Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
113
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GS. Nr. 365. 113

in Truck verfertigt: \ Durch Huldrichum Frölich Plavensen, jetztBurger zu Basel. Gedruckt zu Basel, \ durch Huldrichum Frölich, |

Im Jar ------ M. D. LXXX VIII. Mit 44 Holzschnitten, welche unten

aufgezählt sind.

Huldrich Fölich von Plauen, welcher den 3. Februar 1(110 inBasel starb, hat durch dieses Werk eine bis in die neueste Zeit dau-ernde Verwirrung angerichtet, indem die allerwenigsten Vorstellungenden gegenwärtigen Todtcntanzgcmälden in Basel und Bern entnommensind. Der Meister G. S. copirtc grösstenthcils die Holzschnitte desHans Holbein jun., welche mit den restaurirton und seit 1010 verun-stalteten Gemälden nicht stimmen. Es bleibt daher nicht nur die Titel-schrift auffallend, sondern auch die Erklärung.Frölich's in der Vor-rede, wo er ebenfalls sagt, was er in Druck ausgehen lassen wollte,nämlich den „Todtentanz, wie er zu Basel der Ordnung nach aufS. Predigcr's Kirchhoff mit teutschen Reimen verzeichnet, mit sammtdem Bernischen, weil sich derselbe gar artlich mit (dem) der weitbe-rühmpten Stadt Basel vergleichet." H. Frölich erklärt also dadurchwohl deutlich, dass er die Sccnen des fraglichen Todtentanzes in Holz-schnitten beifüge, in welchen die Holbein'schen Figuren enthalten seynmussten, da der Herausgeber seinen Mitbürgern gegenüber es nichtgewagt hätte zu schreiben, dass er den Todtentanz, wie er zu Baselder Ordnung nach &c. verzeichnet, in seinem Buche mit den Reimengebe. Wir glauben daher nicht, dass ihm nach Massmann (die Basler-Todtentänze. Stuttgart 1847) die Reime anscheinlich die Hauptsache,und die Illustrationen nur Nebensache waren , wenn er auch in derVorrede von „schönen und nützlichen, allerlcy Ständt und Völker Ilabitund Kleidung abbildenden und zu beiden Todtontänzen dienenden Fi-guren" spricht. Der Meister G. S. mag die berühmten Holzschnitte desH. Holbein allerdings benützt haben, weil ihm die Zeichnung reinervorlag, als in dem von Hans Hug Kluber 1508 restaurirten Gemäldendes Todtentanzes an der Mauer des Prediger Kirchhofes in Basel, esist aber auch möglich, dass die Zeichnungen nach den Gemälden inBasel und Bern gemacht wurden, da die Blätter grösser sind, als jenevon Holbein. Dass wenigstens einige Gemälde nachgezeichnet wurden,beweiset das Bild des II. H. Kluber im Cyklus der Vorstellungen,welcher sich also bei der Restauration Zusätze, und wohl auch Aen-derungen erlaubte, wodurch das ursprüngliche Gepräge litt. Eine ganzeUmgestaltung erfolgte erst 1610, so dass die Holzschnitte von GS mitden Gemälden nicht mehr stimmen, wie auch aus den Copien vonM. Merian zu ersehen ist. Wir glauben aber, dass die Holzschnitteunsers Meisters die Compositioncn enthalten, wie sie nach der Restau-ration von 1508 in Farben ausgeführt waren, und II. Frölich nahmfür seine Reime auch Bilder des Berner Todtentanzes hinzu. Wenndieses, wie wahrscheinlich, sich so verhält, dann konnte Frölich ohneAnstand sagen, dass er den Baseler Todtentanz und den Berner inAbbildung mit den Reimen gebe. In diesem Falle hätte ProfessorF. Fischer recht, wenn er in seiner Denkschrift zur Einweihung desneuen Museum in Basel den Grossbasler Todtentanz auf den Holbein-schen Ursprung zurückführt, während man bisher nur die berühmtenHolzschnitte dem H. Holbein zuschreibt, und nicht zugibt, dass erTodtentanzbilder in Farben ausgeführt habe. Wenn aber die Holz-schnitte des Meisters G. S. den Basler Todtentanz nach der Restau-ration von II. H. Kluber in Abbildung geben , so muss notwendigerWeise II. Holbein Zeichnungen zu den ursprünglichen Gemälden ge-geben haben, da Figuren in seinen Holzschnitten vorkommen. Letzteresind aber bedeutend später erschienen, indem die Gemälde zwischen

Monograministen Bd. III. O