Rande der in Holz geschnittenen Uebersichtskarte von Bayern.Das Werk erschien in erster Ausgabe Uiüö, wie wir unter dem Mono-gramm IAGVZ, welches von Einigen dem Jost Amman zugeschriebenwird, ausführlich dargethan haben. In jenem Artikel ist nämlich dieApianische Karte beschrieben, so dass wir uns hier des Weiterenenthalten.
Das zweite Zeichen, welches demselben Künstler angehört, findetman auf Holzschnitten folgenden Werkes: Postilla catholica Evan-geliorum lotius anni, das ist, katholische Postill über die Evan-gelien 2 Theile, vorlängst 1530 ausgegangen, auf ein Neues alszuvor niemals dem lateinischen Text nach mit Fleisse übersehen etc.Ingolstadt 1003, fol. Der Verfasser dieses Werkes ist Johannes Eck.Auch in Hofmeister's Postilla Evangelica. Ingolstadt 1670, fol., sindBlätter mit dem Monogramme ohne Messer. Das eine illustrirt dasEvangelium vom Säemann , das andere stellt Christus vor, wie er ausdem Tempel entweicht, da ihn die Juden steinigen wollten.
Nach Brulliot App. I. No. 222 findet man ein dem zweiten ähn-liches Zeichen auch auf kleinen Holzschnitten nach Virgil Solis. Siekommen in einem Buche mit Emblemen vor, und wurden dann je sechsin einer Reihe auf einem Quartblatte abgedruckt. Höhe 1 Z. 9 L.Breite 2 Z. 6 L.
Das Monogramm bezieht sich wahrscheinlich auf den Maler undFormschneider Hieronymus Fondesendi aus Mechcln. Er erhielt lii64in Regensburg als kunstreicher Meister die Erlaubniss, eine Zeit langsich aufzuhalten. Apian lebte in Ingolstadt, und somit könnte Fonde-sendi für ihn gearbeitet haben. Der Künstler musste dann auch denOffizinen der Stadt bekannt seyn.
909. Unbekannter Formschneider, welcher um 1S38 in Cöln ge-u, lebt zu haben scheint. Merlo (Kunst und Künstler in Cöln" /IF S. !J94) fand sein Zeichen mit dem Schneidmesser auf der Titel-Einfassung zu: Polizey sambt anderen Ordnungen vnnd EdictenHerren Wilhelms Herl'zogen zu Giilich, Cleue vnd Berge. Gedrucktzu Collen durch Jacob iioter, Anno 1000, fol. Die Schrift steht