Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
206
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206 HB. Nr. 654.

karten zugeschrieben, da das Wappen von Erfurt auf dem Blatte mitdem Löwen und der Schrift: IERONIMVS, vorkommt. Der Name desKartenmachers Jeronimus sollte zwar nicht auf Heinrich Bopp führen,der Berichtgeber wollte aber aus der nicht sehr deutlichen Schrift HEN-RICVS herauslesen. In dem genannten Anzeiger des Baron v. Aufsesssind einige Blätter facsimilirt, aber mit deutlicher Schrift versehen.

Wir haben also einen Meister, dessen Thätigkeit 1534 in Erfurt,und 1535 in Magdeburg begründet ist, wenn er nicht in Erfurteinen auswärtigen Auftrag übernahm. 21 Blätter mit seinem Zeichenfindet man in folgendem Werke: Auslegung der Episteln vnd Evan-gelien, von Advent an bis au/f Ostern. Anderweit corrigirt durchDr. M. Luther. Darüber ein newes Register M. ü. XXXV. Am Ende:Gedruckt durch Michaelem Lotther M. I). XXXV (Magdeburg). DiesesWerk besteht in drei Theilen, jeder mit derselben Titeleinfassung.Der zweite Theil enthält die Auslegung von Ostern bis Advent undträgt die Jahrzahl M. D. XXXI. Der dritte Theil erklärt die Evan-gelien der Festtage. Die unbezeichnete Titeleinfassung ist 8Z. 4-5L.hoch, und 5 Z. 6 L. breit.

Dieselben Holzschnitte findet man auch in der von Johannes Bugen-hagen ins Sassische übersetzten Bibel Dr. M. Luther's: Biblia, dal ys,de gantze hillige Schrifft Sassech corrigeret. — Gedrucket tho Magde-burg, dorch Michael Lolter 1536, fol. Ein Theil dieser Blätter istvon Gottfried Leigel, und man könnte glauben, dass Brösamer derSchüler desselben gewesen sei. Die Ausgabe von 1536 hat mehrBlätter, als jene von 1531 — 1535. In der späteren Auflage ist einBlatt mit Brösamer's Monogramm und der Jahrzahl 1538. Es stelltden hl. Lukas vor, wie er die Madonna malt. Letztere erscheint mitdem Kinde rechts in der Glorie." H. 4 Z. 4 L. Br. 5 Z. 2 L. Diespätere Ausgabe der Bibel hat den Titel: Biblia: Dat ys: De gantzeHillige Schrifft. Vordiidtschet dorch D. Marl. Lulh. — Gedruckttho Magdeborch dorch Hans Walther 1545, fol.

Der Verfertiger dieser Holzschnitte gehört zu den geschicktestenKünstlern seines Faches. Er war unstreitig auch Zeichner, hatte aberüberdiess im Schneiden eine Fertigkeit, wie wenige andere Illustratorenseiner Zeit kundgeben. Nach der Angabe im Anzeiger für Kunde derdeutschen Vorzeit findet man von diesem Monogrammisten auch Bild-nisse, welche gleichfalls zu den vorzüglichsten Leistungen der Zeitgehören. Der Berichtgeber macht keines namhaft, wir kennen aberzwei Bildnisse mit diesem Zeichen in folgendem Werke: De VictoriaWirtember \ gensi: Ad Illustrem — Heroa Philippü \ Hessorum —Principe gratulatoria Acclamatio Authore I Helio Eobano Hesso —M.Ü.XXXIIII, 4. In dieser seltenen Schrift findet man das Bildnissdes Landgrafen Philipp des Grossmüthigen von Hessen, sicher vondemjenigen geschnitten, der sich unter dem grossen Portraite diesesFürsten Hans Brösamer nennt. Der Landgraf ist von vorn gesehen,und trägt Federn auf dem Barett. Seine Hände ruhen auf einem Tischeoder einer Fensterbrüstung. Oben rechts und links sind Wappen, undrechts auch das Zeichen des Künstlers, welches hier mehr als je ausHCB zu bestehen scheint, so dass wir es unter diesen Buchstabenwiederholen müssen. Unten steht: Rebus Alexandro similis etc.H. 4 Z. 9 L. Br. 3 Z. 7 L. In demselben Werke ist auch das Bild-niss des Eobanus Hessus, mit breitem Bart und Mütze fast von vorngesehen, wie er die Hände auf den Tisch legt. In der linken oberenEcke ist ein ähnliches Zeichen, und unten steht: Lustra nouemmumerans Eobanus etc. H. 4 Z. 10 L. Br. 3 Z. 7 L. In dem obenerwähnten grossen Blatte ist der Landgraf Philipp von Hessen im