BERN. Nr. 1801 - 1802. 781
genügende Kunde hatte. In unsern Tagen unterzog sich aber C. Cam-pori der Mühe, in den Archiven von Carpi die Spuren der alten Mei-ster zu verfolgen, Und somit stehen uns jetzt in seinem Buche: GliArtisti italiani e stranieri negli slali lislensi. Modcna t8SÖ, auch ur-kundliche Nachrichten über Bernardino Loschi zu Gebot. Ob derKünstler in Parma oder in Carpi (um 1488) geboren sei, bleibt dahingestellt, gewiss ist aber, dass er in Carpi die grössere Zeit seinesLebens thätig war, und zwar in Diensten des Herzogs Alberto Pio.Bio Nachrichten über diesen Meister reichen von 1501 — 1540. Inletzterem Jahre starb er.
Das einzige sichere Werk des B. Loschi in Carpi ist das Bilddes hl. Rochus in einer Capcllc von S. Nicolo, mit der Namcns-oczeichnung: Hernardinus Luscus Fecit. Ein anderes, sehr schönes Ge-mälde kam aus der Schule des hl. Nicolaus 1770 in das HospitalUegli Intern», und 1815 in die Galleria Estonse, wo sich das Werknoch befindet. Es stellt die thronende Madonna mit dem Kinde, unddie Heiligen Nicolaus und Augustinus vor, letztere zu den Seiten des■Sit Basreliefs vorzierten Thrones. Dieses Gemälde trägt die Inschrift:Alberto Pio Principe Opt. aspiranlc Hernardinus Luscus Carpensis fecittäiS. Im Dome zu Carpi befand sich ein Gemälde mit der Verkün-digung Maria in der oberen , und den Heiligen Gregorius und Hiero-nyinus in der unteren Abtheilung. Dieses Bild stiftete 1524 der Erz-diacon Gio. Eancosco Ciarlhii. In der zweiten Hälfte des vorigenJahrhunderts kam es in den Besitz des Malers Iievnardino Bianchini,seit dem 1790 erfolgten Tod desselben ist aber das Bild verschollen.Unten in einem Cartoucho stand: Hernardinus Luscus pi. Ueber andere,luuhmasslichc Gemälde des Meisters s. C. Campori 1. c. p. 296. Letz-terer glaubt, dass Bernardino den ersten Unterricht von seinem Vatererhalten habe, von welchem sich aber kein Gemälde findet. Uebrigens■Ahlt er den Bcrnardo zu den guten Nachahmern des Giacomo Francia.Die Werke desselben sind aber in den Umrissen härter, und im Co-lorit weniger weich, als jene des G. Francia. Bei allen Fehlern zic-r en sie aber selbst eine kostbare Gallerie.
1801. Bernardino Passari, Maler und Kupferstecher, wurde umtt 1540 zu Rom geboren, und starb daselbstHernardinus P. fecü. J g egen 1590. Bartsch P. gr. XVI. p. 27Hernard. Pas*, lt. fecit. > beschreibt die Blätter dieses Meisters,Her. vas in " na s, 'hied sie von jenen des Bartolomeo
* Passerotti, da die Werke beider Künstler
verwechselt wurden. Hier sind folgende Blätter zu erwähnen.
1) Alexander der Grosso und Julius Cäsar zu Pferde, Hernardinus''■ fecit. iSic. van Aelst sc., gr. qu. fol.
2) Zwölf gezierte Pferde zu einem Caroussel, jedes in einer Ein-lassung von Ornamenten. Kbenso bezeichnet, gr. qu. fol. — Diesebeiden Blätter kannte Bartsch nicht.
3) Die hl. Agatha, umgeben von einer Bordüre, in welcher sechsWider aus (leren Leben angebracht sind, llcrnard. Pass. H. fecit.H. 10 Z. 10 L. Br. 7 Z. 6 L.
4) Die Steinigung des hl. Stephan. Her. pas. in. Ph. Thomassin sc.Statu Helga form. Ilomae, gr. fol.
1802. Bernardino Betti, genannt Pinturicchio, geb. zu Perugia
BKRNARDINVS PICTORICVS \?&&£$Tj>™
PERVSINVS. , som > V . 0, J Vaa "> zu gering
behandelten Meister der