272 H C. Nr. 703 — 700.
Von Hans Collaert, wahrscheinlich dem Jüngeren, sind folgendeH. ('. gezeichnete Blätter:
1) Folge von 20 Blättern mit Gehängen, welche architektonischeNischen vorstellen, und theils mit mythologischen Figuren geziert sind.Der Zeichner deutete durch die Abbreviatur EV. 0. INVE. seinenNamen an, und links unten steht auf jedem Blatte //. 0. II. '•< Z. bis:; Z. 2 L. Br. 9 Z. 4 — !i L.
Diese schöne und sehr seltene Folge ist in zwei Ausgaben vor-handen. Im zweiten Zustande ist sie nummerirt, im ersten nicht.
Die gegenseitigen Copicn haben die Adresse des Adrian Hubert.Wenn diese fehlt, erkennt man sie an der Beleuchtung. Die Copiensind von rechts, die Originale von links beleuchtet.
2) Folge von Blättern mit verschiedenen Brustgchängon, in reicherFassung von Steinen mit Figuren, Seeungeheuern und Perlen. DieZahl der Blätter kennen wir nicht, es sind aber deren wenigstens zehn,die nicht alle H. C. gezeichnet sind. II. (i Z. 3—S L. Br. 4 Z. !>—8 L.
Diese Blätter beurkunden einen feinen Geschmack in der Erfin-dung, und sind eben so schön gestochen.
3) Folge von ähnlichen Anhängstücken für Damen im Style derRenaissance. Die Mitte der grossen Stücke bildet Architektur, unddie äusseren Theilc bestehen aus Blätterwerk weiss auf punktirtemGrunde. An den Seiten und unten in der Mitte hängt überall einePerle an der Schnur, und rechts und links unten sind kleine Brust-stücke eingestochen. Wir kennen nur fünf //. C. bezeichnete Blätter,die Folge wird sich aber höher belaufen. II. t Z. HL. Br. 3 Z. (i L.
763. Herman Coblent, der Schüler der Collaert, welcher umit p LS70 —1B80 thätig war, scheint der Stecher jenes Blattes
• zu seyn, welches Frcnzel im Gatalog Sternberg III. No. 4'J2erwähnt. Es stellt den sitzenden leidenden Heiland in einem Rahmenmit den Büsten der Apostel vor, nach Martin de Vos, gr. fol. NachFrcnzel ist dieses Blatt //. C. sc. gezeichnet, er gibt aber keine Deut-ung. Von Hans Collaert kann keine Rede seyn.
764. Heinrich Garre, Genremaler, geb. zu Amsterdam 1(>!>G oder1688, wurde von Jakob Jordaens unterrichtet Er malteSccnen aus dem Volksleben. In der k. Galleric zu Schlciss-
heim ist ein H.C. gezeichnetes Gemälde auf Holz, welches eine gesell-schaftliche Unterhaltung vorstellt. Garre starb 1721. Er ist der ältereKünstler dieses Namens. Ein im Haag lebender Heinrich Garre starb1726, und hinterliess ebenfalls Genrebilder. Von einem andern Künstlerdieses Namens sind Stillleben bekannt. Er starb im Haag 17(17. Derjüngste Meister Namens Heinrich Garre starb 177i» im Haag.
765. Hans van Collen nennt, Merlo, Kunst und Künstler in Cölu
Hf-i S. 89, einen Formschneidcr, welcher für Buchbinder Metall-• ^- stücke zum Einpressen schnitt. Kr fand eine Ausgabe desbei Johannes Gymnicus H>41 gedruckten Quintilian, auf dessen Deckeleine Bordüre mit dem Namen des Künstlers eingedruckt ist. Wir kenneneine Ausgabe des Catullus von 1I>!>8, 8. Auf dem Deckel sind zweiH.C. gezeichnete Stempel cingepresst, der eine mit der Justitia, derandere mit der Lucretia.
766. Hans Wagner von Culmbach soll nach Heller, Monogr.-Lex.rj /-i i-'\r s - M7, durch diese Buchstaben seinen Namen-Tl. V^. JO.J4-. angedeutet haben. Dicss wäre nun der unter demNamen „Hans von Culmbach'- bekannte Maler, Heller sagt aber nicht,dass er ein Gemälde von Ü134 kenne. Vgl. No. 751.
H.C.