Druckschrift 
1 (1858) A - CF
Entstehung
Seite
828
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828 BKI—BL. Nr. 1923 — 1924.

1) In einem unmöblirten Zimmer sitzt eine reich gekleidete Dameund reicht einem ihrer Anbeter die Hand zum Kusse, während siedem neben ihr stehenden Buhlen auf den Fuss tritt. Ein dritterkommt von links her. Nach den Uoberschriften ist der erste einFranzose, der zweite ein Deutscher und der dritte ein Spauier. Durchein in der Ilintonvand angebrachtes Fenster deutet der Schalksnarrmit der Rechten auf die Dame, und sticht mit der Linken dem deut-schen Michel den Esel. Im Oberrandc steht: Mitt Fusstrctten Hundt-drucken vnd Lachen: Kan Ich sie alle drey zu Narren Machen. JmUnterrandc stehen unter jedem Liebhaher vier Verse, wodurch der-selbe seine Gesinnung ausdrückt.. Der Spanier findet sich durch dasLächeln der Dame angezogen, der Franzose will sie in seine Woh-nung führen, und der Deutsche denkt an den alleinigen Besitz. DieVerse des Narren an der Zimmcrwand sprechen jedem den Erfolg ab.Rechts unten im Rande ist das erste Zeichen. Höhe der Platte 7 Z-5 L. Br. 9 Z. 6 L.

Brulliot I. No. 902 gibt das Monogramm nach der Anzeige imCatalog Hartlaub, fügt aber die Beschreibung des Blattes nicht bei-In der Geschichte des Kupferstich-Cabinets in Copcnhagen von BaronRumohr und J. M. Thiele S. 29 ist das erwähnte Blatt angegeben,aber nicht so genau, wie wir es durch die gefällige Mittheilung desHerrn Börner vermochten.

2) Zwei junge Damen zu den Seiten eines Taubenschlages, inwelchem viele kleine Gavaliere ein- und ausfliegen, und dabei gelegent-lich in's Wasser fallen. Die Damen fischen sie aber mit Sieb undAngelschnur wieder heraus. Oben steht: Einer Jungfrauen Berti t'»<wie ein Dauberthaus , da einer cinjleucht, der andere aus. Unten stehendeutsche Reime und das zweite Zeichen. II. 7 Z. 5 L. Br. 9 Z. 6 L-— Dieses Blatt ist in dem Buche von Rumohr und Thiele beschrieben-

1923. Bartholomä Kutan, Kupferstecher von Augsburg, ist unterTt K"l f c ' en Initialen II K. No. 1918 bereits eingeführt, und daher

/" bemerken wir hier nur, dass man auf Bildnissen undkleinen Andachtsblättern die Abbreviatur des Namens finde.

1924. Johann Lingelbach, Landschaftsmaler, wurde 1625 zu Frank-

Afurt am Main geboren, machte aber seine Studien in Holland,und begab sich 1642 von Amsterdam nach Frankreich, wo etzwei Jahre verlebte. Weitere acht Jahre brachte er in Romund in anderen Städten Italiens zu, und von 1650—1687 war wiederAmsterdam der Schauplatz seiner Kunst. Lingelbach malte Seehäfenmit einer Menge von Figuren, Scenen aus dem Volksleben, öffentlicheMärkte und Kirmessen, Bilder voll Charakter und Leben. Die vonA. Zylvelt gestochenen vier genuesischen Seehäfen, und die zwölf ita-lienischen und orientalischen Häfen von J. Gronsvelt geben einen Be-griff von den reichen Bildern dieses Meisters. Auf einigen findetman das Monogramm, auf anderen den Namen.

Einige wollten dem Künstler jene radirten Blätter beilegen, welcheim Artikel des Leonhard Brasser aufgezählt sind. Dieser Künstlerarbeitete aber fast um hundert Jahre später. Der Irrthuni wurdedurch das Monogramm herbeigeführt. Brasser bediente sich fast des-selben Zeichens, fügte aber den Buchstaben F bei, so dass wir esunten unter BL.F. No. 1948 geben. Ein zweites Monogramm dosL. Brasser, welches aus den etwas geneigten Buchstaben RL. mit f :besteht, hätten wir hier einfügen können, wollten aber den Artikeljenes Meisters nicht trennen.