Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
319
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H F. Nr. 906. 319

heisst er H. Feide. Denn auf einem Bildnisse ist dem Monogrammedas Wort eide fe. 1570 beigefügt. Dieser Feide muss nun in derWeise der holländischen Schule gearbeitet haben, oder es handelt sichum zwei Künstler, wie wir glauben möchten. Dom II. Feide bleibendaher nur die Bildnisse.

1) Die Ehebrecherin vor Christus. Sie steht in Mitte dos Blattesvon Pharisäern und Soldaten umgeben, und links deutet Christus mitdem einen Knie auf dem Boden nach den eingeschriebenen Worten :Qui sine peccato etc. Rechts unten bemerkt man ein Täfclchcn mitdem ersten Zeichen und der Jahrzahl 1572. H. 5 Z. 4 L. Br. 9 Z.

2) Allegorie auf die Vergänglichkeit der Zeit. In einem von Ara-besken umgebenen Hund sitzt ein nackter Greis mit der Sanduhr aufdem Todtenkopf, und blickt mit geschlossenen Händen nach dem Himmel.Links gegenüber ist ein Greif mit einem grossen Degen, welcher sichauf dem Rücken hält. Um das Rund ist ein holländischer Vers ein-gestochen, und das Wort Male. 10. In der Mitte unten bemerkt mandie Jahrzahl 1572, und das zweite Monogramm steht auf einem Steine.11. !i Z. 2 L. Br. 3 Z. 7 L.

3) Eine fricsartige Landschaft. Links sieht mau Enten im Wasser,und oben bei Gesträuch sitzt ein Schütz. In Mitte des Blattes stehtein dicker Baumstamm, hinter welchem der Jäger mit der Flinte lauert.Rechts schiesst ein anderer nach den Enten, und neben ihm steht derHund. Am Baumstumpf links unten ist das kleinp Zeichen. Höhe1 Z. 3 L. Br. 4 Z. 10'/» L-

Dieses sehr seltene Blatt schreibt Bermaun ebenfalls dem Meisterbei Bartsch IX. p. 546 zu.

4) Ein etwas kleineres ähnliches Blatt mit Landschaft und Bäumen.Rechts kniet St. Hubertus vor dem Hirsche mit dem Crncifixe zwischenden Geweihen, und links am Rande sieht man die Hälfte des Pferdes.Ohne Zeichen. H. 11 L. Br. !> Z. 3«/, L.

!>) Die Bildnisse des Churfürsten Joachim IL von Brandenburg,einmal in Rüstung, und dann im churi'ürstlichen Ornate. Beide sindmit dem Monogramme bezeichnet; auf dem Blatte mit dem Churfürstenin der Rüstung ist aber beigefügt: eide fe 1570.

(i) Das Bildniss des Johannes Tacleri, Pastor zu Cotbus. Mit demMonogramm HF.

906 Unbekannter Formschneider, welcher um 1570 thätig war.■l""^;- Blätter mit seinem Zeichen findet man in einer Bibel,

hr,hF<c=x=~ welche 1570 zu Prag bei Georg Mclantrichius ab Aven-tinum gedruckt wurde. Sie stellen Sccncn aus dem alten und neuenTestamente vor. H. 4 Z. 6 L. Br. 6 Z. 6 L. Die Zeichnungen fer-tigte der Monogrammist TF, welcher in Wien lebte, wo sich wahr-scheinlich auch der Formschneider aufhielt. In Wien lebte zujener Zeit der Briefmalcr Hans Förster. Er gab 1573 eine Piquet-karte in 48 Blättern heraus. Die Figuren und Farben wurden aufzwei Bogen abgedruckt, und ein dritter Bogen gab die Kehrseiten.F. v. Bartsch beschreibt in seinem Werke über die Kupferstichsammlungder k k. Hofbibliothek in Wien S. 295 ein Exemplar. Auf einemBlatte steht: iuns forstkii KARUNMALBB IT WIM. Diese alten Karten-maler, auch Briefmaler genannt, waren gewöhnlich auch Formschneider.Hans Forster konnte daher auch grössere Compositionen geschnittenhaben, namentlich für die böhmische Bibel, da der Zeichner sein Zeit-genosse war.