BL. Nr. 1932—1936. 831
1932. Baisiez, Kupferstecher in Paris, deutete durch diese Buch-staben seinen Namen an. Der SchreibmeisterRoyllet gab in der zweiton Hälfte des 17. Jahr-hunderts ein Sohriftbuch unter folgendem Titelheraus : I.es Fideles Tableau.r. de J.'Arl d' Ecrirein gr. fol. Die Vorschriften sind von Baisiez
fl _^ gestochen, und der Anfangsbuchstabe seines
O/rfTt^S^l Namens kommt auf den Blättern in verschiedenen^y(U — Zügen vor, immer grösser, als hier gegeben.
Auf anderen Blättern kommt der verzogene Buchstabe R, und auch inVerbindung mit B vor, so dass Royllet Baisiez zu lesen ist.
1933. Ludwig von Berger, ein dänischer Offizier, welcher umrj\ 1830 die Charge eines Obersten bekleidete, radirte mehrere\p Blätter, theils nach Ostade, theils nach eigener Zeichnung.0 ^-—' Einige tragen das gegebene Zeichen.
1934. Unbekannter Kupferstecher. Sein Zeichen fanden wir auf„ einem inittelmässigen Kupferstiche, welcher Christus vorstellt,
$\ wie er von den Juden verspottet, geschlagen, begossen, und aufjede Weise verhöhnt wird. Als Einfassung dienen verschiedeneVotivgegenstände. Oben gegen rechts steht die Jahrzahl l'Mfy , undunten im Rande: Wahre Abbildung des Schmerzvolleidendm Heilandes"" Kärker, so zu sehen in der Filrstl. Jungf. Stü/jft S. Calharina inÜresslau, (i. Der Stich ist von einem neueren Künstler, vielleicht zuAnfang des vorigen Jahrhunderts gefertiget.
1935. Bernardo Luinl und Bernardo Licinio können auf diese
B Initialen Anspruch machen. Der ältere ist Bernardo Luini,
. JL_/. welcher um 1460 geboren wurde, und neben Leonardo daVinci Bewunderung erregt. Im deutschen Kunstblatt 18r>4, S. 230 wirdein mit B. L. I50G bezeichnetes Gemälde als Werk des Luini erwähnt.Diese Jahrzahl spricht allerdings für ihn, ausserdem müssen aber dieKennzeichen eines hohen Talentes und einer schöpferischen Kraft vor-handen seyn, welche in der Grazie und in der Naivctät eines Leonardos jch äussert. Die Schönheit und Erhabenheit des Styls rcisst jedenhin, welcher die zahlreichen Frescobilder, und die in den ersten Gal-erien versammelten Gemälde dieses Meisters betrachtet.
Mit B. /.. zeichnete aber auch Bernardo Licinio aus Pordenonc,dessen Werke in Zeichnung und Composition an Tizian, im Uebrigenan Gio. Antonio da Pordenonc erinnern. Er ist jünger als Luini und,obwohl ein tüchtiger Meister, mit diesem nicht zu vergleichen. ZuSalcto in Tadovano ist ein Gemälde mit drei Heiligen bezeichnet:Hernnrdi Licinii Opus 1535. 7m seinen Hauptwerken gehören aberdie Bildnisse, worunter jenes des berühmten Architekten Andrea Pa-ladio besonders zu nennen ist.
1936. Balthasar Laury? In der Geschichte des k. Kupferstich-15 T Gabinets zu Copenhagen van B. von Ruhmohr und J. M. ThieleDJL S. 33 ist eine Folge von 6 in der Weise Tcmpesta's nicht
geistlos radirten Blättern angegeben, welche Thiere vorstellen: 1) Leo-pard, 2) Esel, 3) brunstiger Esel, 4) sitzender Affe, 5) kriechenderAffe, 6) Stier. II. 1 Z. 10 L. Br. 2 Z.
Die Verfasser des genannten Werkes äussern über den Verfertigerder Blätter keine Vermuthung. Wir glauben, dass unter BL BalthasarLaury zu verstehen sei. Im Jahre 1570 zu Antwerpen geboren, warer Schüler des Paul Brill, verlebte aber die längste- Zeit in Rom.