Druckschrift 
1 (1858) A - CF
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822
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822 BIF—BIG. Nr. 1904—1905.

1904 Rifkua TT Dieser Name steht auf einem geistreich undm ll ius * • kräftig rateten Blatte, welches vier verschie-dene Büsten enthält. Der Kopf rechts hat einen grossen Bart undfliegende Haare, und nehen diesem ist ein anderer mit grosser Nase,gebogenem Kinn und Kropflmls. Nach links bemerkt man einenjüngeren Kopf mit Hut und Feder, sowie einen Kindskopf. H. 5 #•3 L. Br. 4 Z. 1 L.

Dieses sehr seltene Blatt ist von Carlo Biffi aus Mailand, von«fliehen Bartsch P. gr. XIX. p. 81 nur ein Bildniss des Musikersund Schauspielers Francesco Gabrielli kennt. Er starb 1675 hn70. Jahre. Es ist indessen noch zu bemerken, dass zu jener Zeitauch ein Crcmoncser dieses Namens gelebt hat, welcher Bildnisse malte.

1905. BIGHORDI. —GRILLANDAI. * m v $Zl y %

Florenz sind berühmte Freseobildcr, wclcho von Domenico Girlandajo(Grillandajo) gemalt sind. Das eine dieser Gemälde stellt die Geburtder hl. Jungfrau dar, und im ersten der drei Rechtecke, welche dieBettlade zieren, steht: Bighordi, im dritten: Orülandai.

Durch die Kunstgeschichte geht die Tradition, dass die MalerDomenico und Bencdetto Ghirlandajo aus der florentinischen Familieder Bigordi stammen, dennoch sind sie in den betreffenden Werke 0über Malerei fast immer unter den Namen Corradi dcl Ghirlandajoeingeführt. Allein nur der Grossvater beider Künstler heisst Tom;umso di Currado, woraus Migliori, Orlandi und nach ihnen LanZ'ihren Domenico und Bencdetto Corradi schufen. Der Ur - Grossvaternannte sich Ridolfo Bigordi oder Bichordi, und diesen Geschlechts-namen hielt auch Tommaso in seinem Testamente von 1480 fest, in-dem er sich „Tommaso di Currado di Doffo Bigordi Sensale" nennt.Donienico Grillandai setzte daher ebenfalls den Namen BIGHORDIauf das Gemälde der Geburt der Maria, und der Beiname war be-reits im Volke wohl so bekannt, dass er ihn beifügen zu müssenglaubte. Er hatte nach der Angabe im Testamente des Vaters 1480ein Alter von 31 Jahren, und wurde demnach 1449 geboren, nicht1451, wie man gewöhnlich angibt. Im Jahre 1498 erscheint „Ben«'detto di Tommaso di Churado di Doffo Bichordi" an der Stelle deskurz vorher verstorbenen Bruders Üomenico als Chef der Familieistarb aber bald darauf, da dessen Wittwe Diamante 1499 zur zweitenEhe schritt, aus welcher der berühmte Geschichtschrciber BencdettoVarchi hervorging. Bencdetto Bigordi war Miniaturmaler, musste aberwegen Augenschwächc die Feinmalerei aufgeben, und konnte nur mehrZeichnungen zu Gemälden liefern. Vasari lässt ihn aber in Frank-reich die Malerei im Grossen, die Musivkunst und die Kriegs - Archi-tektur üben. Zur Beisc nach Frankreich soll ihn die Eifersucht de9Domenico bestimmt haben, allein er spielt immer die untergeordneteBolle eines Gehülfen Domenico's, so dass er in Frankreich nichts z usuchen hatte. Vasari lässt ihn aber zu Florenz in einem Alter von40 oder 50 Jahren sterben, überhäuft mit Ehren, welche ihm derKönig von Frankreich erwiesen haben sollte. Vasari folgte indessenbei dieser Angabe nur seiner Phantasie, und kannte nicht cinm»'die Lebenszeit des Künstlers genau. Bencdetto war 1480, als derVater seine Declaration gab, 22 Jahre alt, und wenn er 1498 starb)ziililie er kaum 40 Jahre. Ein dritter Bruder der genannten Künstlerheisst im Testamente „Davit di Tommaso di Churrado Bichordi". E'hatte 1480 ein Alter von 20 Jahren, und war wie Benedetto Gehül» edos Domenico. Erst 1498 miethete er ein Haus und ein Atelier(bottegha). Vasari lässt ihn 1525 im 74. Jahre sterben, und ist auf*