766 BD. No. 1753 — 1754.
sondern mit der Schneidnadel. Bonavera's Zeichen gleicht jenem desDom. Barriere und Gio. Bat. Dotti, und in früheren Werken herrschendeswegen irrige Angaben und Verwechslungen. Man findet es aufanatomischen Abbildungen einer neuen Ausgabe des Vcsalius, in gutenCopien der berühmten Holzschnitte des Johann Stephanus von Calcar,des Schülers von Tizian. Das Werk enthält mit dem Titel 18 Blätter,auf welchen nach der Ansicht der älteren Chalkologen Tizian als Er-finder genannt ist. Auch auf einigen Blättern nach D. M. Canuti,Albani, F. u. A. Carracci, Correggio u. s. w. kommt das Monogrammvor. Das Hauptwerk des Meisters bilden die 15 Blätter nach Cor-reggio's Kuppelgemälden des Domes in Parma, welche die Himmel-fahrt der hl. Jungfrau mit der Glorie von Engeln und Heiligen vor-stellen. Sie erschienen 1697 mit Dedication an den Marchese Mendini,fol. und s. gr. fol.
1753. Dominique Barriere, Maler und Radirer von Marseille,
lebte von 1622-1877, die längste Zeit in Rom,
R) ^)cLtt/e/ mc w0 er e ' ne B rosse Anzahl von Blättern radirte,U/,_u/ c**" welche zu den geistreichsten Erzengnissen dieser
Art gehören. Robert -Dnmesnil DJ. p. 42 ff. beschreibt das Werkdieses Meisters, und half dadurch einem längst gefühlten Bedürfnisseab, da die Verzeichnisse bei Huber, Heinecke u. A. unvollständig sind.Heinecke verwechselt ihn auch mit Domenico del Barbiere, genanntüomenico Fiorentino , welcher 1501 geboren wurde, und in der Weisedes Giorgio Ghisi in Kupfer stach. Dieser Irrthum wird wohl nichtmehr vorkommen, es lnusste aber in der neueren Zeit zuweilen Dome-nico Bonavera für D. Barriere eintreten, da er sich eines ähnlichenZeichens bediente. Barriere behandelte die Nadel mit Leichtigkeit,und erinnert in seinen Blättern an die Produkte des St. della Bella;Bonavera radirte aber breit, und überging die Platten fast immermit dem Stichel.
Die gegebenen Zeichen findet man auf Blättern nach DomenicoZampieri, und zwar nach den Bildern aus der Mythe des Apollo,welche Domenichino in der Villa Aldobrandini gemalt hatte. AndereBlätter mit dem Zeichen und dem Beisatze: del. « ine. , stellen Ge-bäude und Gärten mit Brunnen vor, und gehören mit den Land-schaften zu folgendem Werke: VILLA ALDOBRANDINI SIVEVARY ILLIUS HORTORUM ET EONTTUM PROSPECTUS. Domi-nicut Barriere Massilicnsis inv. el deline. et sculp. Romae super permissui64-7. Cum privilegio tummi Pnntipcis el Regia Christinnissimi. DiesesWerk enthält 22 Blätter, an welchen auch Gio. Maggi und F. Cordub»Theil haben. Es ist dem Könige Ludwig XIV. von Frankreich dedi-cirt, fol. Ausserdem kommt das Monogramm nur noch auf wenigenBlättern vor, wir werden aber unter DB, D B I und D B 1 N aufBarriere zurückkommen.
1754. Giovanni Battista Dotti, Maler und Kupferstecher vonTTfi TT^ B°l°S5 na > w > r, l zu den Schülern des Lorenzo Pasinelli gezählt'DJ>/lj) Brulliot I. No. 854 sagt, dass man sein Zeichen auf drei ra-dirten und gestochenen Blättern nach Pasinelli finde, ohne den InhaHderselben zu nennen. Wir kennen folgende zwei:
St. Petrus, wie er der Magd gegenüber den Herrn verläugne''Kniestück. Unten steht: Ex. Tab. Laurenzii Pasinelli depieta Bononia 6in Aedib. Co. Alexandri Tabe anno WH). Bechts unten ist das ersteZeichen, welches von jenem bei Brulliot abweicht, indem dieser dieBuchstaben B D neben einander vollständig zeichnet, während auf demgenannten Blatte die Bauchung des D zwei Linien zeigt. In derselben