Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
146
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146 G W. Nr. 470.

470. Georg Wechter, Malor und Radirer, war um 1879—1600 indwJCWA Nürnberg thätig, und erscheint später als Bürger

uw fl^ZJZM ^ in Bamberg, wie aus dem Titel seines Groteskeu-G "VC^Ct Vv. buches hervorgeht. Ein G. Wechtor war aberschon 1873 thätig, indem diese Jahrzahl auf dem Blatte mit der An-sicht von Memmingen steht, und dass ein G. Wechter Prospekte radirthat, beweiset das Blatt mit der Ansicht des Rathsberges bei Erlangen.Man liest darauf: o. wecht. 1021. Dieses Blatt ist aber weder gut ge-zeichnet, noch gefällig radirt, und Georg Wechter hatte daher für dieLandschaft wonig Geschick, oder es lebte noch ein zweiter G. Wechter,welchem die Prospekte angehören. Sehr gut radirt sind die Muster-blättcr für Goldschmiede, und diese gehören sicher dem Georg Wechteran. Die älteste Folge ist von 1579, und wenn der Prospekt von Mem-mingon ebenfalls von ihm herrührt, so muss er ein ungewöhnlich hohesund kräftiges Alter erreicht haben, da die Blätter zu dem Werke überdie Wunder zu Marienweiher von 1630 auch noch von einem GeorgWechter herrühren. Die Thätigkeit von 1578 bis 1630 für einen unddenselben Künstler ist aber zu lang, und es könnte daher ein zweiterG. Wechter anzunehmen seyn.

1) Ein stehender Bauer mit Bündel und Stock, von Arabesken um-geben. Mit G. W., 4.

2) Ein am Fenster sich sonnender Bauor, von Arabesken umgeben.Mit G. W., 4.

3) Neuw Grotesken Buch allerlei/ Französischen Poetslein. In-ventirt Gradirt vndt Verlaß durch Georg Wechlern Burgern undMahlern in Bamberg 1610. Folge von 28 schön radirten und seltenenBlättern mit verschiedenen Figuren in Arabesken. Jedes Blatt hat dieInitialen G. W. Ein Blatt mit acht geflügelten Genien trägt ausserdemauch die Jahrzahl 16 Uh H. 6 Z. Br. 8 Z.

4) 30 strick zvm verzachnen fvr die Goldschmid verfertigt Ge-org Wechter Maller. ISuremberg 1570. Diese sehr gut behandeltenund ebenso seltenen Blätter enthalten Muster zu Vason, Kannen,Bechern, Degengriffen &c. Sie sind grösstenteils mit den Initialenbezeichnet, in der Form unserer vierten Buchstaben, kl. 4 und kl. fol.

8) Das Wappen mit drei Sternen in einem mit Arabesken bedecktenFelde. Auf dem geschlossenen Helme ist ein halbes springendes Pferd,und das Ganze steht unter einem mit vier Figuren gezierten Portal.Neben den Fussgestellcn bemerkt man die grösseren Buchstaben.H. 3 Z. 11 L. Br. 3 Z. 3 L.

6) Ein nach rechts hin reitender Türke mit gezogenem Säbel.Links unten: G. W. in. No. 11. Im Rande: Ilostilem inseclor praedam.

Dieses Blatt gehört zu einer Folge von 12 Kupferstichen vonHeinrich Ulrich in Nürnberg. Das erste Blatt ist von.Paul Mayr er-funden, und trägt ausser dem Namen des Stechers die Jahrzahl 1090.Das Blatt No. 8 ist mit Wechtcr's Monogramm versehen , wie obenNo. 459 gegeben Früher schrieb man die Compositiou dem GabrielWeyer zu.

7) Conlrafaclur des heg. romy. reychs slal Windsheim Samptvmligende landschaft durch nicolav Scheller zv ehrn seines liehenVaterland 1576. In der Mitte unten 0, W. IL 11 Z 3 L. Br. 14 Z.!» L.

8) Des heiligen Romischen \ Reichs Stadt Mem/uiiii/cu \ 1573.Dieser Titel steht oben auf einer von zwei Engeln gehaltenen ver-werten Tafel. Links am Rande in halber Höhe G W. Gegenüber amzechten Rande sieht man in einem Schilde ein vom Pfeile durchbohrtesHerz mit den Buchstaben ML und G ü. H. 3 Z. 4-5 L. Br. 10 Z.OL.