748 BB. Nr. 1703 — 1705.
Der Monogrammist ist somit der Maler oder Zeichner der Portraite, fürwelchen wir nur muthmasslich einen Namen haben. Vielleicht ist derMaler Bernardin Bouchfi darunter zu verstehen. Er arbeiteteanfangs in Paris, und wurde dann Hofmaler des Königs Heinrich VIII.von England. König Franz I. bezahlte ihm 153a für ausgeführte Bil-der die damals beträchtliche Summe von 400 Livres, wie Graf Leode Laborde (La renaissance des arls d la cour de France, Paris 1050)aus Archivalien ersehen hat. Es fragt sich aber Immerhin, ob Bouchedie erwähnten Bildnisse der Zeit nach habe malen können, da Th. deLeu u. M. l'Asne später lebten.
Für das zweite Monogramm haben wir keine Erklärung. Essteht auf einem Kupferstiche mit der Anbetung der Könige von Ru-bens, welche F. Ragot nach Lucas Vorsterman (1621) copirt hat. übein Künstler, oder ein Verleger unter den beiden B. verborgen sei,können wir nicht entscheiden.
1703. Jean Bouchet. Brulliot I. No. 791 gibt dieses Zeichenff) [p na ch einer handschriftlichen Aufzeichnung des Mr. Hazard,CL» >^ welcher es auf J. Bouchet deutet, aber ohne anzugeben, aufwelchem Werke es sich befinde. Brulliot hatte keine Nachricht übereinen Künstler J. Bouchet, und fand auch das Monogramm auf kei-nem Blatte vor.
Ein Jean Bouchet war Formschneider in Poitiers. Er schnitt dieBildnisse der ältesten Könige von Frankreich in Holz, und vereinigtesie zu einem Buche unter dem Titel: Les anciennes et modernes Genea-logies des Roys de france et mesmement du Hoy Pharamond Avec leursEpilaphes et Ef/igies. Poictiers le 27 nouembre 15,'SI, 4. Spätere Aus-gaben sind von 1537 und 1547. Der Monogrammist CC (Claude Cor-neille in Lyon) benutzte 1546 einige dieser seltenen Holzschnitte zuseiner Folge von Bildnissen der ersten 57 Könige von Frankreich.Wir haben aber die in Holz geschnittenen Blätter nicht gesehen, undwissen daher nicht, ob das gegebene Monogramm auf denselben sichbefinde. Der Beisatz fe scheint für die Zeit von 1531 nicht zu stim-men. Vielleicht handelt es sich daher um den Kupferstecher Bouchet,welcher zu Anfang des 18. Jahrhunderts in Lyon thätig war. SeinName steht auf einigen Blättern, wie auf einem solchen, welches dieim Jahre 1703 zu Lyon aufgefundene antike Ära vorstellt. Ein Blattvon 1710 ist betitelt: Le Dieu Bacchus et la deesse Ceres. AndereStiche verzeichnet Ch. le Blanc, Manuel de V Amateur I., p. 487. DasMonogramm findet sich auf keinem vor.
1704. Unbekannter Maler oder Zeichner. Sein Monogramm gleichtrrj) fi jenem des Bartholomäus Breenbergh, dürfte aber diesem Mei--"-" /' ster nicht angehören. Man findet es auf einem Kupferstiche,welcher den Aencas vorstellt, wie er den Anchiscs aus dem Brandevon Tro.ja rettet. Ihnen folgt Ascanius, in der Ferne kommt Crcusa,und links steht die Stadt in Flammen. Rechts am Steine bemerktman das gegebene Zeichen, und unten nach links den Namen: C.Visscher f. H. 3 Z. Br. 4 Z.
Der Kupferstecher dürfte jedenfalls Cornelis de Visscher seyn,die Composition hat aber für B. Breenbergh etwas Ungewöhnliches.
1705. Ottavio Brandino? Nach einer älteren handschriftlichenrn Notiz soll ein Maler Brantinus dieses Zeichens sich bedient haben.ft> Zeit und Ort sind nicht bestimmt, und daher nennen wir nurmuthmasslich den Maler Ottavio Brandino aus Brescia, welchen Mo-relli einen nicht unwürdigen Nachahmer des Gentile da Fabriano nennt.