Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
201
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HAS-HAT. Nr. 644 —646. 201

vorstellend, auf graues Tonpapier getuscht. IL 6 Z. 9 L. Br. 7 Z. 5 L.Die Zeichnungen, welche die Universität bewahrt, waren im Besitzedes bekannten Joachim van Sandrart. Herr Professor Dr. Rössler, derBibliothekar der Universität, hat sie in den besten Stand gebracht,und somit ist dieser reiche Schatz zum zweiten Male gehoben.

644. Unbekannter Kupferstecher, welcher in der zweiten HälfteT N . P" des l!>. Jahrhunderts in Deutschland lebte, vielleichtli\ ^ • '" München. Jedenfalls gehört er der süddeutschenSchule an. Das Zeichen ist indessen mit rother Farbe eingezeichnet,und somit könnte es auch jenes des alten Besitzers der Blätter seyn.

1) Die Marter der hl. Barbara. Sic kniet rechts bei einem Thurme,und ein Mann mit dem Turban auf dem Kopfe ergreift sie zur Ent-hauptung. Unten steht ein Vers und das Zeichen. H. 4 Z. 6 L.Br. 7 Z. 7 L. Copie eines Blattes des altdeutschen Meisters derSibylle, wie man ihn jetzt nennt. Cabinct zu München.

2) Die Marter des hl. Erasmus, das Gegenstück zu obigem Blatte,aber ohne Monogramm. Zwei Henker haspeln die Gedärme aus, undder König mit fünf Begleitern steht hinten als Zuschauer. Oben siehtman die Hand Gottes. Die Schraffirung besteht aus vielen kleinenschrägen Strichen, mit einer gewissen Sicherheit behandelt. Cabinet

zu München. *•'#.«.

3) Die Enthauptung der hl. Cathanna. Sie kniet nach links ge-wendet vor den zertrümmerten Rädern, unter denen drei Figuren liegen.Bechts sieht man den König und einen Mann. II. 8 Z. 6 L. Br. !i Z. 2 L.Cabinet zu München. . , _,.

4) Die hl. Jungfrau auf dem Ihronc von reicher gothischer Archi-tektur. Sie hält das nackte Jesuskind mit der Weltkugel stehend aufdem Schoosso. Ucber der Madonna schwebt der heil. Geist, unterwelchem sich ein Bandstreifen mit einer unleserlichen Schrift entrollt.In jedem der Tabernakel zu den Seiten des Thrones ist die Figureines Propheten. H. 7 Z. 9 L. Br. 4 Z. 10 L. In der fürstlichWallerstoin'schen Sammlung ist ein Exemplar mit dem Zeichen inblauer und rother Farbe.

645. Unbekannter Formschneider, welcher wahrscheinlich imi i \ a c . !?• Jahrhundert gelebt hat. Er schnitt das BrustbildH. A. S. SC. ,j eg 'Wittenberg'schen Professors Johannes Forster,welches Lukas Cranach 1IM gemalt hatte. Das Blatt ist aber Copienach dem Holzschnitte des Meisters HAB, welcher ohne Grund HansBocksberger genannt, wird. Mit der Inschrift: Viva imai/o Joann.Förster!, etc. Cran. pinx. H. A. S. Sc., 4. Das Original findet manvor dem Titel des hebräischen Lcxicons von Forster (U»54), und dieCopie wird zu einer spätem Ausgabe gehören.

646. Unbekannter Kupferstecher, welcher um die Mitte desT mT>T* l(i. Jahrhunderts in Italien gelebt zu haben scheint. ErJrzi/JrXV ist nur als Copist bekannt, war aber nicht im Stande,das Original genau nachzubilden.

1) Cleopatra, halb entblösst auf dem Bette liegend, im Momente,wie sie am Gift der ihre Arme umwickelnden Schlange stirbt. Sie istnach links gewandt, und links unten steht das Monogramm auf einemTäfelchen. Gegenseitige Copie nach Marc Anton, B. No. 1J9. H. 4 Z.Br. 6 Z. 6 L. . . „ , „ .. . ,

2) Die beiden Sibyllen, jede mit einem Buche. Rechts oben be-merkt man einen Theil des Thierkreises, und daher ist dieses Blattauch unter dem Namen dos Zodiacus bekannt. Links unten ist das