878 BRE. Nr. 2047—2048.
Figuren belebt. Links bei einem halbzerstörten Pilnster sieht manzwei Lanzknechtc, mehrere Reiter, und verschiedene Personen zu Fuss,alle in der Tracht der damaligen Zeit. Passavant (deutsches Kunst-blatt 1850 S. 364) macht auf dieses eminent seltene Matt auf-merksam, sah aber nur das Fragment im brittischen Museum, welches2r> Z. 10 L. hoch, und 18 Z. 9 L. breit ist. Früher wurde es vonStrutt und Ottley besprochen. Zani ist der einzige, welcher in denMateriali etc. p. 55. eines completen Fxcmplarcs im Hause Perego zuMailand erwähnt. Nach diesem Hess Malaspina di Sannazaro einegetreue Zeichnung nehmen, welche sich in der Sammlung desselben zul'ailna befindet. Die Zeichnung beurkundet nach Passavaut einentüchtigen Meister der altitalicnischen Schule. Die Figuren sind meistetwas überschlank, besonders dünn die Beine der jugendlichen Männer.Die Behandlungswcisc des Stiches nähert sich der des Mantcgna, beiwelchem Bramaute, che er nach Mailand gegangen (um 1476), in derMalerei sich vervollkommnet haben soll. Mailand verlioss er nachdem 1499 erfolgten Sturze des Herrscherhauses, die Jahrzahl ist aberauf dem brittischen Fragmente verrieben, so dass oben nur M . . an-gedeutet ist. Malaspina bemerkt indessen nichts von einer Jahrzahl.Duchesne sen. will diesen Kupferstich dem Mantcgna zuschreiben, an-dere hielten ihn für Arbeit des Bartolomeo Suardi, genannt Braman-tino. Das Blatt ist sicher nicht von Mantcgna, und die Inschrift laute*auch nicht auf Bramantino da Milano. Man kann daher mit mehrKocht für Bramantc Lazzari Parthei nehmen. Seineu Beinamen hältauch eine Bildnissmedaille fest. Sic hat die Inschrift: BRAMÄNTESASDRVALDINVS. Dadurch lernen wir auch den Geburtsort desMeisters kennen, nämlich Monte Asdroaldo im Gebiete von Urbino.
Ausser dem genannten Blatte gibt es noch einen anderen grossenKupferstich mit der pcrspectivisch.cn Ansicht eines römischen Gebäudesmit Portikus. Oben steht: BRAMANTI ARCHITECTI OPVS. DieserStich ist sehr verschieden von dem obigen im brittischen Museum,und man kann daher denselben dem Bramanto nicht zuschreiben, wiegeschehen ist. Das Blatt ist auch schwerlich von Marc Anton, welchemes Duchesne beilegt. Es wird wohl Nicolo Beatrizct Vaterstelle ver-treten müssen. Die Platte erhielt später Nicolaus van Aelst, welcherseine Adresse beifügen Hess. Zuweilen findet man das Blatt dem beiAnton Lafreri in Rom erschienenen Speculum Romanao Magnificentiacbeigegeben. Wie viele andere alte Blätter, gehört es ursprünglichnicht zu diesem Werke.
2047. H Reck, sculp. 1678 steht auf einem in Kupfer ge-stochenen Blatte mit dem Bildniss des Jacob Kandel von Altorf. Un-ter Reck ist wohl der Kupferstecher B. Recknagel zu verstehen. Erarbeitete schon drei Dcccnnien früher.
2048. Johann Peter van Bredal oder Breda, Maler von Antwerpen,ii i /7/2 wur« um 1680 geboren, und kam später nach Wiennreaa i / 14. j n ])i cns t ft c ] es "gxiraen Eugen ton Savoyen. Er malt«Schlachten, welche dieser Fürst gegen die Türken geschlagen hatte.Zwei Bilder dieser Art von 1716 und 1717 sind in der k. k. Galleriezu Wien: J. P. van llredul, bezeichnet, zwei andere Schlachlgoniäldcin der Gallerie zu Schieissheim tragen aber nur den Namen Breda 1 74AMan verwechselt diesen J. P. van Bredal häufig mit Peter van Bredal,welcher 1630 in der Weise des Jan Breugbol malte. Er wurde 1689Direktor der Akademie seiner Geburtsstadt, und hatte 1717 sichernicht mehr gelebt.