814 BI. Nr. 1889 — 1891.
Frühere Schriftsteller deuteten das Monogramm: Rcccafumi Incidit,und Malaspina II. p. 136 spricht sich für Nicolo Boldrini aus. Zaniliest einmal: Boldrini Incidit, und dann auch: Joseph Boldrini. Erverwechselt nämlich den Joseph Nicolaus Vicentino gewöhnlich mitNicolo Boldrini. Dieser Irrthum hat sich bis auf unsere Zeit fort-gepflanzt , und aus dem Pcintre - graveur XII. p. 16 ging er auch inunser Künstler-Lexicon über. Unter der Abbreviatur 10. NIC. VICENT.,und unter dem Monogramm N B. werden wir ihn bereinigen.
3) Die hl. Familie mit St. Anna und Engeln. — Dieses Blatt er-wähnt Brulliot I. No. 778, gibt aber keine nähere Beschreibung.Summarisch spricht er auch noch von anderen Blättern mit dem erstenZeichen, wir können aber keines näher beschreiben.
1889. Unbekannter Heister. Dieses Zeichen findet man auf einerin Kupfer gestochenen Copie des Blattes von A. Dürer,
1 \Z % welches Bartsch No. 86 unter dem Titel der dreiBauern beschreibt. Jener zur Linken stützt die rechteHand auf das Schwert, und spricht zu dem rechts stehenden Bauer.Letzterer trägt Eier im Korbe, und zwischen beiden steht ein bärti-ger Mann. An der Stelle des Dürer'schen Monogramms steht obigesmit der Jahrzahl 1522. H. 3 Z. 11 L. Br. 2 Z. 9 L.
Der Copist ist nicht bekannt. Heller nimmt die Jahrzahl für / 722wogegen aber die Arbeit spricht. Wenn das Monogramm jenes einesKünstlers ist, und nicht eher eine Annbrust bedeutet, so könnte manin diesem Blatte einen Versuch des Jörg Bruc von Augsburg vermutlion.
1890. Johann Bechtholt hatte in der zweiten Hälfte des 16.Ja.hr-T hunderts den Ruf eines trefflichen Illuminirers, und war in Niirn-
PJQ borg thätig. Er malte Kupferstiche von A. Dürer und anderenalten Meistern in Farben aus, und bediente sich dabei auch desGoldes. Mit Blättern dieser Art wurden Gebetbücher geziert, manfindet aber selten ein vorzüglich erhaltenes Exemplar. Bechtholt setztezuweilen sein Monogramm auf die von ihm illuminirten Kupferstiche.Seine Blüthczeit fällt um 1580.
1891 Balthasar Jenichen behauptet bereits unter dem Mono-gramme B II No. 1868 eine Stelle, und unter ö. /. No. 1896i 5tf kommen wir auf ihn zurück. Bei dieser Gelegenheit wurde^ berichtet, was über den Künstler zu wissen nothwendig ist,
und auch zahlreiche Supplemente zum Peintrc - graveur IX. p. 532 ff.sind gegeben. Bartsch kannte indessen diesen Kupferstecher nichtnamentlich, und das gegebene Zeichen blieb ihm ebenfalls unbekannt,da ihm keines der folgenden Blätter vorgekommen zu seyn scheint.Es fragt sich aber, ob er sie dem B. Jenichen zugeschrieben hätte,und ob nicht Bart hei Jamitzcr darauf Anspruch hat.
1) Johannes Pfefflnger; halbe Figur von vorn, mit einem ge-schlossenen Buche in den Händen. Mit der Aufschrift: lohanes l'fef-finger Der Heilig. Gschrift Doclor zw l.cipz. Unten steht, eine biogra-phische Notiz von sechs Zeilen. Die Jahrzahl 15G5 und das ersteZeichen (mit Unterbrechung) bemerkt man oben. H. 3 Z. 2 L.Br. 2 Z. 7 L.
2) — 5) die vier Jahreszeiten, nach Jost Amman. IL 2 Z. und4 L. Rand. Br. 3 Z. 1 L.
Nur eines dieser Blätter trägt das zweite Zeichen, die anderensind mit den Initialen /. A. versehen. Sie gleichen der Nadelarbeitdes Jost Amman, und scheinen, nach der Ansicht eines uns theuerenKunstfreundes, die Vermuthung zu gestatten, dass B. Jenichen ein