Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
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202
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202 HAV-HAW. Nr. 647-649.

Zeichen des Marc Anton, rechts jenes des Copisten. Zwischen denbeiden Frauen ist ein Stein ohne Inschrift. Im Originale steht aufdemselben : sibillae tibvrtina et cvmana raf. vrb. invent. romae.Das Blatt unsers Copisten ist gleichseitige Copie eines zweifelhaftenStiches von Marc Anton, welchen Bartsch No. 397 nur in einer Nach-bildung kannte, da er die Schrift auf dem Steine nicht vorfand. Höhe10 Z. 7 L. Br. 7 Z. 4 L.

647. Hans von Achen, Bildniss- und Historienmaler, geboren zu

MCöln 1KS2, gehört zu den namhaftesten deutschen Künst-lern seiner Zeit. Er lebte mehrere Jahre in Italien, trat' dann in Dienste des Herzogs Wilhelm V. von Bayern,und zuletzt in jene des Kaisers Rudolph II. Auch KaiserMathias bestätigte ihn 1011 als Hofmaler. Der Künstlerging aber nicht nach Wien. Er starb zu Prag den6. Jänner 1613. Dlabacz thcilt in seinem Künstler-Lexicon für BöhmenI. S. 2ä die Schrift des im Dome zu St. Veit vorhandenen Grabsteinesmit, und diese berichtigt alle irrigen Angaben über das Geburts- undSterbejahr des Künstlers. Auch der Name desselben wurde verunstaltet.Die Franzosen nannten ihn Jean Dac und Dach. Orlandi bringt ihnunter Abak und Aquano vor. Andere heissen ihn Ack, van Aken,Fanachen , Fanchen , Janachen &c. Der Künstler selbst scheint Hansvon Achen oder Ach geschrieben zu haben, weil das auf Gemäldenund Zeichnungen vorkommende Monogramm aus HVA besteht. Aufdem von J. Saenredam gestochenen Bildnisse desselben heisst erJohannes ab Ach, und auf einem anderen Bildnisse aus dem Verlagedes Heinrich Hondius steht Johannes Aquanus. Jan Lutma nennt ihnauf dem von ihm gestochenen Bildnisse des Künstlers Johannes ab Acken.Auf dem von Waldreich für Sandrart gestochenen Bildnisse steht Johannvon Ach. Auch auf den vielen nach ihm gestochenen Blättern liestman meistens Johannes ab Ach, nur ausnahmsweise Joh. von Achenoder ab Achen. Selten kommt der Name Hans von Ach vor. DieSadeler kannten ihn aber unter dem Namen Hans von Achen. Merloverzeichnet die vielen nach ihm gestochenen Blätter, 189 an der Zahl.In den Kirchen zu München und Prag, dann in den Gallerien zu Wien,Cöln, und in Privatsammlnngen sind noch viele Gemälde des Künstlers.In München und in der k. k. Gallerie zu Wien sind Bilder mit denbeiden ersten Zeichen. Brulliot I. No. 490 gibt das dritte als auf Ge-mälden und Zeichnungen vorkommend. Die Form ist wahrscheinlichzu weit aus einander gezogen.

648. H. V. Antonissen, Landschaftsmaler, welcher in der erstent T"yy Hälfte des 17. Jahrhunderts in Holland gelebt zu haben~~1/vv scheint. Im Museum zu Antwerpen trägt ein Seestück mit

Gebäuden seinen Namen. Antonissen malte aber auch Landschaftenin der Weise des Paul Bril, und war vielleicht der Schüler dieses1626 verstorbenen Meisters. Das Monogramm findet man auf einemKupferstiche, welcher eine Landschaft mit Ruinen, und die ruhendehl. Familie vorstellt. Dieses Blatt erinnert an P. Bril. Immerzeelund Ch. Kramm kennen diesen Meister nicht.

649. Unbekannter Kupferstecher, welcher in der zweiten HälfteUY/"tkv^ aes 16. Jahrhunderts thätig war, wahrscheinlich inriW, HW Nürnberg. Brulliot I. No. 494 fand das erste Zeichendem herzoglich bayerischen Medailleur und Kupferstecher Hans Weinerzugeschrieben, bezweifelte aber mit Recht die Richtigkeit dieser An-gabe. Die Blätter mit diesem und dem zweiten Zeichen sind nichtsweniger, als von Weiner gestochen.