1046 A. Nr. 2522 — 2523.
einer Gruft. Unten steht in alter deutscher Schrift: (Moria ~/d vitecaro tabet adlle ve.nite. liic decor hec forma hec lex omiftg vna. DerGrund ist mit Kreuzschraffii'ungcn bedeckt, und in Mitte des Blattes^encu links steht auf einem Herzen das Künstlcrzcichcn. II. 6 Z.11 L. Br. 10 Z. 2 L.
2522. Unbekannter Kupferstecher, welcher in der früheren Zeit>tt< des Iß. Jahrhunderts in Belgien gelebt zu hauen scheint, wahr-'» scheinlich in einem geistlichen [nititute. Nach der gütigen Mit-theilung des Herrn E. Harzes liiulet man das gegebene Zeichen aufeinem roh gestochenen Blättchen, welches den leidenden Heiland vor-stellt. Er sitzt mit dem Körper nnch links, und den Kopf in vT Ansichtnach rechts gewendet, auf einem Würfel, an welchem der Buchstabe Aeingestochen ist. Oben steht: Ucee Homo. II. 2 Z. 9 L. Br. 1 Z. 9 L.
Herr Harzen fand dieses Blatt in einem Manuscripte auf derBibliothek in Lüttich eingeklebt. Diese und viele andere Hand-schriften stammen aus dem Kloster St. Trudo, und in allen sindKupferstiche eingeklebt, welche ausserdem entweder gar nicht, oderdoch höchst selten vorkommen, Diess dürfte auch mit dem leidendenHeilande der Fall seyn. Ob das Blatt von einem Geistlichen, odervon einem Bruder des Stiftes gestochen worden sei, liisst sich nichtbestimmen. Wir worden noch Öfters Gelegenheit haben, auf dieLütticher Manuscripte zurückzukommen,
2523. Erhard Altdorffer, Maler und I'ormschneidcr, wurde erst. in der neuesten Zeit in die Kunstgeschichte eingeführt,
fjY^\ vornehmlich durch die Bemühungen des Herrn Wiechinauiif\ Kadow, welcher 18ö(> unter Ilinweisung auf die Mecklen-•* *- burgischen Jahrbücher von Lisch XXI. S. 298 in Dr. lt. Nau-mann'« Archiv II. S. 132—134 u. 179—181 einen Theil der Alt-dorlfer'sehen Holzschnitte beschreibt, und noch ausführlicher über ihnhandelt in der interessanten Schrift: Die mceklrnburuisrhen Form-Schneider des 1(1. Julirbiiiidirls Schwerin IHMI. S. 15 ff« E. Altdoi IVcrwar Hofmaler des Herzogs Heinrich des Friedfertigen von Mecklenburg,begleitete diesen Kürslen auf der Reise zur Vermählung der Prin-zessin Oatharina mit dem Herzoge Heinrich von Sachsen- Kreiberg,und führte um 1550 den Titel eines Baumeisten. Die herzoglichenRechnungen nennen ihn aber schon von 1512 au. Von seinen Ge-mälden ist nichts erhalten. Eines seiner Hauptwerke, der Altar inder hl. Üluts-Capcllc zu Sternberg von 1510 ging 1741 durch Fouors-brunst zu Grunde. Man findet aber eine bedeutende Anzahl vonHolzschnitten, von welchen die frühesten ;iuf die altsä.chsischc Schuleweisen , während die späteren Arbeiten deutlich den Eintluss desälteren L. Cranach vorrathon. Altdorffer dürft« sich daher längereZeit in Wittenberg aufgehalten haben, wo Oranueh lebte und wirkte.In welcher Beziehung er zu Albert Altdorfer stehe, oh er ein Bruderoder Verwandter sei, war bisher nicht, zu ermitteln. Das oben ge-gebene Monogramm hat Aehnlichkelt mit unserm No. 46 gegebenenZeichen. Mau findet es auf einer radirteu Landschaft, welche imStyle an Albort Altdorfer erinnert; für diesen Meistor aber doch vielFremdartiges zeigt. Vielleicht gehört das Blatt unserm Künstler an,da das Monogramm auf keinem zweiten Stiche des Albert Altdorfervorkommt, letzterer Überhaupt eines ganz anderen Zeichens sichbediente.
Wiechmann - Kadow bringt das Verzeichnis» der Holzschnitte vonund nach E. Altdorffer auf 13 Nummern, deren die wenigsten mit