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3 (1863) GK - IML
Entstehung
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GV. Nr. 414.

414. Urs oder Ursus Graf, auch Ursg'raf und Vrsgrnf genannt,war Goldschmied, Medailleur, Zeichner und Form-schneidcr in Basel, wo er um 1830 starb. Ob er indieser Stadt geboren wurde, ist nicht bekannt, jeden-falls aber ist daselbst sein Wirkungskreis zu suchen.Frühere Schriftsteller deuteten das Monogramm aufeinen van Goar, Gamperlin und Gemberlein.Etwas näher kam Papillon mit seinem Vis-Graf,Christ lässt aber das Zeichen ohne Deutung. Unterden vielen und theils sehr schönen Zeichnungen diesesMeisters im Museum zu Basel gibt eine genauen Auf-schluss über den Namen des Meisters. Sic hat wahr-scheinlich die eigenhändige Unterschrift: Vrsus: Graf:Goldschmid vnd mumisen. schider avo Basell. ano.2.52.3. Auf den anderen mehr oder weniger vollen-deten Zeichnungen kommt der Name nicht vor, sondernnur ein Monogramm, welches im Hauptzuge immerdem einen oder dem anderen der gegebenen Zeichengleicht, nur dass es öfter mit der Feder nur flüchtiggemacht ist. Den Dolch mit verschlungenem Zugefügte der Künstler auch auf einigen Zeichnungen bei.Darunter ist ein sehr schön mit der Feder gezeich-netes Bildniss mit dem genau aufgeschriebenen Mono-gramme zwischen der Jahrzahl 1510 und dem Dolchemit Zügen darunter.

Das vierte Zeichen mit dem Löthrohre gibt Bartsch.Man findet es auf dem von ihm No. Ei beschriebenenBlatte mit Christus, wie er seinen Jüngern befiehlt,in alle Welt auszugehen, um das Evangelium zu ver-künden. Oben erscheint Gott Vater mit dem Symboldes hl. Geistes, und in den Ecken sind die Attributeder Evangelisten. In der Mitte unten ist das Zeichen.Diese Vorstellung ist auf dem Titel der Passion, welchebei J. Knoblauch in Strassburg erschien, und von IKOti"V*-JT an etliche Auflagen erlebte. Bartsch spricht von dieser(A/* Passion No. 2, scheint aber kein vollständiges Exem-

\VJ plar gesehen zu haben. Fast alle Blätter sind mit den

if Initialen V G bezeichnet, keines mit dem Monogramme,

ausser jenem auf der Titelvignctte. Es fragt sich auch,ob diese Passion von Ursus Graf herrührt. Sie istwahrscheinlich in Metall geschnitten, und könnte vonjo dem allerdings noch nicht urkundlich erwiesenen Ursus

TöJ/O Gemberlein herrühren, auf welchen früher die Zeichen<j^/üZS des Ursus Graf gedeutet wurden. Wir können aberauf diese Passion hier nicht weiter eingehen, weil die Blätter derselbenVG gezeichnet sind. Das erwähnte Blatt ist aber nicht das einzigemit diesem Zeichen.

Das fünfte Monogramm, ebenfalls mit Andeutung der auf einenGoldschmied sich beziehenden Boraxbüchse oder des Löthrohrs, findetman auf dem Titelholzschnitte der Passion von Daniel Agricola fastmit derselben Composition. Ein zweiter Holzschnitt mit dem Mono-gramme auf dem Täfelchen und der Büchse stellt die Parabel vomreichen Manne und dem armen Lazarus vor, ersterer im geheiztenKessel, letzterer im Schoosse Abrahams. Wenn das vierte Monogrammauf dem Titelholzschnitte der grossen Passion einen anderen Künstlerandeuten sollte, allenfalls den Ursus Gemberlein, so müssen auch die