Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
114
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114 G S. Nr. 365.

1S20 und 1525 entstanden. Es lag dabei die Absicht vor, die Bilderdes Berner Todtentanzes zu verbinden und zu erweitern, und dor Auf-trag dazu erging ohne Zweifel an einen Hans Holbein, aber nicht anden Sohn, sondern an den Vater Hans Holbein. Er ist wohl jenerMeister dieses Namens, welcher 1520 im rothen Buche der Zunft zumHimmel in Basel erscheint, nachdem schon drei Jahre früher SigmundHolbein aufgenommen war. H. Holbein der Vater lebte mehrere Jahrein Basel, und mit ihm kam auch H. Holbein dor Sohn nach dor Schweiz.Letzterer war 1 520 ein Jüngling von zwei und zwanzig Jahren, undobwohl bereits ein tüchtiger Meister, wird er als junger Mann demebenfalls kunstreichen Vater gegenüber den Auftrag zu einem öffent-lichen Werke, wie dar Basler Todtentanz, kaum erhalten haben. So-mit kann man nur an Hans Holbein den Vater denken, welchen derjunge Holbein kräftig unterstützte, vielleicht mit dem grössten Theileder Zeichnungen zum Todtentanze in Gemälden. In der Sammlung desErzherzogs Carl zu Wien ist eine HL. 1525 signirte Zeichnung blaulavirt auf schwarzem Grunde, welche den Tod vorstellt, wie er einWeib mit sich fortzieht. Wenn also in dem von Kluber restaurirten,und wie wir glauben in den Holzschnitten des Meisters 6 S erhaltenenTodtentanz Holbcinische Figuren vorkommen, so kann dieses nur be-weisen, dass die Todtentanzgotnälde des Prediger Kirchhofes von HansHolbein dem Vater herrührten, und zwar in der ursprünglichen Fass-ung, nicht in der geistreichen und erweiterten Durchbildung der Scenenin den berühmten Holzschnitten des jüngeren Holbein. Dass ein HansHolbein den Basler Todtentanz gemalt habe, scheint auch aus der Vor-rede der Imagines Mortis von 1547 hervorzugehen. Es heisst darin,dass seitdem, d. i. seit dem Erscheinen der ersten Ausgabe von 1838,der Tod auch den Maler geholt habe. Hans Holbein der jüngere starberst 1554, und man hatte ihn in Lyon, wo die Trechsel damals einemit zwölf Holzschnitten vermehrte Ausgabe der Holzschnitte mit denTodesbildern vertrieben, wohl mit dem Vater verwechselt, welcher 1524starb. Ueber die Holzschnitte der Imagines Mortis nach Zeichnungendes berühmten H. Holbein jun. werden wir unter dem MonogrammeHL handeln. Hier sei nur noch bemerkt, dass die Trechsel oder ihrVorredner, dieselben wohl ihm allein zuschreiben, wenn sie auch sagen,den Künstler, der diese zierlichen Figuren erdacht (imagine), habeder Tod geholt.

Der Meister OS hatte seine Arbeit gegen 1576 begonnen, indemdie Vertreibung aus dem Paradiese mit dieser Jahrzahl versehen ist.Er vermehrte die Zahl der Blätter auf 44, wobei er sich der Hülfeder Monogrammisten DR, HIW und R bediente. Die zweiten Ab-drücke findet man in folgendem Werke:

Der Hochloblichen vnd I weitberümpten Statt I Basel \ kurtze,aber nutzliche Beschreibung: \ Inn welcher nicht allein von I jhremVr'Sprung, Namen Regi- \ ment: Sondern auch was fürnemlichen \da zu sehen vnd sich verloffen, tractiret, sampt des Todtenlantzes,Basels vnd Berns \ Reumen, mit darzu dienstlichen Figuren geziert

____. Jetzt widerumb durch \ Hulderichum Frölich Plavi: P. L.

vnd Burger zu Basel, den Auctorem selbs, | mit fleiss vbersehen —.Getruckt zu Basel, \ durch Sebastianum Henricpetri Anno ChristiCIOIJCVUI.

Frölich scheint auch einen besonderen Abdruck des Todtentanzesohne Beschreibung der Stadt Basel beabsichtiget zu haben, wie aus derVorrede zu dem genannten Werke zu vermuthen ist. Conrad Mechelliess die Holzplatten des 0 S mit andern wieder abdrucken, und sofortwurden sie bis 1796 unter dem gleichen Titel aufgelegt: