Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
205
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HB. Nr. 634. 205

zeichnender Künstler war. Wenn wir also an ihn als selbstständigonMeister halten, dann ist der Maler, Kupferstecher und Formschneider(Zeichner?) Hans Brosamer von Fulda ein anderer Künstler, obgleichman jetzt auch annimmt, dass dieser 11. Brosamer in Erfurt gelebt habe.Es geht aber aus zwei Kupferstichen desselben hervor, dass er 1542und 1341» i n Fulda thätig war, da sie folgende Inschrift tragen :Johannes Brosamer Fuldae degens faciebat. Das Bildniss des AbtesJohann von Fulda ist 1541 gestochen. Der Formschneider Hans Bro-samer lebte aber schon früher in Erfurt. Das durch seine Namensunter-schrift beglaubigte Bildniss des Landgrafen Philipp von Hessen ist jeneseines Mannes von 30 bis 33 Jahren, und muss also um 1535 geschnittenworden scyn, da der Landgraf 1304 geboren wurde. Einem um 1334in Erfurt lebenden Künstler gehört auch das obige Zeichen an. Denin Erfurt verstorbenen Hans Brosamer (richtiger Brosamer) hat C. Beckerim Kunstblatt 1834 S. 180 aus dem Universitäts-Matrikel nachgewiesen.Nach der Aufschrift auf einem Miniaturgemälde starb er 1532 an derPest Sie lautet: Hans Brosamer pinxil aui obiit pesle 1052. DerMaler und Kupferstecher Hans Brosamer In Fulda lebte noch 1354,und nach der Tradition starb er erst 1560. Aus diesen Umständenschliesse ich, dass H. Brosamer von Erfurt mit dem II. Brosamer vonFulda nicht Eine Person sei. In den früheren Werken über Kunstund Künstler nennt man einen Hans Bresang, welcher vielleicht ausBrosamer hervorging. Man deutete aber irrthüinlich das Zeichen desHans Baidung Grien, und auch des Jakob Binck auf ihn.

Brulliot I. No. 966 gibt das erste Zeichen nach Christ (Monogr.-Erklärung S. 210), welcher sagt, dass das Monogramm mit einer Kautein Mitte des H auf Holzschnitten von Anton von Worms stehe. Christfügt aber gleich darauf auch eines der andern Zeichen bei, aber ohneweitere Bestimmung. Auf Holzschnitten von Anton Woensam von Wormshatte Brulliot das fragliche Monogramm nicht vorgefunden, und kannteauch kein anderes Blatt mit demselben. Er glaubte vielmehr, Christhabe das Zeichen ungenau gegeben, und es sei jenes des Jakob Binck,da dieser Meister in der Mitte des H ein C bildete. Der ein ver-kehrtes C scheinende Beisatz der obigen Monogramme ist nur die un-vollkommen ausgedrückte Raute, und hat als solche keine Bedeutung.Das erste Zeichen zwischen der Jahrzahl 15 34 findet man aufeinem Holzschnitt mit dem Wappen der Stadt Erfurt, und mit denvier Grafschaftswappen. Es wurde zu Druckwerken benutzt, wir kennenaber aus dem Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit 1855 S. 16nur ein solches späteren Datums: Concordale und Verträge, sozwischen dem Erzbischoff von Mainz und der Slad Erffurdt auf-gericht, llem Concordale etc. elc. Gedruckt in der freyen SladErffurdt durch Melchior Sachsen 15119, fol. Auf diesem Titel istdas erwähnte Wappen eingedruckt, es muss aber schon in früherenWerken vorkommen. Der Berichtgeber im Anzeiger für Kunde derdeutschen Vorzeit verfiel auf Heinrich Bopp, Meister der freien Künsteund Astronom in Erfurt, welcher dem Sebastian Münster eine Ansichtvon Erfurt zum Schnitte für dessen Cosmographey überschickt hatte.Er vermuthet sie in den Ausgaben von 1592 an, der Stock ist aberschon in der Ausgabe von 1578 abgenützt, und wenn die Ansicht derStadt Erfurt auch schon etwas früher vorkommen sollte, so kannHeinrich Bopp (Münster sagt Bopv) doch die 1 itclvignette mit demStadtwappen nicht gezeichnet haben, da sie mit der Jahrzahl i«3*versehen ist. Diesen Bopp oder Bopf müssen wir also aufgeben,da wir über seine frühesten Kunstlcistungen keine Nachricht haben.Im Anzeiger 1857 S. 216 werden ihm zwar auch noch zwei alte Spiel-