Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
207
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HB. Nr. 655. 207

Harnisch bis an den halben Leib nach rechts vorgestellt, und trägteinen reich mit Federn geschmückten breiten Hut, fol. R. Wcigelgibt im zwölften Hefte seines Prachtwerkes: Holzschnitte berühmterMeister etc. eine sehr schöne Copie dieses äusserst seltenen Blattes.

Ein in derselben Weise behandeltes Bildniss, aber ohne Zeichenund Namen, ist jenes des Dichters Hans Sachs mit Buch und Papier-rolle hinter einem Tische, auf welchem steht: *545 iiaks sachs. alter51 iak. Der Dichter hat einen starken Bart, und sein Kopf ist miteiner Kappe und einem Hute bedeckt. H. 11 Z. 9 L. Br. 10 Z. 5 L.Dieses Blatt ist im alten Drucke äusserst selten, sowie man von demBildnisse des Landgrafen von Hessen nur ein Exemplar auf der Biblio-thek zu Gotha kennt. In der von Derschau'schen Sammlung ist einneuer Abdruck des Bildnisses von Hans Sachs angegeben. Im Textedazu wird gesagt, dass Hans Brosamer dieses Bildniss dem Dichterzu seinem It. Geburtstage verehrt habe. In dem Werke des R. Z.Becker: Bildnisse der Urheber und Beförderer, auch einiger Gegnerder Religions- und Kirchenverbesserung etc. Gotha 11117, kommtebenfalls Sachsen's Bildniss vor. Dass es von der Hand desjenigenherrührt, welcher das Portrait des Landgrafen von Hessen geschnittenhat, unterliegt keinem Zweifel, und es ist somit ein Werk des HansBrosamer. Wer aber diese beiden Bildnisse geschnitten hat, der hatkeines der Blätter gestochen, welche Bartsch VII. p. 456 ff. dem HansBrosamer zuschreibt, und zuschreiben muss , weil auf zweien dessenName vorkommt. Der Verfertiger des Bildnisses des Landgrafen Philipphat aber auch keines der Blätter geschnitten, welche Bartsch weiterdem Brosamer zuschreibt, und wir glauben daher, dass es sich umzwei Künstler handelt, um einen Formschneider von Profession, undum einen Zeichner und Kupferstecher. Der erstere ist in Hans Bro-samer von Erfurt gefunden, den andern führen wir No. 050 ein. Weraber nur einen einzigen Künstler anerkennen will, der verbinde diesenArtikel mit jenem des Hans Brosamer von Fulda.

Damit sind wir aber mit dem Erfurter Hans Brosamer noch nichtganz im Reinen. Herr J. II. Schneidor erwähnt im Deutschen Kunst-blatt IHM S. 214 von „Hans Brosamer" als in der herzogl. Sammlungzu Gotha vorhanden: Bathseba im Bade, gedruckt zu Erfurt, imp. fol.in 3 Thcilen. Dieser grosse, uns unbekannte Holzschnitt besteht alsoaus 3 Theilen, d. h. aus 3 Blättern, und muss daher von dem folgen-den, in 9 Blättern vollständigen Formschnittwerke mit Bathseba imBade verschieden seyn. Wir fanden auf diesem den Druckort Erfurtnicht vor, und daher muss das Blatt mit den folgenden Zeichen Gopieseyn, oder es liegt eine andere Composition zu Grunde, da die Jahr-zahl J004 beigefügt ist. Der Erfurter H. Brosamer soll nämlich 1552an der Pest gestorben seyn, und somit kann er die Zeichnung von 1554nicht geliefert haben. Ueber die Composition des Werkes von 1554vergl. den folgenden Artikel.

655. Hans Brosamer, Maler, Kupferstecher und Formschneidervon Fulda, ist schon im vorhergehenden Ar-tikel erwähnt, ohne dass wir uns überzeugenkonnten, dass er mit dem Hans Brosamersich nennenden Formschneider von Erfurt

,_____________________, j]i ne Person sei. Brosamer starb 1552 an

der Pest, die Zeichnung zu dem Formschnittwerke mit dem gegebenenZeichen ist aber von 1554. Wir glauben, dass sie von Hans Brosameraus Fulda herrühre, dessen Lebenszeit traditionell bis 1560 ausgedehntwird. Das sehr seltene Formschnittwerk mit diesem Zeichen stellt auf