Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
58
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58 GMAF. Nr. 186.

Das Geburtsjahr dieses Meisters ist nicht genau bekannt. Bartschglaubt, dass er gegen 1520 geboren worden sei, und die meisten spä-teren Schriftsteller haben ihm beigestimmt. Ghisi arbeitete bereits1540, und noch 1578. Auf 25 Blättern kommen Jahrzahlen vor, abernur neun Kupferstiche weisen den vollen Namen auf. Auf zehn an-deren Blättern steht: GeoryiusMantuanus oder G. Mant., und 42 wei-tern Stiche sind mit dem Monogramme bezeichnet, wie oben, undG MF No. liH. Das von Christ, Orlandi, Strutt, Florent-le-Comte,Gori, Ifuber, Malpe u. A. gegebene, aus MANT bestehende Zeichenkommt nicht vor, wenigstens nicht einzeln. Auch das Monogramm GFII. No. 2014 gehört diesem Künstler nicht an.

Zu den Hauptblättern mit dem vollen Namen (Georgias GhisiManluttmix) gehören: Der Traum des Rafael oder die Melancholie desMichel Angelo (1561), B. No. 67, die Geburt des Memnon nach Gi-ulio Romano (1568), Ij. No. 57, die Auferstehung der Todten oder dieSkelette nach G. B. Bcrtano (1853), B. No. 60, die Calumnio nach Luc»Penni (1560), B. No. 64, der auf der Löwenhaut ruhende Herkulesnach eigener Zeichnung (1567), B. No. 56, Herkules mit der Hydranach Johann Baptist Bertano (1558), lt. No. 44, Diana und Orion nachLuca Penni (1556), B. No. 41!, das ürtheil des Paris nach J. B. Bertano(1555), B. No. 60 &c.

Zwei Meisterstücke mit dem Tauf- und Ortsnamen (GeoryiusManinanus) sind: Die Schule von Athen nach Rafael (1550), B. No. 24,und die Disputä über die Eucharistie nach demselben (1552), B. No. 23.Die sogenannte Disputä fand zahlreiche Erläuterungen, von A. Zanettiim Cabinet Cicognara p. 488, von Schnaase im Kunstblatt 1856 S. 286,von J. W. J. Braun: Raffaels Üisputa. Düsseldorf 1(109, und vonAnton Springer: Rafael» Dispula. Bonn lfiOO. In Naumann's ArchivVI. S. 124 ist eine wichtige Zusammenstellung der Ansichten bei Ge-legenheit der Anzeige des acht Quadratfuss grossen neuen Stichesvon Joseph Keller. Die erwähnten alten Blätter stammen aus G. Ghisi'serster Periode, und gehören im alten Drucke mit der Adresse vonHieronymus Cock zu den Seltenheiten. An diese Blätter reihen siebzwei Vorstellungen aus der trojanischen Geschichte: Der Vcrrath desSinon nach Gio. Uattista Mantuano, B. No. 28, und die Einnahme vonTroja nach demselben, B. No. 20. Derselben Categorie gehört auchdas jüngste Gericht nach Michel Angcio an, B. No. 25. Die sehr sel-tenen ersten Abdrücke sind ohne Schrift, die zweiten ohne Adresse>und ohne Dcdication an Matthäus de Mervi van Clootryck, die drittenmit der Adresse des J. Jaeobus de Rubeis und der Dedication. Sehrschön ist auch der Triumphzug nach Giulio Romano ohne Datum*B. No. 68. Im späteren Drucke mit der Adresse des Nicolaus vanAelst jun. ist die Jahrzahl 1605 beigefügt. Von gleichem Werthe istdie Heimsuchung der Elisabeth nach Franc. Salviati, B. No. 1. Imk. k. Cabinet zu Wien ist ein unvollendeter Druck. Der Pfeiler linksist über dem Pack, welchen ein Weib auf dem Kopfe trägt, ganz weiss>Im frühen Drucke fehlt auch Lafreri's Adresse.

Auch mehrere Blätter mit dem Monogramme gehören zu den Haupt-werken, die erwähnten Stiche haben aber den Vorzug.

186. Giorgio Ghisi Mantuano , der vorhergehende Künstler, be-_.__._, diente sich dieses Zeichens nicht eigenhändig, es deutetClJVr- recit- aber seinen Namen an. Man findet es auf einer Copi fldes Heilandes am Kreuze von Engeln umgeben, B. No. 8. Der Copis 4nahm das Bild von der Gegenseite und scheint holländischer Abkunftzu sfeyn, weil auf späteren Abdrücken die Adresse des Franz van denWyngaerde vorkommt. Höhe des Originals 12 Z. Breite 8 Z. 2 h-