Druckschrift 
1 (1858) A - CF
Entstehung
Seite
788
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788 BF. Nr. 1819-1821.

Diese Titelbordüre wurde zu einigen Schriften von Dr. M. Lutherbenutzt. Wir finden sie angewendet zu „Antwort Doctoris MartiniLuthers von K M. vnd Fürsten des Reichs au/f ansuchüg der buchetvndter seinem nami auszgangen etc. Im Jhare M.D.XXl. Dieselbe Kin-fassung enthält auch den Titel folgenden Werkes: Vonn walfarl Erasmilloterodami vermanung wo Christus vnd sein reich zu suche ist. M.D.XXLDie links an der Säulonbasc stehende Jahrzahl 1520 ist hier in 1521geändert, und zwar in der Art, dass 0 in 1 zugeschnitten wurde. Das-selbe verhält sich wahrscheinlich auch mit dergleichen Titcleinfassungzum Passional Christi und Antichristi , auf welches Brulliot 1. No. 888,und Heller (Leben des L. Cranach. II. Aufl. 1844, S. 207) aufmerksaminachen. Diese Schriftsteller weichen aber in der Form des Mono-grammes ab, indem sie dasselbe grösser geben. Das l'assional ist mit26 Holzschnitten nach L. Cranach geziert. Sie enthalten Scenen ausdem Lehen Jesu und eines Papstes. Der Druckort des Buches istnicht angegeben, Veescnmeycr (Literarische Blätter 1803, III. S. 235)vermuthet aber, es sei zu Erfurt bei Matthäus Maler erschienen-Sicher ist, dass zu Erfurt mehrere Schriften von Dr. Luther undErasmus von Boterdam gedruckt wurden. Der Drucker ist aber nichtgenannt, nur zuweilen dessen Firma, wie auf dem Titel: Eyn Sermonzu Erphordt au/f sanl Seuerstag — I). Mar. Luther. Im Jar MD.XX1LGedruckt zu Er/fordt zum Schwarzen llorn, i.

Der Schneider der genannten Titeleinfassung ist nicht bedeutend.Er copirte wahrscheinlich auch die Holzschnitte von L. Cranach imPassional Christi und Antichristi.

1819. Unbekannter Kupferstecher, welcher in Leyden lebte, und

/rj zu Anfang des 17. Jahrhunderts thätig war. Man findet Titel?

^T blfttter von ihm, besonders in Leydner Druckwerken um 1600 bis

1610. Das Monogramm könnte auch aus den Buchstaben AhF oder

ADF bestehen.

1820. Francesco Primaticcio und Louis Ferdinand haben auf

B-.—■• diese Initialen Anspruch. Man findet sie auf radir-I i ten und gestochenen Blättern mit mythologischenl" und allegorischen Darstellungen nach Gemälden und• -L • Zeichnungen des Francesco Primaticcio, besonderszu den Wandgemälden desselben in Foiitaincblcau. Sie gehören inein Zeichenbuch unter dem Titel: Le livre original de la portraiturepour la jeunesse, tiri de Francois liolognese et autres hons peintres. AParis chez P. Mariette et fils. Louis Ferdinand fecit. gr. 8. Der Buch-stabe B. steht links unten, und F. rechts in derselben Richtung*Ersterer bezieht sich auf F. Bolognese, den Maler Francesco Primaticcio,über welchen wir unter dem Monogramm AP No. 1109 Nachricht ge-geben haben, sowie wir auch unter B 0 L auf ihn zurückkommen«Der Buchstabe F deutet den Herausgeber des Zeichenbuches, denMaler L. Ferdinand an, welcher 1689 zu Paris im 77. Jahre starb.Es sind Bildnisse und historische Darstellungen nach ihm gestochen.Dann hat er selbst mehrere Blätter radirt, worunter die schönenKindergruppen nach L. Testclin Erwähnung verdienen.

1821. Francesco Francia Bolognese? Unter diesen Initialen füh-

ap_j- ren wir einen italienischen Goldschmied ein, welcher in• H • der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, anscheinlich gegenEnde desselben, thätig war. Frenzel beschreibt im Stern*berg'schen Cataloge I. No. 1788 ein bis dahin unbekanntes Nicllo vonihm. Es stellt fünf spielende Amoretten vor. In Mitte des Grundes