Druckschrift 
1 (1858) A - CF
Entstehung
Seite
986
Einzelbild herunterladen
 

986 CC. Nr. 2885.

Claude Corneille vindicirt, auch das unähnliche Bildniss des König!Franz I., welches in spateren Ausgaben der Portraitsammlung durchein getreueres ersetzt ward*. Zu Herausgabe jener Königsbildnissebewog ihn wahrscheinlich ein früheres Werk mit Holzschnitten vonJean Bouchet, welches mit er folgendem Titel erschien: Lcs aneienncsel modernes (leneuloijies des Roy* de france et mesmemertl du /{oy I'hara-mond. Auec, leurs lipUaphes el Efßfiet, I'oivtiers, le 27 nouembre J!j,'il, 4.Dieses Buch enthält die Bildnisse der 57 ersten Könige von Frank"reich, welche auch in Ausgaben von 1537 und 1545 vorkommen. PerMeister CC stach die Bildnisse der Eonige Pharamond, Glodion,Glovis I. und Clotar II. genau von der Gegenseite in Kupfer nach,die Bildnisse von Meroväus, Childehert I. u. II., Clotar I. , Charibcrt,Chilperic I., Dagobert I., Charlemngne, Charles le Chauve, Louiid'üutrcmer, Henry 1. und Louis XII. dienten ihm nur zu Studien, dtdie meisten Portraite sowohl nach (hm Gesichtszügen, als nach demCostürno ohnehin der Phantasie angehören. Alle anderen Bildnisseseiner Sammlung sind aber nach neuen Zeichnungen gestochen, unddie Vorbilder waren in der Sammlung des Meisters Corneille inLyon zu Südes.

Corneille muss aber von 1546 au, seit dem Erscheinen der Epi"tomes des Koys &c, die Sammlung bedeutend vermehrt haben, indemdie Königin Catharina de Medicis im Hause des Künstlers nicht nurihr eigenes Jugendbildniss, sondern auch die Portraite ihrer Prinzes-sinnen sah. Sie selbst könnt«! auf solche Weise nur gegen 1550 ge-malt worden seyn, und die Bildnisse der Prinzessinnen Töchter niusstcCorneille wenige .Jahre vor dem Besuche der Konigin nach Original'Portraiten copirt haben, da, sie die Königin und ihre Begleiter soähnlich fanden. Bei dieser Gelegenheit machte der Herzog von Ne-mours der Mutter grosse Schmeicheleien wegen ihrer Schönheit, undwer wissen will, was er gesagt, und die Königin geantwortet hat, leseentweder die Memoiren des Brantöme nach, oder den Auszug bei M>de Laborde 1. c. p. 77. Der Besuch der hohen Herrschaften in LyOBfand gegen 1570 statt, und Felibien muss daher mit seinem CornelCorneille im Irrthum seyn, oder es handelt sich vielmehr um einenganz anderen Künstler, da er diesen 1554 itn 51. Jahre sterben Iftart-Allein er spricht deutlich von dem Besuche der Königin Catharinamit ihren Töchtern im Hause des Meisters Corneille, und beruft sichauf Brantöme. Wenn Felibien ferner sagt, dass C. Corneille unterder Regierung Franz I., Heinrich II. und Carl IX. gearbeitet, undeine Menge von Bildnissen gemalt habe, so könnte man auch glauben,die Portraite dieser Fürsten und ihrer Angehörigen seien nach demLeben gemalt; allein das erwähnte Bildniss dos Königs Franz ttB*in eine Zeit (1514), in welcher Corneille wohl noch ein Knabe war.und dass er in seiner Sammlung dem allergrössten Theile nach nurCopien von anderen Gemälden besass, hat Graf D. de Laborde wohlzur Genüge bewiesen. (Jebrigens sind seine Copien von höchstenInteresse. Die von ihm gestochenen Portraite der französischen König 6dienten allen späteren Werken dieser Art zur Grundlage. Robert'Dumesnil 1. c. p. 10 verzeichnet mehrere Bücher, welche von IW*bis 1613 in Frankreich mit solchen Bildnissen erschienen sind. 81*enthalten alle Holzschnitte nach den Stichen des Meisters CC \""Lyon. Das Monogramm desselben steht jedoch auf den Holzschnitt"copien nicht. Zuweilen aber findet man es auf dein Blatte mit demBildnisse des Königs l'haramond, in Copie nach einer Copie. £**zierlichste Werk, welches durch Inspiration des Epitome des MeistersCorneille entstanden ist, sind die Effiyies reijum Francorum omnium-"