954 CAV-CAW. Nr. 2274-2277.
schrift etwas bemerkt. Auch die Jahrzahl ist ihm entgangen. Ueherden Formschneider wagen wir keine Vcrmuthung. Er lebte wahr-scheinlich in Nürnberg.
2274. Crispin van den Broeck, Maler, Architekt und Kupfer-
C-KA7- -p» Stecher von Antwerpen, war Schüler von Franz Kloris,\X Yjy und malte verschiedene historische Bilder in der Weisedesselben. Auf einigen findet man das gegebene Zei-chen, wie auf dem Bilde der Anbetung der Könige in der k. k. Gallericzu Wien. Auf Kupferstichen kommt dieses Monogramm nicht vor.Du Zeichen derselben besteht gewöhnlich aus den Buchstaben c Vß-,worüber wir an der betreffenden Stelle handeln. Der Artikel überdiesen Meister soll hier überhaupt nicht als abgeschlossen be-trachtet werden.
2275. Dirk van Deelen soll nach Brulliot App. I. No. 17 der•ey T">v Träger dieses Zeichens seyn. Der genannte Schriftsteller
L\ / 1 liest aber C A V D, so dass man eher auf Carel van DeelenKj\L^S rathen möchte. Wir werden unter C VI) dieses Mono-gramm wieder bringen, und das Weitere verhandeln.
2276. Claas van Wieringen? Dieses Monogramm gibt ChristS*y S. 134 mit der Bemerkung, dass es vielleicht dem ClaaS( AVy van Wicringen angehöre, was Heller in seinem Monogr.-V^/\V Lexicon fast als gewiss annimmt. Allein C. van Wieringenbediente sich zur Bezeichnung seiner Werke eines aus C C W be-stehenden Monogramms, da er Cornelis Claasz beisst. Er malte Ma-rinen und Landschaften mit Staffage, Niemand sagt uns aber mit Ge-wissheit, dass das gegebene Zeichen auf Bildern oder Kupferstichendieses Künstlers vorkomme. Christ scheint es jedoch vorgefunden zuhaben, da er von keiner Mittheilung zweiter Hand spricht. DasRäthsel wird der folgende Artikel lösen, nämlich jener des GabrielWeyer, welcher wahrscheinlich für Claas van Wieringen eintreten muss.
2277. Gabriel Weyer, auch Wycr, Maler und Kupferstecher,geb. zu Nürnberg um 1580, gest. zu Coburg
If°*Vr 1*aY/ llm *"40. Dieser geschickte und fruchtbare,LAX>rAV Künstler ist durch historische und allegorischeDarstellungen bekannt, deren viele in Kupfergestochen sind. Sein Hauptwerk machen die 77 emblematischen Ott'der zwischen den Fenstern des Rathhauses in Nürnberg aus, dochhaben die Malereien stark gelitten. Peter lsselburg hat sie 1617 ge-stochen. Die Gemälde in Gel scheinen sehr selten zu seyn, dochfindet man noch eine ziemliche Anzahl von Zeichnungen, und Stichenach solchen. Elftere sind mit der Feder umrissen, theils getuscht,Iheils in Bister ausgearbeitet, und mit Weiss gehöht. Auf Zeich-nungen und Stichen nach G. Weyer fand Brulliot I. No. 238 die ge-gebenen Monogrammen. Im Künstler-Lcxicon XXI. S. 366 haben wirKupferstiche fremder Meister und eigenhändige Radirungen Weyer'sverzeichnet. Zu den schönsten Blättern gehören jene mit den Dar-stellungen aus der Parabel vom verlornen Sohne, welche P. Isselburggestochen hat, qu. fol. Dass der Künstler auch im Genre tüchtigwar, beweiset ein Blatt von demselben Kupferstecher. Es stellt einenSaal vor, in welchem verschiedene Paare bei Musik versammelt sind.Der Stich ist von 1613, qu. fol. Vcrgl. auch den vorhergehendenArtikel.